Rentenversicherung mit 18 ?

4 Antworten

Ein Rentenversicherung wär ein Schritt in Richtung Altersvorsorge. Altersvorsorge ist ein wichtiges Thema. Man sollte auch so früh wie möglich damit anfangen. Denn Vermögen=Zeit x Geld. Erst mit dem richtigen Zeithorizont wirkt der Zinseszinseffekt optimal.

Aber mit 18 gibt es zuerst noch dringender Dinge zu erledigen.

  • Hast du schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Das ist die wichtigste Versicherung für jeden der arbeitet, denn er sichert damit seine Arbeitskraft finanziell ab.
  • Hast du dir ein finanzielles Polster von ca. drei Monatsgehälter erspart? Ganz wichtig für die kurzfristigen Probleme die im Leben auftreten können. Kfz.-Reparatur, neuer PC etc.

Wenn du diese Dinge schon erledigt hast, kannst du dich mit der Altersvorsorge beschäftigen. Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte aber lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Nicht - sollte ich eine Rentenversicherung abschließen. Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Das ist eine interessante Frage. :-)

Also: Mit 18 schon über Altersvorsorge nachzudenken, halte ich für eine gute Idee. Mit 18 über eine Rentenversicherung nachzudenken, halte ich für eine bescheuerte Idee. Du merkst: Altersvorsorge und Rentenversicherung sind nicht dasselbe, auch wenn es Banken und Versicherungen gerne so darstellen. Wenn Du jetzt über eine Versicherung nachdenken solltest, dann am ehesten über eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Es ist auch super, wenn Du jetzt schon anfängst, regelmäßig zu sparen. Dafür eignen sich aber Fondssparpläne viel besser - und vor allem: Die lohnen sich mehr, Du kannst auch mit den Sparraten mal Pause machen und das Kapital ist die ganze Zeit Deins (und nicht irgendwo bei einer Versicherung gelagert). Nur bitte nicht in DeKa-Fonds, die Du bei der Sparkasse vermutlich empfohlen bekommen wirst.

Die größte Herausforderung für Dich besteht sicher darin, einen vertrauenswürdigen Berater zu finden. Als SparkassenkundIn kommst Du vermutlich aus einem Umfeld, in dem man sich noch nicht so sehr mit den möglichen Alternativen auseinander gesetzt hat. In Deiner Altersklasse könntest Du außerdem schnell auf die DVAG (Deutsche Vermögensberatung) treffen, die gerne mal den Bekanntenkreis junger Leute verheizen - was auch nicht für Qualitätsberatung steht. Insofern bleibt evtl. Whofinance oder vergleichbare Portale, um einen seriösen Berater zu finden - oder Du suchst Dir aus den hier antwortenden Menschen einen aus. Einer von uns ist sicher auch in Deiner Nähe.

Altersvorsorge und Rentenversicherung

Eine Rentenversicherung ist für Altersvorsorge vorgesehen. das ist idR keine Geldanlage und keine Haftpflicht. Eine Rente sammelt über lange Jahre Beiträge mit Rendite an (evtl mit Förderung) und zahlt diese dann steuerbegünstigt lebenslang aus.

Seit Jahrzehnten funktioniert Altersvorsorge so, erst in Kapitallebensversicherungen und heute gern in modernen und flexiblen Rentenversicherungen. Das sind heute nichts anderes als flexible Fondssparpläne im Steuermantel, da geht ne ganze Menge und steuerlich viel interessanter. Dass Du grundsätzlich dagegen bist, ist ja schon lange bekannt.

Das eine BU erstmal sinnvoller wäre und die Deka-Fonds nicht das Gelbe vom Ei, da gehe ich vollkommen mit.

Und Dein letzter Absatz mit dem Berater ist auch sehr wahr, auch wenn bekannt ist, dass Du ja keinem davon vertraust.

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@Candlejack

Danke für den Hinweis. Ich ergänze das ...

Altersvorsorge und Rentenversicherung sind nicht dasselbe,

... um "denn sparen für das Alter kann man auf verschiedenen Wegen, die alle ihre Daseinsberechtigung haben." Ist das soweit ok für Dich?

Eine Rentenversicherung in Form eines Fondssparplans im Versicherungsmantel halte ich gar nicht für verkehrt - aus den von Dir weiter oben beschriebenen Gründen. Das hat in der Tat etliche Vorteile gegenüber einem reinen Fondssparplan. Ich halte eine solche Versicherung allerdings nicht für angebracht bei einer 18jährigen Person. Hier schätze ich die potenzielle Stornierungs- bzw. Kündigungswahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 5 - 10 Jahre einfach zu hoch ein, wobei die entstehenden Verluste bei einer Versicherung höher ausfallen würden, als beim Sparplan. In diesem Sinne ist es eine gute Idee, jetzt schon mit dem Sparen fürs Alter anzufangen, aber dennoch ist meines Erachtens eine Rentenversicherung noch nicht das passende Vehikel. Dafür ist die Kündigungsgefahr bei einer so jungen Person dann doch noch zu groß.

Wie auch schon lange bekannt (und auch an der geringen Gesamtanzahl meiner Beiträge ersichtlich ist): Wenn ich einem Thema oder einer Antwort zustimme, schreibe ich das normalerweise nicht hin. Ich schreibe nur, wenn ich so früh bin, dass meine Meinung noch von keinem anderen geäußert wurde oder wenn ich finde, dass bestimmte Aspekte noch nicht genügend gewürdigt wurden. In diesem Zusammenhang sind es übrigens vor allem Deine und Gandalfs Beiträge, denen ich in aller Regel zustimme. Ich bin gar nicht so sehr aus Prinzip dagegen, wie es scheint. :-)

Manchmal bin ich zugegebenermaßen auch in Krawallstimmung, aber ich habe Euch alle lieb. :-)

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@jsch1964
Eine Rentenversicherung in Form eines Fondssparplans im Versicherungsmantel halte ich gar nicht für verkehrt.

Na das sind ja mal ganz neue Töne, die mich erfreuen. Wenn Du natürlich eine Rentenversicherung als klassisches Konzept meinst, dann bin ich voll bei Dir, denn eine klassische Rente halte ich für Gift für die Altersvorsorge junger Leute. Wenn die ausdrücklich darauf bestehen, bitte. Aber oft wird die klassische Variante verkauft, weil der Berater sich selbst kaum mit Fonds und den Konzepten auskennt, Angst vor der Reaktion des Kunden "Oh Gott, Börse und Fonds" hat und dann lieber den einfachen Weg geht, der aber für den Kunden im Gegensatz zur Fondsrente Geldvernichtung bzw. Vorsorge mit Handbremse heißt.

Die Stornoquote ist da recht hoch, das stimmt, allerdings zeigt auch das die Art der Beratung. Bei mir reden wir darüber und besprechen das vernünftig. Dann wissen die Kunden auch, um was es geht und was sie tun. Und meine Stornoquote aus den letzten 18 Jahren ist sehr übersichtlich.

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was haltet ihr für Sinnvoll ?

Eine Beratung in diese Richtung NICHT bei der Sparkasse zu machen, sondern bei einem unabhängigen Finanz- und Versicherungsmakler.

Gibt es Alternativen die ich in Betracht ziehen sollte ?

Eine Menge Alternativen und da ich anhand deines Beitrags dein Wissen in Finanzfragen als gering einstufe, solltest du erst recht nicht das erstbeste abschließen was dir über den Weg läuft, sondern dich erstmal beraten lassen von jemanden der nicht für ein einziges Unternehmen tätig ist.

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