Riester-Rente „stoppen“: Wie vorgehen?

3 Antworten

Du solltest bei deiner Abwägung auch berücksichtigen, dass 2010 der Garantiezins noch bei 2,25 % lag; im aktuellen Niedrigzinsumfeld also durchaus gar nicht schlecht. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass du durch den Garantiezins mehr Geld erhälst als du durch eine Sondertilgung bei deinem (bestimmt sehr günstigen) Immobilienkredit einsparen würdest. Hier lohnt es sich aber sicher, genau zu rechnen. Entscheidest du dich dazu, dass Geld für die Sondertilgung zu nutzen und füllst den Riester-Vertrag nicht wieder auf, muss der entnommene Betrag im Alter dennoch fiktiv versteuert werden - denn während der Einzahlungsphase hast du ja von den Steuervorteilen profitiert. Kündigen ist sicher die schlechteste Entscheidung, aber das ist dir ja zum Glück bereits bewusst!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

1) richtig, aber richtig teuer, weil ihr den Auszahlungsbetrag versteuern müsst

2) ruhen lassen geht, ob Verwaltungskosten anfallen weiß ich allerdings nicht

Zunächst einmal stört mich das "wie viele andere". Dass Riester nicht gut ist, ist die Mode von vor drei Jahren, als die Zulage geringer war und in voller Höhe auf eine (mögliche) Grundsicherung angerechnet wurde.

Die Zulage ist bei deinem Vertrag ja vergliechsweise unwichtig. Entscheidend ist, dass du Erwerbseinkommen in Rente verwandelst, also dein laufendes zu versteuerndes Einkommen minderst. Das muss für dich keinen Sinn machen, aber es sollte.

Riester begleitet einen normalerweise bis zur Rente. Riester ist dann, wenn man etwas für die Altersvorsorge machen will, ziemlich gut, weil ganz einfach an die Rentenkürzungen angepasst.

Grundsätzlich kann man aufgelaufenes Riester-Guthaben zur Schuldentilgung für eine selbst genutzte Immobilie nutzen. Ob und wie das bei dir geht, soll dir die ZfA erklären. Inwieweit es aber bei dir Sinn macht, ist die Frage. Du hattest ja schon Kosten (Abschlusskosten, auch Risikokosten), die dann, wenn du das Guthaben für die Schuldentilgung verwendest weg sind. Steuerlich (bitte informiere dich) hast du dagegen keinen Vorteil. Du hast also den Aufwand gehabt, dafür aber keinen Vorteil .

Den Vertrag erst einmal beitragsfrei zu stellen, um so ein verfügbares Vermögen aufbauen zu können, kann Sinn machen. Ganz einfach weil es bis zur Rente Phasen geben kann (ich habe solche Fälle), bei denen die Förderquote bei 90 % und mehr liegt oder das Thema der Unpfändbarkeit oder der Grundsicherung ganz plötzlich doch zum Thema wird.

Wichtig bei den Verträgen ist, dass du beraten bleibst. Wenn du das für dich ausschließen kannst (weil du keinem glaubst), kann ich dir nichts raten.

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