Risikolebensversicherung beim Hauskauf?!

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5 Antworten

Soll vorrangig ein Darlehen mit laufender Tilgung abgesichert werden, bietet sich hierfür eine besonders günstige Variante an: die Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme.

Bei diesem Absicherungsmodell fällt die Versicherungssumme annuitätisch, der Betrag wird jeweils an die Höhe der Darlehensrestschuld angepasst. Im Klartext: Mit zunehmender Tilgung und damit immer geringerer Restschuld wird eine immer weiter abnehmende Risikoabsicherung benötigt. Diese Variante ist optimal beim Hauserwerbskredit, denn sie ist preiswerter als eine Risikolebensversicherung mit konstant fester Versicherungssumme.

Daran denken: Sind sowohl Vater wie Mutter der „Baufamilie“ finanziell gleichmäßig an einem Bauvorhaben beteiligt, sollten auch Versicherungen für beide abgeschlossen werden.

Quelle: http://www.biallo.de/finanzen/Versicherungen/risikolebensversicherung-sondervariante-zur-immobilienabsicherung-nutzen.php

Ein reizvoller Gedanke die degressiv fallende Versicherungssumme und dazu noch billiger pro Kopf, aber bei zwei separaten Versicherungsverträgen insg. teuer!

Die Macken dieses Modells werden im Link gar nicht beleuchtet!

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Ja das ist möglich und richtig. Als Versicherung bietet sich eine normale Risiko-LV an oder eine Risiko-LV mit linear fallender Versicherungssumme – dem Darlehen entsprechend. Eine Risiko LV zahlt bei Tod. Egal ob durch Krnakheit oder Unfall. Man schließt die Versicherungen über Kreuz ab. Der Versicherungsnehmer erhält immer das Geld aus der Versicherung. So sieht es in der Praxis aus: Du schließt eine Risikolebensversicherung für deine Frau ab. Du bist Versicherungsnehmer und Betragszahler. Deine Frau versicherte Person. Stirbt deine Frau bekommst du dein eigenes Geld. Wofür du natürlich keine Steuern zahlen brauchst. Deine Ehefrau schließt eine Versicherung mit dir als versicherte Person ab. Dann erhält sie bei deinem Tod auch ihr eigenes Geld. In beiden Fällen fällt keine Erbschaftssteuer an.

Aber was machst du wenn jemand sehr schwer krank wird. Kannst du dann noch Zins und Tilgung bezahlen. Hast du wenigsten auch Berufsunfähigkeitsversicherung und dein Frau auch? Ein weitere Möglichkeit wäre eine Dread-Disease Police.

Die Risikolebensversicherung sollte sich zwar dem degressiv verlaufenden Kreditsaldo der Baufinanzierung anpassen, aber hier gibt es drei Kinken:

  1. Eine korrekte Anpassung ist nur möglich, wenn die Annuität (die monatliche oder jährliche Kapitaldienstrate bestehend aus Zinsen und Tilgung) während der gesamten Kreditlaufzeit fix ist (sog. Volltilgerdarlehn). Wird nur für eine begrenzte Zeit der Zinssatz festgeschrieben, dann weicht bei einer Anschlussfinanzierung bei dann verändertem Zinssatz das Tilgungsprofil vom Versicherungsprofil ab.

  2. Bei der unerfreulichen Situation der Versicherungsauszahlung während der Kreditlaufzeit, entsteht überwiegend der Bedarfsfall einer vorzeitigen Kredittilgung vor Ablauf der vertraglichen Zinsbindungszeit. Der Kreditgeber kann bei vorfälliger Kreditablösung (z. B. aus der Versicherungsleistung) eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die voraussichtlich in jedem Zeitpunkt der Zinsbindungsfrist unterschiedlich hoch ist, aber im Zeitablauf tendenziell sinken dürfte. Diese Vorfälligkeitsentschädigung wird durch die Lebensversicherung nicht gedeckt, es sei denn, man rechnet hierfür einen Schätzbetrag in die Versicherungssumme ein. Mancheiner verzichtet daher auf die degressive Versicherungssumme. Bei Erstellung des Risikoprofils ist zu beachten, dass bei Zinsfestschreibung die Vorfälligkeitsentschädigung nur bis spätestens 10,5 Jahre nach letzter Kreditauszahlung oder Zinsfestlegung berechnet werden darf und vertragliche Sondertilgungsmöglichkeiten berücksichtigt werden müssen. Der Verlauf der Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung ähnelt also einer Sägezahnkurve.

  3. Die eigentliche Gretchenfrage ist aber nicht nur die Kreditablösung durch die Versicherungssumme, sondern ob die Immobilie anschließend überhaupt weiterhin "ge- bzw. unterhalten" werden kann. Kann der verbleibende Ehegatte die anfallenden Betriebs- und Unterhaltskosten der Immobilie bezahlen oder wird dieses Kostenrisiko unbezahlbar? Eine Anschlussfrage erstreckt sich somit auf die anfallenden Umzugskosten. Und weitergehend geht es auch um den Lebensunterhalt und die Ausbildungskosten für die restliche Familie. Je nach Kindesalter und -ansprüchen ist der finanzielle Bedarf von unterschiedlicher Dauer und Höhe. Kredittilgungszeiten laufen meistens weit über diese Lebenphase hinaus!

Somit wäre die alleinige Orientierung an der Kreditsumme viel zu eng und der Ansatz zum falschen Sparen.

Vielfach wird in dieser Fragestellung auch die Überkreuzversicherung empfohlen. Ich bin da anderer Auffassung und empfehle die Prüfung, ob nicht der Abschluss einer verbundenen Lebensversicherung viel sinnvoller und prämiensparender ist. Bei diesem Versicherungstyp wird nämlich nur beim ersten Versicherungsfall gezahlt, also nur einmal. Diese Versicherung muss dann den erforderlichen Bedarf abdecken, einschließlich der Kredittilgung.

Bei der Überkreuzversicherung werden zwei Risikolebensversicherungen abgeschlossen und es fällt quasi die doppelte Prämie für das immer gleich unveränderte Risikoprofil an. Der Kredit muss ja nur einmal, nicht zweimal getilgt werden. Nach dem Tod des ersten Versicherungsnehmers läuft natürlich die Versicherung für den zweiten Versicherungsnehmer weiter. Hoffentlich kann er dann auch die Prämien zahlen. Notfalls verzichtet er auf die Versicherung! Aber bis dahin wird doppelt gezahlt.

Die erhöhte Versicherungsleistung bei Unfalltod macht keinen Sinn, sie ist allenfalls ein kleines, aber irrationales Schmerzensgeld wegen der Plötzlichkeit/Unvorhergesehenheit des Versicherungsfalles.

D.H!

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Es wurde ja vieles bereit geschrieben.

Ja, Unfalltod ist bei der Risikoversicherung dabei. Beim Abschluss daher unbedingt darauf achten, dass Ihr keine Unfalltodzusatzversicherung abschliesst; das ist häufig voreingestellt.

Die Unfalltodzusatzversicherung würde im Falle eines Unfalltodes die doppelte Versicherungssumme zahlen. Das macht die Versicherung nur unnötig teuer und man braucht es in der Regel nicht. Ist nur ein nettes Geschäft für Vermittler und Versicherung.

Also, Tot ist Tot. Klar Messbar! Egal ob Unfall oder sonst.

Degressive Lebensversicherung: guter Tipp! Siehe unten! Summe: Soviel wie die Hütte kostet!

RLV bitte als zwei Verträge und über Kreuz: Du bist in der RLV Versicherungsnehmer und Deine Frau bezugsberechtigt und umgekehrt. So bleibt das Ding wenigstens steuerfrei nach dem Ablwben einer Person.

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