Säumniszuschlag zur Einkommensteuer: Kann-Bestimmung?

2 Antworten

Wir klären auf:

  • Verspätungszuschlag: Wenn die Steuererklärung zu spät abgegeben wird. Für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 10 Euro für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung. --> Verhandelbar und einspruchsfähig.
  • Säumniszuschlag: Wenn die Steuer zu spät bezahlt wird. Für jeden angefangenen Monat 1 Prozent des abgerundeten rückständigen Steuerbetrags zu entrichten; abzurunden ist auf den nächsten durch 50 Euro teilbaren Betrag. --> Verhandelbar, aber nicht einspruchsfähig
  • Zinsen: Wenn die Steuer mehr als 15 Monate nach ihrer Entstehung festgesetzt wird (also ab April 2018 für die Steuern des Jahres 2016). 0,5% für volle Monate; angefangene Monate bleiben außer Ansatz. --> nicht verhandelbar.

Also, was wurde denn nun festgesetzt und mit welcher Begründung?

Anscheinend geht es bei Dir nicht um Säumniszuschläge, sondern um Verspätungszuschläge.

Säumniszuschläge sind bei verspäteter Zahlung zu entrichten, Verspätungszuschläge können festgesetzt werden, wenn Erklärungen verspätet abgegeben werden. § 152 AO.

Abgabenordnung (AO)

§ 152 Verspätungszuschlag

(1) Gegen denjenigen, der seiner Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung nicht oder nicht fristgemäß nachkommt, kann ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden. Von der Festsetzung eines Verspätungszuschlags ist abzusehen, wenn der Erklärungspflichtige glaubhaft macht, dass die Verspätung entschuldbar ist; das Verschulden eines Vertreters oder eines Erfüllungsgehilfen ist dem Erklärungspflichtigen zuzurechnen.

Also versuche es ruhig mit einem Einspruch.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium Ökonomie

Offenbar sind weder Säumniszuschläge noch Verspätungszuschläge erhoben worden, sondern es sind Zinsen entstanden:

jeweils 0,5% für jeden angefangenen Monat

Was aber immr noch nicht rund ist, da sie nicht für angefangene Monate, sondern nur für volle Monate entstehen.

Übrigens gibt es bei den Verspätungszuschlägen mit Absatz 2 eine lustige Neuerung, die die KANN-Bestimmung in vielen Fällen zur MUSS-Bestimmung macht:

Abweichend von Absatz 1 ist ein Verspätungszuschlag festzusetzen, wenn
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