Riester Deka Zukunftsplan behalten oder kündigen?

3 Antworten

Bierls Pepptalk verunsichert die Leser. Das DEKA-Modell ist insofern ehrlich, als es keine Prognose zur Höhe einer Rente macht. Erinnern wir doch die Renditeversprechungen von Lebensversicherungen (>7%), die Pleiten von Versicherern und die von Auffanggesellschaften geleistete immerhin noch stattliche Rendite von 4%.

Geld läßt sich nicht wertsteigernd bis ins höchste Alter konservieren. Nach 10 Jahren sinkt die Rendite von Aktien. Nach 20 Jahren erfolgt der Rückbau von freien Beteiligungen zu unerwartet erhöhten Rückbaukosten.

Sinnvoller als das Sparen für das hohe Alter ist der zwischenzeitliche Wandel in andere Werte. Das Ansparen für eine Immobilie ist solch ein Wandel.

Wer schon eine Immobilie hat, kann dem Bankkaufmann den Erwerb der seinigen mit dem vertrauensvollen Kauf seiner Andienungen sichern.

Unterscheide: Was ist Dein Anliegen und was dient der Verkäufer an? Wodurch entsteht eine scheinbare Deckung? Decke Absichten und Divergenzen auf. Dies ist bei der Lektüre von Geschäftsberichten auch der Schlüssel, um Vertrauen in Unternehmensdaten zu bilden.

PS: In einem Anlagemix verzichtet man natürlich nicht auf eine greifbare Förderung. Mitnehmen und das Kostenminimum berechnen.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Warum glaubst du, wäre es eine gute Idee, mit 25 Jahren 42 Jahre lange Geld zu zahlen, damit man in 60 Jahren sein Langleberisiko abgesichert hat?

Warum glaubst du, ist es eine gute Idee, Abschlusskosten, die durch 42 Jahre Laufzeit sehr hoch sind, in den ersten fünf Jahren zu stemmen und nicht über die Laufzeit verteilt?

Ich denke, dass das, was bei Versicherungen anfangs in die Abschluss- und bis zur Rente in alle anderen Kosten geht (auch die bei Fondssparplänen nicht anfallenden Risikokosten) dafür sorgen, dass Riester-Fondssparpläne für fast jeden aber ganz sicher, wenn die Laufzeit wie bei dir ewig ist, immer die deutlich bessere Wahl sind. Allein die 30 %, die man bei Rentenbeginn aus dem Vermögen entnehmen kann - wenn man z. B. denkt, dass man eine unterdurchschnittliche Lebenserwartung hat oder das Geld braucht oder haben will, so lange man noch Lust hat es auszugeben - spricht deutlich für Riester-Fondssparpläne.

Entscheidend wäre für mich auch, dass ich dann, wenn keine oder kaum Kosten anfallen, mein Riester-Guthaben viel leichter umziehen kann. Warum nicht zu einer Versicherung. Aber halt erst dann, wenn es sich abzeichnet, dass es die noch geben wird (bei dir in 35 Jahren). Wichtig zu wissen ist, dass sich das Gesetz um Riester schon einige Male geändert hat. Flexibel bleiben und in ein wesentlich interessanteres Produkt zu switchen, kann sehr spannend werden. Bei Versicherungen ist die Frage, wie die sich davor schützen, dass man nicht wechselt.

Auch kann sich die Lebenssituation schnell ändern. Ein Kunde war mit 25 auch Ingenieur, zwölf Jahre später hatte er sieben Kinder und sein Beitrag zu Riester geht langsam aber sicher unter 300 € im Jahr, weil die Zulagen so hoch werden, dass ich keine zusätzliche Steuerersparnis ergibt. Abschlusskosten hätte er für die Versicherung schon gezahlt. Beim Fondssparplan sanken die auf 1/4.

Dein Beitrag ist nebenbei 1.925. Ich denke, 1.975 € war ein Verschreiber. Wenn nicht, würde ich mit der Sparkasse reden.

Also für dich Fonds. Deka ist kein guter Anbieter, was die Rendite anbelangt. Man stellt sich ganz einfach nicht der Konkurrenz. Die drei von dir genannten nehmen sich nicht viel. DWS gibt es mit guter Beratung (was es für dich leichter und transparenter macht) und Rabatt auf die Kosten (was die Rendite steigert).

Zuletzt die Frage danach, ob überhaupt Riestern. Es ist eine Frage der Alternative. Die Erfahrung sagt, dass das Leben viel bringt, das die Planung durchrüttelt. Oft auch Sachen, die liquides Vermögen brauchen, auch aufbrauchen.

Die Entscheidung, ob dann, wenn du z. B. via Burnout oder Pleite deiner Firma, Verletzung, Krankheit, Scheidung, Pech und so weiter bei null anfängst, auch deine Altersvorsorge verbrauchen willst oder ob du die nicht auch verbrauchen willst, möchte ich dir überlassen. Wesentlich bei Riester ist die Pfändungssicherheit. Dem steuerlichen Vorteil in den (bei dir) ersten 42 Jahren stehen nach dem derzeitigen Stand (ich kann nicht 70 Jahre in die Zukunft blicken) steuerliche Nachteile in den zweiten 42 Jahren des Vertrages gegenüber. Auch das weniger, wenn das Leben keine Überraschungen bereit hält. Nur verlasse dich darauf, dass die kommen!!!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Danke für die Antworten schon mal.

Letztlich stellt sich mir weiterhin die Frage inwiefern Ich mit einem Riesterfonds profitiere, wenn ich die Pfändungssicherheit ausklammere.

Der Zweck ist ja klar die gesetzliche Rente aufzustocken. Stumpf: ich möchte bereits jetzt Geld wertsteigernd anlegen, um so im Alter die Lücke zu schließen. Im besten Fall schon vor Renteneintritt Arbeitszeit reduzieren können usw.

Warum sollte ich nun in meinem Fall riestern? Die attraktive Steuerentlastung holt mich, wenn ich lange lebe, wieder ein. Der Staat verfolgt ja einen Hintergedanken und verschenkt kein Geld. Zum anderen freuen sich die Versicherer zum Renteneintritt. Die Flexibilität bleibt auch (bis auf 30% Entnahme) auf der Strecke - an 70% komme ich nicht förderungsunschädlich heran. Dazu zahle ich aufgrund laufender Kosten und Aufschläge noch mit der verminderten Rendite.

Warum nicht also entsprechend in einen MSCI World o.ä. statt des Riesterfonds investieren? Ich habe jederzeit die Möglichkeit mit dem Geld zu machen was ich will. Auch bspw. eine Immobilie erwerben die ich nicht selbst nutze. Es gibt nur geringe Kosten und die Renditeerwartung ist höher. Klar kann auch der Weltmarkt einbrechen o.ä. aber dann schmiert der gemanagete Fond doch genauso ab. Und die Abgeltungssteuer inkaufnehmen sollte doch auch okay sein, wenn ich mir dafür das Geld einteilen kann wie ich möchte.

Wo ist der Haken in dieser Argumentation? Welcher Nachteil bietet sich mir außer Entfall der Kapitalgarantie und Pfändungssicherheit, wenn man Schicht 2 der Altersvorsorge nicht bedient? Wenn ich zukünftig 7 Kinder habe und mein Job weniger lukrativ sein sollte, wenn Zulagen den Eigenanteil übersteigen, kann ich ja immer noch wieder einsteigen?

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@TommyG

Haken ist, dass der Staat natürlich Geld verschenkt. Die gesetzlichen Renten wurden vor zwanzig Jahren deutlich gesenkt zur Füllung der Lücke gibt es auch in D hoch geförderte staatliche Altersvorsorge. Woanders ist das ähnlich, oft weniger gefördert und da macht es jeder. Auch du wirst was machen. Die Frage ist, ob das dann besser oder flexibler ist.

Deine aktuelle Steuerbelastung ist sicher. Die im Rentenalter hängt von Punkten ab, die heute noch niemand absehen kann.

Zu dem Fakt, dass dich (nach Zulage uns Steuererstattung) weniger als 60 % von dem in der Kasse belasten, was in deine Altersvorsorge geht kommt auch, dass wegen der Steuerfreiheit bis zur Rente keine Steuer die Wertentwicklung belastet.

Vielleicht ändern sie das Gesetz aber wenn nicht oder nicht ordentlich, hat nur ein früh abgeschlossener Altersvorsorgevertrag die Chance auf hohe Renditen. Die Kapitalgarantie macht das später abgeschlossen unmöglich.

Deine Argumente scheinen - ehrlich gemeint - im Vergleich dazu etwas dünn.

Entscheidend scheint mir, ob du alt werden willst, wie wichtig es dir ist dann ausreichend Geld zu haben und was du schon für das Alter machst. Bei dem Gehalt hat man ja auch eine bAV und dann reicht das tendenziell schon.

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Deinen in der Frage geäßerten Gedanken sowie Deinem Kommentar zur Antwort von @Rat2010 ist wenig hinzuzufügen. Du hast recht. Ebenso @Rat2010 mit seiner Deka-Beurteilung.

Ich persönlich halte nichts von langfristigen Anlagen, die auf staatlicher Förderung, schon gar nicht in Kombination mit Angeboten von Versicherungen, basieren. Die Gesetze haben immer die Versicherungslobbyisten mitgeschrieben.

Und willst Du Dich wirklich wegen ein paar aktuellen Steuervorteilen auf einen wenig attraktiven Fonds-Sparplan einlassen, der Dir zudem erst zum Rentenbeginn mitteilt, ob Du eine Niete oder einen Gewinn gezogen hast? Vielen Dank.

Was von staatlichen Versprechungen zu halten ist, nämlich gar nichts, kann man seit Jahrzehnten verfolgen. Angefangen schon vor ca. 50 Jahren mit der Aufhebung von Einkommensgrenzen für Zulagen zu vermögenswirksamen Sparverträgen für laufende Verträge bis zur viele Jahre rückwirkenden Regelung der Bestimmungen für den Übergang von der PKV zu GKV und zur nachträglichen KV-Beitragspflicht für Direktversicherungen, für mich der größte Betrug.

Ein paar interessante Infos kann man sich in der aktuellen Ausgabe oder auch online bei der finanztest holen. Auch hier gibt es ein paar interessante Infos:

https://www.finanztip.de/riester/riestern-mit-fonds/

Dort wird auch Dein Sparplan erwähnt, nicht einmal besonders negativ, aber ich sehe das persönlich anders, siehe oben.

Meine saloppe Meinung: Mach Dein eigenes Ding.

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