Rücklagen für Renovierung am besten über Bausparen ansparen?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

den Tip, nur über Bausparen vorzusorgen

Der Tipp ist nicht ehrlich (Provisionsinteresse und Zeitbedarf) und nicht gut aus diversen Gründen. Der Mann kann Dir heute z. B. die Zuteilung in 5 oder 7 Jahren (bei ausreichendem Bausparguthaben) nicht ernsthaft versprechen; es könnte auch länger dauern. Aber er wird Dir dann sicherlich gerne bis zur Zuteilung eine Zwischenfinanzierung verkaufen. Bei Renovierungen hast Du den Zeitplan etwas in der Hand, bei manchen Instandhaltungen (z.B. Heizungsausfall) gar nicht. Unverhofft kommt oft und dann muss Geld her. Ein zeitlich unbestimmtes Zuteilungsverfahren der BSK kann da sehr störend sein.

Ich würde das gesparte Geld für solche Vorhaben planbarer verfügbar halten, wobei hierfür durchaus neben dem normalen Notgroschen in Höhe des 3-5-fachen Nettomonatsgehaltes auch noch Termingeld- oder Investmentfondsanlagen in Frage kommen. Problematisch wird es bei größeren Vorhaben, die nicht aus dieser "Portokasse" gezahlt werden können, sondern nur mit zusätzlichem Kredit. Wenn diese Knappheit absehbar ist, dann ist idR ein Bausparvertrag über - sagen wir - € 20-30.000 eine potentielle Reserve, sofern er die Zuteilungsreife bereits erhalten hat. Hier besteht dann eine schnelle Auszahlungsbereitschaft und das Kreditzinsveränderungsrisiko ist ausgeschlossen. Der BSV ist aber keineswegs nur die einzige Vorsorgeform und keineswegs eine schnell verfügbare!

Dem zuzustimmen tue ich mich schwer. Wer kann denn schon genau abschätzen wie hoch Sanierungskosten sind? Gewiß, es gibt Tabellen, aber deren Durchschnittswerte haben für den individuellen Einzelfall beschränkte Aussagekraft. Bauten sind nun einmal keine Massenware sondern Maßkonfektion. Ich halte es für wesentlich sinnvoller, auf ganz normalem Wege Ersparnisse zu bilden und da drängt sich mir das Bausparen nicht gerade auf. Wesentlich rentabler wäre ein Mix von Tagesgeld (für den akuten Geldbedarf), Anleihen (derzeit nur für mittelfristige Anlagen zu empfehlen) und für die langfristige Anlage Mischfonds oder reine Aktienfonds. Vorteil dieser Strategie ist nicht nur die höhere Rendite, sondern auch die multifunktionale Einsetzbarkeit der Mittel. Dass der Banker Bausparen empfiehlt dürfte im übrigen nicht ganz uneigennützig sein, denn da winken ihm bestimmt satte Provisionen.

Beim Bausparen erhält man sehr niedrige Zinsen und zahlt eine Abschlussgebühr, im Gegenzug kann man sich heutige Zinskonditionen für ein späteres Bauspardarlehen sichern.

Ohne Inanspruchnahme des Darlehens ist ein Bausparvertrag sinnlos und Du solltest lieber einen normalen Sparplan wählen. Mit Bauspardarlehen wären normales Ansparen mit anschliessendem Kredit mit der Bausparoption genau zu vergleichen. Im Zweifelsfall würde ich auf den Bausparvertrag verzichten.

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