Rürup oder Private Rentenversicherung für die zweckgebundene Anlage aus dem Versorgungsausgleich für Selbstständige?

4 Antworten

Welche Anlageform für Dein Vorsorgeziel günstig ist sollte erst nach einer umfassenden Bewertung Deiner Anlageziele, Risikomentalität, Liquiditätsansprüchen, verfügbare Zeit, steuerliche Betrachtung, u.a. getroffen werden.

Jetzt schon über "Versicherung" zu sprechen ist etwas verfrüht.

Versicherungslösungen sind i.d.R. sehr Kostenintensiv. Neben den hohen Abschlussgebühren werden auch noch Folgeprovisionen fällig.
Dann knabbern die "Langlebigkeitsrisiken" als Kostenblock an Deinem Ertrag.

Solche Anfänglichen Kosten wirken sich erheblich auf den Ertrag am Ende der Laufzeit aus.

Bei einer Neuanlage empfiehlt sich die Beratung durch einen unabhängigen Fachmann. Honorarberater z.B. bieten Zugang zu Netto-Tarifen. Bei solchen Tarifen sind sämtlich Provisionen herausgerechnet.

Das fällige Beratungshonorar ist (abhängig vom Anlagevolumen) günstiger wir die üblichen Provisionen und Kosten. Die Vergütung durch den Kunden hilft zudem, vertriebliche Fehlanreize zu vermeiden. Fehlanreize z.B. bei denen ein Verkäufer das Produkt mit höhere Provisionen dem mit dem besseren Nutzen für den Kunden vorzieht.

Bei Fragen dazu. Bitte PN.

Rürup kann man anteilig von der Steuer absetzen, Privatrenten nicht. Zu dem haftet man nicht mit dem Vermögen, dass man in eine Rürup-Rente investiert hat. Sollte man einmal Hartz IV bekommen, muss man das Rürup-Vermögen nicht aufbrauchen. Das sind die Vorteile einer Rürup-Rente. Nachteil ist, dass man das Vermögen vor Rentenbeginn nicht anderweitig verwenden darf und dass man auf den Teil, den man in der Ansparzeit absetzen konnte, später Steuern zahlen muss.Mit dem Vermögen für Privatrenten kannst du für Zahlungsverpflichtungen haftbar gemacht werden. Im Falle von Hartz IV musst du das erst einmal verbrauchen (bis auf den Witzbetrag, der einem als Freivermögen für Privatrenten anerkannt wird). Du kannst die Beiträge nicht von der Steuer absetzen und musst das angesparte Geld hinterher zwar nicht versteuern, aber die Zinsen schon.Du musst aber im Hinterkopf behalten, dass du bis zum Rentenbeginn möglicherweise durch die Verzinsung ein Rentenvermögen von 400% der eingezahlten Beiträge bei 300% Inflation bis dahin hast. Das bedeutet unter dem Strich, dass wahrscheinlich auch im Falle einer Privatrente letztendlich der Wesentliche Anteil des Vermögens im Endeffekt trotzdem nachgelagert versteuert wird, da sich ja das Vermögen im Wesentlichen aus Zinsen zusammensetzt.Ich würde die Rürup-Rente bevorzugen, falls du definitiv für die Altersversorgung sparen möchtest und das Geld nicht irgendwann anderweitig verwenden möchtest. Sowohl bei Rürup-Renten, als auch bei Privatrenten gibt es festverzinsliche Varianten und Fonds-basierte Anlagen. Ich würde auf jedenfall zu einer Fonds-basierten Rentenversicherung raten, bei der man im Prinzip ein Depot hat und sich selbst entscheiden kann, in welche Fonds man sein erspartes Vermögen investiert. Nur so lässt sich zu Niedrigzinszeiten etwas aus dem Geld herausholen. Geht als Rürup oder Privat mit vergleichbaren Konditionen. Ich mache das über die Alte Leipziger.

Woher stammen diese Weisheiten? Was meinst Du mit:

Zu dem haftet man nicht mit dem Vermögen, dass man in eine Rürup-Rente investiert hat.

Wenn Du mit Haftung die Verwertung von Vermögen z.B. im Fall von Insolvenz meinst, dann stimmt das nur bedingt.

Je nach Konstellation und "Titel" kann sehr wohl die Rentenauszahlung gepfändet werden.

Du kannst die Beiträge nicht von der Steuer absetzen und musst das angesparte Geld hinterher zwar nicht versteuern, aber die Zinsen schon.

Mit dem Begriff "Zinsen" bist Du etwas kurz gesprungen. Die Besteuerung betrifft bei Kapitalentnahme den gesamten Ertrag. Auch den aus Überschüssen, Bewertungsreserven, etc.

Einen interessanten Artikel gab es dazu in der WiWo. http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/lebensversicherung-neuer-steuervorteil-bei-auszahlung-faellt-meist-mager-aus/19398822.html

Wir eine Verrentung gewählt, ist der Ertragsanteil zu versteuern.

durch die Verzinsung ein Rentenvermögen von 400% der eingezahlten Beiträge bei 300% Inflation bis dahin ...

Ich vermute mal Du meinst damit, dass sich bis zur Rente die eingezahlten Beiträge vervierfacht haben und sich nach Abzug von Inflation noch eine Verdreifachen übrig ist.

Egal wie, solche Aussage ist grob fahrlässig. Du erwähnst weder angenommen Rendite, noch eine Laufzeit. Auch nimmst Du keinen Bezug ob du bei Deiner "Berechnung" von einer Einmalanlage ausgehst oder von einem Sparvertrag.

Ich starte hier mal den Versuch eines Beispiels. Der Fragesteller selber gibt keine Laufzeit an. Ich unterstelle mal 25 Jahre und aus der Scheidung gilt es 20.000 EUR anzulegen.

Hier müsste der Vertrag eine Nettorendite von 5,7% bringen. Selbst bei Fondsgebundenen Versicherungen ist das bei dieser Laufzeit nicht zu erwarten.

Nachdem erstmal min. 4% Abschlussgebühren fällig werden und für das Langlebigkeitsrisiko Rückstellungen gebildet werden, müsste die Bruttorendite bei rund 6,3% liegen.

Bei einer "reinen" Fondsanlage ist das evtl. möglich. Sind  Garantien gewünscht, nahezu unmöglich.

Wurde von einem Sparplan ausgegangen, dann wäre bei genannter Laufzeit und Beitragssumme eine Nettorendite von 9,4% notwendig.

Ich würde die Rürup-Rente bevorzugen

Die Frage war nicht, was Du willst, sondern was für den Fragesteller geeignet ist. Hier stimme ich der Antwort von NIKOLAUS voll zu.

Frage an Dich, weshalb würdest Du ein Produkt wählen, dass nur als lebenslange Rente ausgezahlt werden kann.

Bei einer Langlebigkeit wie "Jopie" Hesters ok.

Im Falle einer schlimmen Krankheit eher suboptimal, wenn man noch 3 Jahre zu leben hat und die eigene Kohle nach dem Ableben im Versicherungskollektiv bleibt.

Ich würde auf jedenfall zu einer Fonds-basierten Rentenversicherung raten, bei der man im Prinzip ein Depot hat und sich selbst entscheiden kann, in welche Fonds man sein erspartes Vermögen investiert.

Fonds, als Direktinvestment, in einem Depot sind Sondervermögen. Bei einer Pleite der Fondsgesellschaft gehört das Sondervermögen dem Anleger.

Geht eine Versicherung Pleite, gehören die Fonds zum Vermögen der Versicherung. In solchem Fall werden erst einmal die Gläubiger der Versicherung befriedigt. Dann erst die Versicherten.

Auch kann ich mir bei einem Depot aussuchen wer die besten Konditionen bietet.

Die Versicherungen langen bei der Verwaltung des Fondsvermögens richtig zu. 

Auch gibt es bei Versicherungen Risiken, z.B. §314 VAG:

... kann die Aufsichtsbehörde, wenn nötig, die Verpflichtungen eines Lebensversicherungsunternehmens aus seinen Versicherungen dem Vermögensstand entsprechend herabsetzen. ... Die Pflicht der Versicherungsnehmer, die Versicherungsentgelte in der bisherigen Höhe weiterzuzahlen, wird durch die Herabsetzung nicht berührt.

Ich mache das über die ...

Produktplacement finde ich suboptimal. Es spiegelt Deine Erfahrung wieder. Deine Erfahrung muss nicht zwangsläufig eine gültige Messlatte sein.

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Was du brauchst ist ein kompetente Beratung. 

Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein genauer qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Ohne Schichtenvergleich kann man keine Aussage treffen, welche die richtige Altersvorsorge für jemanden ist.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz. Danach ist die Altersvorsorge in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente) Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente, Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc.

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