Rentenversicherung mit 18 ?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Das ist eine interessante Frage. :-)

Also: Mit 18 schon über Altersvorsorge nachzudenken, halte ich für eine gute Idee. Mit 18 über eine Rentenversicherung nachzudenken, halte ich für eine bescheuerte Idee. Du merkst: Altersvorsorge und Rentenversicherung sind nicht dasselbe, auch wenn es Banken und Versicherungen gerne so darstellen. Wenn Du jetzt über eine Versicherung nachdenken solltest, dann am ehesten über eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Es ist auch super, wenn Du jetzt schon anfängst, regelmäßig zu sparen. Dafür eignen sich aber Fondssparpläne viel besser - und vor allem: Die lohnen sich mehr, Du kannst auch mit den Sparraten mal Pause machen und das Kapital ist die ganze Zeit Deins (und nicht irgendwo bei einer Versicherung gelagert). Nur bitte nicht in DeKa-Fonds, die Du bei der Sparkasse vermutlich empfohlen bekommen wirst.

Die größte Herausforderung für Dich besteht sicher darin, einen vertrauenswürdigen Berater zu finden. Als SparkassenkundIn kommst Du vermutlich aus einem Umfeld, in dem man sich noch nicht so sehr mit den möglichen Alternativen auseinander gesetzt hat. In Deiner Altersklasse könntest Du außerdem schnell auf die DVAG (Deutsche Vermögensberatung) treffen, die gerne mal den Bekanntenkreis junger Leute verheizen - was auch nicht für Qualitätsberatung steht. Insofern bleibt evtl. Whofinance oder vergleichbare Portale, um einen seriösen Berater zu finden - oder Du suchst Dir aus den hier antwortenden Menschen einen aus. Einer von uns ist sicher auch in Deiner Nähe.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Candlejack
18.11.2014, 10:29
Altersvorsorge und Rentenversicherung

Eine Rentenversicherung ist für Altersvorsorge vorgesehen. das ist idR keine Geldanlage und keine Haftpflicht. Eine Rente sammelt über lange Jahre Beiträge mit Rendite an (evtl mit Förderung) und zahlt diese dann steuerbegünstigt lebenslang aus.

Seit Jahrzehnten funktioniert Altersvorsorge so, erst in Kapitallebensversicherungen und heute gern in modernen und flexiblen Rentenversicherungen. Das sind heute nichts anderes als flexible Fondssparpläne im Steuermantel, da geht ne ganze Menge und steuerlich viel interessanter. Dass Du grundsätzlich dagegen bist, ist ja schon lange bekannt.

Das eine BU erstmal sinnvoller wäre und die Deka-Fonds nicht das Gelbe vom Ei, da gehe ich vollkommen mit.

Und Dein letzter Absatz mit dem Berater ist auch sehr wahr, auch wenn bekannt ist, dass Du ja keinem davon vertraust.

0
was haltet ihr für Sinnvoll ?

Eine Beratung in diese Richtung NICHT bei der Sparkasse zu machen, sondern bei einem unabhängigen Finanz- und Versicherungsmakler.

Gibt es Alternativen die ich in Betracht ziehen sollte ?

Eine Menge Alternativen und da ich anhand deines Beitrags dein Wissen in Finanzfragen als gering einstufe, solltest du erst recht nicht das erstbeste abschließen was dir über den Weg läuft, sondern dich erstmal beraten lassen von jemanden der nicht für ein einziges Unternehmen tätig ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das Wichtigste was du beachten solltest ist, erstmal nichts zu unterschreiben!

Ich war vor einiger Zeit auch dort. Was die mir anbieten konnten war eine private Rentenversicherung über 15 Jahre Ansparzeit und 0,19% garantierte Nettorendite. Das war mir zu wenig.

Lass dir die Angebote mitgeben, dass du zuhause nochmal detailliert nachlesen kannst. Interessant ist auch mal auszurechnen was man später monatlich braucht (Rentenlücke, Inflation usw.) und dann festzustellen wieviel man dafür ansparen muss.

Abgesehen davon, dass man je früher man anfängt desto mehr ansparen kann, sollte man aber auch so lange warten mit einen Abschluss bis der berufliche Werdegang abzusehen ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Candlejack
18.11.2014, 10:30

Wie hast Du denn bitte die Nettorendite ausgerechnet ? Das klingt nach einer klassischen Rente und das ist für junge Leute als Vorsorge ohnehin tödlich.

0

Ein Rentenversicherung wär ein Schritt in Richtung Altersvorsorge. Altersvorsorge ist ein wichtiges Thema. Man sollte auch so früh wie möglich damit anfangen. Denn Vermögen=Zeit x Geld. Erst mit dem richtigen Zeithorizont wirkt der Zinseszinseffekt optimal.

Aber mit 18 gibt es zuerst noch dringender Dinge zu erledigen.

  • Hast du schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Das ist die wichtigste Versicherung für jeden der arbeitet, denn er sichert damit seine Arbeitskraft finanziell ab.
  • Hast du dir ein finanzielles Polster von ca. drei Monatsgehälter erspart? Ganz wichtig für die kurzfristigen Probleme die im Leben auftreten können. Kfz.-Reparatur, neuer PC etc.

Wenn du diese Dinge schon erledigt hast, kannst du dich mit der Altersvorsorge beschäftigen. Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte aber lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Nicht - sollte ich eine Rentenversicherung abschließen. Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
dass es Schwachsinn wäre mit 18 einen so Langfristigen Vertrag abzuschließen

Das höre ich immer wieder und auf Nachfrage wieso fällt Ihnen nichts mehr ein, außer "na weils langfristig ist". Super Argument. Das Leben ist langfristig, Arbeitsverträge sind langfristig, andere Versicherungen laufen auch jahrelang... Die Verträge von heute sind ja nicht mehr starr wir einst, die kann man anpassen. Wer nicht viel sparen will muss früh anfang und langfristig sparen, denn Kapital = Zeit * Geld * Rendite. Wenn Dir das zu langfristig ist, dann darfst Du gern auch erst 10 Jahre vor der Rente sparen ;-) das wäre dann kurzfristig, aber über die notwendige Höhe reden wir nicht.

man in den meisten Fällen im Gesamten gesehen Minus Zahlen schreibt

Das ist nun noch größerer Schwachsinn. Ich habe in 18 Jahren keinen erlebt, der Minus geschrieben hätte. Es ist richtig, dass die Versicherung eine Weile in Rente laufen muss, damit das erreichte Kapital ausgezahlt ist. Eine Rentenversicherung ist nunmal eine Wette auf Langlebigkeit. Stirbst Du früher, hat die Versicherung Glück, stirbst Du später, hast Du Glück. Und selbst das ist heute nicht mehr so, man kann den Rest des Geldes bei Tod auch auszahlen lassen. Nix minus.

Bedenken musst Du nicht haben. Ein guter Anbieter macht Dir ein gutes Konzept, wo richtig was bei rumkommt und wo Du aufgrund der neuen Regeln mehr Vorteile hast als in einem separaten Sparplan. Die Sparkasse gehört nach meiner Erfahrung NICHT zu diesen Anbietern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn ich überlege, wieviele Wendungen mein Leben gnommen hat, seit ich 18 war, kann ich nicht empfehlen in diesem Alter einen jahrzehlte lang laufenden Vertrag einzugehen.

Was ist der Vorteil für die Sparkasse, Dir eine Rentenversicherung zu verkaufen? Die Provision, die sie kassiert.

Aufgrund der zu erwartenden langen Laufzeit wird diese Provision beträchtlich ausfallen, denn Bemessungsgrundlage für die Provision ist die Beitragssumme, also die Summe aller Beiträge, die Du im Laufe der Zeit zahlen wirst, genuer, die Du bei Vertragsbeginn zu zahlen planst.

Beispiel: Du schliesst einen Vertrag bin zum Alter 67 ab und zahlst monatlich 50 EUR Beitrag. Dann ist die Bemessungsgrundlage 12 * 50 * (67 - 18) = 29.400 EUR. Davon bekommt die Sparkasse einen Prozentsatz, sagen wir mal 4%, also 1.176 EUR. Sollte Dir nach einigen Jahren die Idee kommen, dass die Rentenversicherung nicht die beste Idee war und Du kündigst, dann hat die Sparkasse die Provision verdient und Du bekommst fast nichts.

Also: besser keine Rentenversicherung.

Der Fondssparplan klang ja schon an, da bist Du bedeutend flexibler und Provision (Ausgabeaufschlag) wird nur auf die Beiträge geleistet, die Du tatsächlich zahlst und nicht auf irgendwelche fiktiven zukünftigen Beiträge, die mal geplant waren, aber in 90% doch nicht gezahlt werden.

Nur sind die Fonds der Sparkasse auch nicht der Brüller. Am besten hörst Du Dir das alles an, was der Berater sagt, unterschreibst aber nichts und machst Dich im Internet schlau. Dabei kannst Du Dir ruhig Zeit lassen, auf ein paar Monate kommt es in Deinem Alter nicht an. Und wenn Du Fragen hast, kommst Du wieder hierher.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Hasel96
17.11.2014, 14:03

Vielen Dank dann hat sich meine Vorahnung ja bestätigt, ich werde Meine Bertaterin im heutigen Gespräch mal mit diesen Fakten konfrontieren und sie ein wenig in Verlegenheit bringen.

Liebe Grüße !

0
Kommentar von Candlejack
18.11.2014, 10:23

Was hat denn dieser Vertrag mit den Wendungen in Deinem Leben zu tun ? Fakt ist, der Normalbürger braucht zur Rente eine Summe X als Rentenersatz, weil die gesetzliche nicht einmal die Hälfte des vorherigen Verdienstes auszahlt. Also muss in einen Topf zur Vorsorge gespart werden. Welcher das ist und welche Wendungen du durchläufst und trotzdem immer weiter sparst, ist doch unerheblich. Die heutigen Konzepte sind sehr flexibel.

Was ist der Vorteil aller Läden, die Dir was verkaufen ? Sie verdienen damit Geld und Du hast was von Ihrer Leistung. Brötchen, Wurst, heiles Auto oder eben eine ordentliche Rente.

Die Provision richtet sich nach den eingezahlten Beiträgen. Je länger Du einzahlst, desto weniger musst Du einzahlen. Um also Rente 500 zu erreichen, musst du eine gewisse Summe einzahlen. In vielen Fällen bei kürzeren Verträgen sogar mehr. Die Provision fällt bei langfristigen Verträgen also eher kürzer aus und für die ganze Zeit ist der Berater für den Vertrag zuständig und dafür wird er bezahlt.

Die von Dir errechneten Kosten sind 1.176 EUR, davon bekommt einen Teil die Sparkasse für Verwaltung während der ganzen Laufzeit und einen Teil der Berater für seine Beratung und Betreuung während der gesamten Laufzeit. Und wenn man Dein Beispiel nimmt, dann zahlt der Kunde 10 Jahre später für die gleiche Rente das doppelte an Sparleistung, also 12 * 50 * 39 = 46.800 und 4% = 1.872 ! Jetzt verdient die Sparkasse ja noch mehr daran, diese Schweine ;-) !

Wo ist man denn bei einem Fondssparplan deutlich flexibler ? Wenn Du für 50 EUR abschließt, kannst Du Dir bei einem normalen FSP 1 Fonds raussuchen, bei einer Direktbank 2 Fonds, in einer Fondspolice bis zu 20 Fonds. Und dann musst du dran bleiben, ob diese Fonds auch all die Jahre gute Erträge bringen. Bei modernen Fondspolicen werden die automatisch nach Leistung gewechselt. Kostenlos und ohne Steuern. Bei einem FSP fällt nicht nur Abgeltungssteuer bei Änderungen an, sondern auch noch neue Gebühren. Und am Ende kommt dann auf alle Erträge Steuer, während Du bei einer Fondspolice ins Halbeinkünfteverfahren fällst, bedeutend weniger Steuern. Wenn er seinen Fondssparplan wie geplant 40 Jahre bedient, zahlt er 40 Jahre lang Ausgabeaufschlag, genauso wie er 40 Jahre lang Gebühren für die Versicherung zahlt, wobei viele Anbieter die Berechnung der Provision gar nicht die ganzen 40 Jahre vornehmen, sondern bei 30 oder 35 deckeln ! Außerdem sollst Du auch dauerhaft ansparen !

Man hört sich alles an und informiert sich dann zu 250 Anbietern und 6.000 möglichen Fonds im Internet ? Grandiose Idee. Dann lieber einen Fachmann 2 x 3h ranlassen und dann eine Entscheidung fällen. Aber ne, die verdienen da auch wieder dran und sind ja die bösen...

0

Mein erster und wichtigster Rat ist:

Sprich keinesfalls mit Jemandem, der deine Bankgeschäfte, regelt über Versicherungen!

Es geht in solchen Fällen ausschließlich (101%ig) um's VERKAUFEN, aber nicht um's BERATEN!! Das merkst du schon allein daran, dass für junge Leute eine Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich wichtiger ist... nämlich innerhalb der kommenden 50 Jahre... als eine Police die eben erst außerhalb der nächsten 50 Jahre leisten muss!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Informieren "Ja". Abschließen im Moment noch "Nein".

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Hasel96
17.11.2014, 12:34

Hast du auch eine Begründung für ? Bzw. in welchem Alter ist es Ratsam und warum wäre es jetzt noch Sinnfrei ?

0

Was möchtest Du wissen?