Reverse-Charge: Kunde (Unternehmer) hat keine USt-ID / Steuernummer

3 Antworten

Wenn der Kunde nicht innerhalb der EU ansässig ist (Lieferadresse), dann hat der Kunde natürlich keine USt-ID und die ganze Transaktion wird nicht vom USt-Gesetz erfasst.

Sie ist daher nicht steuerbar, muss aber gemeldet werden (Voranmelduing Güter Box 43, DL Box 45). Fraglich ist, ob die Rechnung hier einen Hinweis auf die steuerliche Behandlung haben muss. Ich denke aber nicht, da das UST-Gesetz ja nicht zur anwendung kommt.

Ich bin kein Steuerberater, habe aber beruflich damit zu tun.

Hallo,

generell müssen Unternehmer aus dem Drittland, mangels einer USt-Id-Nr, eine Unternehmerbescheinigung vorlegen. Diese bekommen sie vom zuständigen Finanzamt.

Eine Steuernummer bringt Dir, meines Erachtens nichts (ich weiß halt nicht, wie das in den USA ist), denn eine Steuernummer sagt noch nichts über das Unternehmerdasein aus.

Ich würde an Deiner Stelle diese Unternehmerbescheinigung von ihm verlangen.

Sollte Dein Kunde keine Unternehmensbescheinigung haben, liegt der Ort der Leistung dennoch in den USA, nur das der Umsatz dann nach US-amerikanischen Recht besteuert wird. Da sich aber keiner so wirklich mit diesem Recht auskennt und die amerikanischen Behörden auch sicher keinen kleinen Unternehmer in Übersee strafrechtlich verfolgen werden, würde ich Rechnung so oder so ohne USt ausstellen. Ein gewisses Risiko birgt es natürlich in sich aber dies ist, m.E., zu vernachlässigen.

Gilt er dann als Privatperson? Dann liegt der Ort der Leistung zwar in den USA aber ich muss es doch hier hier in Deutschland versteuern.

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@her01

UStlich gilt jemand ohne Nachweis seiner Unternehmertätigkeit als Privatperson.

Ertragsteuerlich versteuerst Du die Leistung hier in D. Aber UStlich liegt der Ort der Leistung in den USA und somit ist die Leistung in D nicht steuerbar.

Hier noch ein wenig fachliche Klugscheißerei:

Nach §3a Abs.4 S.2 Nr. 13 UStG erbringst Du eine sonstige Leistung auf elektronischen Weg (siehe hierzu Anhang II zur EU-MwStSystRL), dessen Ort nach §3a Abs.4 S.1 UStG dort ist, wo der Nicht-Unternehmer seinen Sitz hat. In diesem Fall USA. Somit ist die Leistung gem. §1 Ab.1 Nr.1 UStG in D nicht steuerbar.

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@NaFFster

Wieso ist das bitte alles so dermaßen kompliziert. Wieso kann ich nicht gleich alles hier versteuern und habe deswegen keinen Stress mit irgendeinem FA im Ausland.

Vielleicht wird alles ein wenig einfacher wenn ich noch hinzufüge ich bin Kleinunternehmer. Das heißt ich habe auch keine Zusammenfassende Meldung oder soetwas an das deutsche FA zu schreiben.

Das Reverse-Charge verfahren funktioniert auch nur, wenn die andere Seite ein Unternehmer ist, richtig? Und wenn er mir die Unternehmerbescheinigung nicht zukommenlassen kann, dann muss ICH das in den USA versteuern. Das soll wohl ein Witz sein. Was ich mich frage ist: Wie machen das deutsche Onlineunternehmen, die wöchentlich wer weiß wie viele Geschäfte mit Kunden aus den USA machen?

Kannst du mir vielleicht nun noch einen Tipp geben, wie ich verfahren sollte? Ist mein erster Auftrag in die USA, allerdings ist in den USA sehr viel mehr Potenzial vorhanden als in DE und somit werde ich bestimmt auch noch mehrere Aufträge aus den USA erhalten.

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@her01

Die ReverseCharge-Regelung wurde mal eingeführt, um den Leistungsempfänger innerhalb der EU eine Bürokratiehürde zu ersparen. Früher hättest Du die Rechnung auch mit deutscher USt geschrieben und der Ausländer müsste sich diese Steuer hier in D erstatten lassen. Dieses Bürokratiemonster hat man mit dem ReverseCharge-Verfahren abgeschafft.

Solltest Du wirklich Kleinunternehmer gemäß §19 UStG sein (Umsätze <17.500,00 € im Jahr), dann hast Du ja gar kein Problem, da Du dann keine USt auf die Rechnung schreiben musst. Du musst dann auf der Rechnung nur auf die Kleinunternehmer-Regelung verweisen. Wenn Du aber dauerhaft mit US-Kunden arbeiten willst, könntest Du ja evtl. demnächst kein Klein-Unternehmer mehr sein und dann wäre es vielleicht ratsam, Dich, z.B. bei der IHK, mal beraten lassen, wie man sich in den USA steuerlich anmelden kann bzw. ob überhaupt USt anfällt.

Wie schon vorher gesagt, bei einer Rechnung ist das wahrscheinlich auch egal. Solltest Du das aber wirklich öfter machen, wäre eine Beratung nicht schlecht. Es gibt auch deutsche Berater, die da Hilfe anbieten. Und auch die amerikanische Botschaft hier in D hat dafür bestimmt auch eine Beratungsstelle.

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@NaFFster

Danke, das stimmt. Aber es gibt in den USA doch auch dieses verfahren. Ich habe mich mal auf amerikanischen Webseiten umgeschaut, dort steht Dienstleistungen werden gar nicht versteuert, nur Waren - weil eben dort jemand gefragt hat ob man Webdesign versteuern muss. Das ist aber bei den einzelnen Staaten unterschiedlich, im betreffenden Staat wo mein Kunde lebt ist es allerdings nicht steuerbar.

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Ist sowas dann in so einem Fall zulässig:

"Alle Kunden, die über keine gültige UID Nummer verfügen (bzw. Kunden aus Drittländern, die keine gültige lokale Steuernummer aufweisen) werden hinsichtlich des Reverse Charge Systems als Konsumenten angesehen und erhalten daher auch dann Rechnungen inkl. Mehrwertsteuer, wenn es sich um „ Reverse Charge Leistungen“ handelt!"

http://www.omv.at/portal/01/at/!ut/p/c4/04SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP0os3hzA0sTI2MDI0sLV38zA89AnzALDwtPQwt3c3glFT9gmxHRQAE7akI/

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Ist das korrekt? Soll ich in diesem Fall meine also auch die Umsatzsteuer-ID meines Kunden auf der Rechnung angeben? Soll ich irgendwas noch dazu schreiben, z. B. 'Der Rechnungsbetrag enthält gemäß § 19 UStG keine Umsatzsteuer' ?

Vielen dank für Ihre Hilfe im voraus!

Liebe Grüsse, Ani

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