Risiko bei Bauträgerinsolvenz - bezahlt wird doch nach Baufortschritt?

5 Antworten

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Wenn das nur so einfach wäre: Zum ersten können Laien manchmal nicht beurteilen, wie der Baufortschritt ist. Bauträger übertölpeln manch arglosen Bauherren. Zum zweiten bedeutet Fertigstellung eines Gewerks nicht, dass dieses Gewerk auch mangelfrei sein muß. Nachbesserungen aber können gewaltigen Kosten verursachen. Das steht nicht mit auf der Rechnung. Zum dritten finden sich viele Bauunternehmen nicht bereit, angefangene Bauvorhaben zu beenden oder aber, sie verlangen unverhältnismäßige Aufschläge. Die Liste läßt sich sicherlich noch fortsetzen. Auf der sicheren Seite wäre der Bauherr nur mit einer Fertigstellungsbürgschaft einer solventen Stelle. Die aber wird von vielen Bauherren nicht verlangt, bzw., man ist nicht bereit, die Mehrkosten zu tragen.

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Ein ziemlich komplettes Bild der potentiellen Desasterszenarien. DH!

Die Fertigstellungsbürgschaft sollte 10 % betragen. Die Kosten dafür belaufen sich m. W. auf ca. 3 % vom Bürgschaftsbetrag und sind idR vom Käufer zu tragen; eine sinnvolle "Versicherungsprämie".

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Bei Bauprojekten und bei Softwareprojekten ist praktisch immer mit Fehlern zu rechnen. Fehlerfreie Resultate gibt es nicht. Daher besteht bei solchen Projekten immer ein Risiko, das sich nicht eliminieren läßt. Natürlich läßt sich ein Wiederaufsetzen durch ein neues Bauunternehmen planen, aber das Unternehmen übernimmt damit auch die Verantwortung für die (zunächst unbekannte) Qualität der Arbeiten des Vorunternehmens. Das ist ein Risiko und Risiken läßt man sich vom Kunden bezahlen.

Bauen mit einem Bauträger ist immer Bauen gegen einen Bauträger :-) Ich spreche da aus Erfahrung. Leider ist eine bestimmte Kategorie von Einfamilienhäusern praktisch nur über Bauträger zu bekommen, da diese rasch interessante Grundstücke vereinnahmen.

Ich würde daher grundsätzlich empfehlen, die Alternative zu prüfen, ein Grundstück selbst zu kaufen, einen unabhängigen Bauleiter/Architekten zu engagieren und dann die einzelnen Gewerke mit auszuwählenden Firmen umsetzen zu lassen. Das wird zwar nicht das günstige Standardprojekt eines Bauträgers, dafür hat man aber mehr Kontrolle auf Kosten und Art der Ausführung. Das hat auch Vorteile in Bezug auf Notarkosten und Grunderwerbsteuer.

Das lohnt sich natürlich weniger für das klassische 120 m² Reihenhaus auf einem Handtuchgrundstück, sondern eher für die 200+ m² Einfamilienhäuser auf 600+ m² Flurstück.

Wieviel darf man als Sicherheit bei Handwerkerleistungen einbehalten?

Wir haben leider große Probleme mit unserem Elektriker. Seit einer Ewigkeit stellt er die Arbeiten nicht fertig. Ist kaum telefonisch erreichbar und ist sehr unzuverlässig. Nun hat er wieder eine Abschlagsrechnung gestellt, die viel zu hoch ist. So viel Leistung hat er gar nicht erbracht. Die Rechnung beträgt 5000 Euro aber er hat davon maximal 2.300 Euro an Leistung erbracht. Aber eigentlich möchte ich ihm nicht einmal diese 2.300 Euro bezahlen bis er die Arbeiten fertig gestellt hat, sonst habe ich ja gar kein Druckmittel mehr. Ich habe irgendwo gelesen, dass man sowieso bis zu 5 % der Gesamtsumme als Sicherheitseinbehalt abziehen darf. Stimmt das? Wir haben keinen Vertrag gemacht. Er hat ein Angebot erstellt und wir haben dies akzeptiert. Danke schon mal für alle Antworten.

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