Rentenversicherung kündigen oder verkaufen?

5 Antworten

Hallo BennoBenno,

zunächst ein kleiner Glückwunsch zu Deiner
Erkenntnis und dem Entschluss. Ich hoffe, das Verhältnis
Einzahlung/Rückkaufswert hält sich bei Dir noch in Grenzen?!?

Grundsätzlich raten wir von eigenständiger Kündigung ab. Warum? Nun, zum einen landet bei den meisten Versicherungen jede Kündigung mittlerweile in der Rechtsabteilung bevor sie in die Abwicklung geschickt wird. Dort wird
nach unserer Erfahrung geprüft, wer Du bist, wie hoch der RKW ist usw.
Zum anderen erhältst Du nach der Kündigungsfrist - bei mtl. Zahlweise 1
("unberührter") Monat - eine Abrechnung, der Du 4 Wochen lang
widersprechen kannst. Da auch lt. Verbraucherschutz mittlerweile nahezu
jede Abrechnung nicht korrekt ist (typ. Beispiel: lt. BGH unzulässig
einbehaltene 'Stornogebühren'), sollte man sich mit aktueller
Rechtsprechung (EUGH, BGH etc.) gut auskennen, bevor eben jene 4 Wochen um sind.

Deshalb bist Du mit dem "Verkaufen" schon auf der richtigen Spur. Allerdings die großen bekannten Aufkäufer wie CashLife, die in Vergangenheit sogar mehr als nur den RKW bezahlten, tun sich da, wie bereits ein Antworter hier vor mir bemerkte, sehr schwer. Sie glauben offensichtlich und auch verständlicherweise selbst nicht mehr sorecht an die Zukunft dieser Produkte. Mittlerweile gibt es daher für die Kündigung bzw. Rückabwicklung jedoch Dienstleister mit entsprechender Rechtsabteilung, die den Ankauf nur deshalb machen, um selbst als 'Eigentümer' (juristisch) über alle Rechte und Pflichten aus dem Vertrag gegenüber der Versicherung zu handeln. Vorteil dabei ist,
dass diese trotz Kündigungsfristen das Geld an ihre Auftraggeber (Verkäufer) bereits nach knapp 3 Wochen auszahlen (fakturieren). Ja, es fallen geringe Gebühren an, die vom Auszahlbetrag abgezogen werden, allerdings werden diese mehr als wieder gut gemacht durch Nachforderungen gem. aktuarischer Neuberchnung, aktuellen Urteilen usw. (ca. 20%+). Zudem zahlen diese Firmen auch einen Teil einer evtl. anfallenden Abgeltungssteuer - nicht etwa, weil sie so nett wären, sondern weil sie diese eh vom Finanzamt zurückholen. Nicht, dass ich einem Steuerberater nichts gönne - wir arbeiten berufsbedingt täglich mit denen zusammen - aber das Geld kann man sich sparen. Außerdem landet der aufgelöste Vertrag dann noch in der EDV, wo zum einen auf komplette Rückabwicklung (Verträge aus 1994-2007), sowie auf evtl. Urteile für noch weitere Rückerstattungen geprüft wird. Bei ca. 30.000 abgewickelten Verträgen darf man hier wohl eine gewisse Erfahrung unterstellen.

Da wir in diesem FrageForum als Firma mit Schwerpunkt bAV.ohne Bank.ohne Versicherung auftreten und nicht als Pseudonym, sollte es kein Geheimnis sein, dass auch wir von dem ein oder anderen Firmeninhaber nicht nur zur Auflösung/Umschichtung bestehender Betriebsverträge, sondern auch privat eben Deine Frage gestellt bekommen. Allerdings stellt sich bei Dir die
Frage, ob Du einfach nur auflösen und das Geld "verkonsumieren" oder den
ursprünglichen Sinn der Vorsorge beibehalten willst und nach sinnvollen
Alternativen suchst, insbesondere um entgangene Gewinne auszugleichen?!? Während die meisten in solchen Verträgen verharren, weil sie leider nur an klassische 'Zinsen' denken, die es tatsächlich nirgends mehr gibt, sprechen wir eher von Wertzuwächsen, Renditen, Beteiligungsgewinnen, Erträgen usw., verteilt auf möglichst viele "Nester" . . . Geld für später. ohne Bank. ohne Versicherung. Punkt.

Bei Fragen - einfach kontaktieren. Ansonsten viel Erfolg!

Liebe Grüße von Betriebssparen.de


Hallo liebes Betriebssparen.de - Team,

vielen Dank für die umfassende Antwort.

Auf Ihr Angebot, Sie zu kontaktieren, wenn ich noch Fragen habe, komme ich in Zukunft gerne zurück.

Gruß Benno

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Ein sehr bekanntes Unternehmen ist hier cash.life. Bis 2008 haben diese in hohem Umfang Verträge gekauft. Zwischenzeitlich ist das Ankaufsvolumen extrem gesunken. Somit dürften die Anforderungen an den zu verkaufenden Vertrag sehr hoch sein (Volumen, Versicherer, Restlaufzeit, etc.). 

Hallo,

du hast schon recherchiert, lies dennoch hier über das Für und Wider deiner o.g. Alternativen:

http://www.finanzberater.net/fondsgebundene-rentenversicherung-verkaufen-20132182

nebenbei, auch der Rat deines Steuerberaters könnte die richtige Strategie aufzeigen. 

Hallo Gaenseliesel,

danke für die Lektüre.

Ja um einen Steuerberater werde ich wohl nicht herum kommen.

Leider hat mein alter Berater aufgehört. Habe ihm schon eine Mail geschickt ob er mir aus dem Ruhestand heraus einen Tipp gibt oder mir einen fähigen Kollegen empfehlen kann.

gruß Benno

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Im Gegensatz zu "normalen" Lebens- und Rentenversicherungen sind fodsgebundene logischerweise schwerer einzuwerten. Der Preis der Fonds schwankt und mit ihm der Rückkaufswert.

Ob also kündigen oder verkaufen bei deiner (fondsgebundenen) Rentenversicherung besser ist, kann sich bei den Miniunteschieden schnell als unwichtig herausstellen.

Dazu hat man beim Verkauf einer (normalen) Lebensversicherung auch oft den Vorteil, dass der Todesfallschutz erhalten bleibt.

Dein Thema ist aber, wie du unten schreibst, vielleicht weniger die Frage, ob Verkaufen oder Kündigen und vielleicht mehr, dass du (wie viele) ohne Betreuer aufgeschmissen bist. Vielleicht kann der Vertrag, z. B. weil die Auszahlung steuerfrei ist, wesentlich sinnvoller mit anderen Fonds bestückt, fortgeführt oder beitragsfrei gesellt werden.

Der Versicherungsmakler, den du findest, schaut sich dich, den Vertrag und die Fonds an. Daraus entsteht dann eie Empfehlung, mit der du wesentlich mehr anfangen kannst, als mit einer hier, bei der vielleicht wesentliches übersehen wird.

Hallo Rat2010,

danke für die ausführliche Antwort.

Ja nach den Antworten hier und meine Online-Recherche sieht es tatsächlich so aus als ob ein Steuerberater da unabdingbar ist.


gruß Benno

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@BennoBenno

Du denkst, es ist ein Steuerberater-Thema? Darf der dir deine Fragen jenseits der Steuer überhaupt beantworten? Kann er es und warum sollte er es können?

Bitte erkläre es mir, warum es ein Steuerberaterthema sein soll. Ich halte es für dien Versicherungsmaklerthema. Ein Versicherungsberater kann dir auch helfen, wenn du schon Honorar zahlen willst.

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@Rat2010

Hallor Rat2010,

ich meinte natürlich Versicherungsberater.

Mein Fehler.

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Habe auch schon gehört, daß man die Versicherung verkaufen kann, aber wer kauft sowas und wie prüfst Du ob der Rückkaufswert fair ist? 

Hallo althaus,

also ich hab in der letzten Stunde nochmal ein bisschen recherchiert und bin auf folgende Seite gestoßen 

http://www.rentenversicherungkuendigen.com/fondsgebundene-rentenversicherung-verkaufen/#Der-richtige-Verkauf-der-fondsgebundenen-Rentenversicherung

Da steht schon einiges zum Thema, aber wer genau die Versicherungen kauft und wie der Wert bestimmt wird, erschließt sich mir auch noch nicht ganz.

Ich hoffe ich finde noch etwas oder ein anderer User hat mehr Ahnung.

gruß Benno

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