Rentenlücke erkennen?

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4 Antworten

Ganz einfach: Was für Ausgaben habe ich, welche stehn mir bevor. Welche Einnahmen habe ich, mit welchen kann ich rechnen! Was Du zu Rentenbeginn zu erwarten hast das erfährst Du von der Rentenversicherung (sollte Dir eine Betriebsrente zustehen auch von Deiner Firma)

Erst mal musst Du Dir einen Überblick über Deinen Status quo machen.
Basis ist der jährliche Rentenbescheid, der Dir Auskunft über Deine augenblickliche Rente und eine Schätzung gibt, wie sich diese bis zu Deinem Renteneintritt entwickeln kann (wenn alles so weiterläuft wie in den letzten 5 Jahren).
Ebenso gibt es eine jährliche Rentenprognose für Deine evtl. schon vorhandenen Zusatzrenten (Riester, Rürup, Betriebsrente, Privatrente).
Die Summe aus allen Vorhersagen ist das zu erwartende Einkommen.

Bei der Besteuerung dieses Einkommens musst Du darauf achten, welche Rentenart wie besteuert wird (Privatrente wird z.B. anders behandelt als Riester). Je nach Renteneintrittsjahr und -alter zählen diese Renten unterschiedlich zu Deinem zu versteuernden Einkommen. Auf die gesetzliche Rente und die Betriebsrente fallen zusätzlich noch Beiträge zur Sozialversicherungen (KV, PV) an.

Nun wird es knifflig, weil Du die Inflation berücksichtigen musst. Je weiter in der Zukunft der Rentenbeginn liegt, umso ungewisser wird diese Prognose. Ich habe bei meiner eigenen Analyse vier Fälle gerechnet: 2%, 3%, 4%, 5% Inflationsrate bis zum Renteneintritt unterstellt und die zu erwartenden Renten damit auf ein Vergleichseinkommen von heute umgerechnet.

Da ich davon ausgehe, dass sich an der ungefähren Höhe der Steuern und Abgaben nichts ändert - die Sätze waren auch in den letzten 40 Jahren einigermaßen konstant - kann man mit diesen auf heute umgerechneten Werte in einen Brutto-Netto-Rechner gehen und sich die Netto-Rente berechnen.

Damit bekommst Du einen Anhaltspunkt, wie hoch Deine Netto-Rente bei Renteneintritt sein wird. Das wird spätestens bei der 4%- und 5%-Inflationsrechnung sehr ernüchternd sein! Da heißt es dann, mit einer inflationssicheren Geldanlage gegenhalten (z.B. Aktienfonds, vermietete Immobilie).

Im zweiten Schritt rechnest Du nochmal 15 und 25 Jahre weiter, weil die Rente soll ja auch bis zum Tod ausreichen. Das wird gerne vergessen! Und dann kann es auch bei 2% Inflation nochmal eng werden...

Beispiel:
Angenommen, Dein Rentenbescheid lautet auf 1200 € Rente/Monat in 20 Jahren, wenn Du so weiterverdienst, wie in den letzten 5 Jahren. Dann wären das bei 1%er Rentensteigerung ca. 1464 € Rente/Monat in 2034. Hinzu kommt noch eine Riesterrente, die 450 € betragen wird.

Wenn sonst keine weiteren Einkommen bestehen, wären das 1914 €. Bei 3% Inflation wären das nach heutigem Wert 1914 € / 1,03^20 = 1060 €/M. In 20 Jahren (2034) sind 94% davon zu versteuern = 996 €. KV & PV ca. 101 €, Steuern ca. 5 € (94% der Rente). [Sparerpauschbeträge habe ich vernachlässigt, es geht ja um eine Schätzung].

Das ergäbe eine Nettorente von 1060-101-5 = ca. 954 €. --> GANZ GROBE SCHÄTZUNG im Wert von heute!

15 Jahre später läge die gesetzliche Rente bei 1700 €, wäre aber nur noch 604 € wert, die Riesterrente läge immer noch bei 450 €, wäre aber nur noch 160 € wert. Die Nettorente läge dann bei 764 € im Wert von heute, wofür keine Steuern mehr anfallen, wohl aber noch Sozialversicherungsabgaben! Ohne weitere Rücklagen hat man da spätestens ein Problem!

Hallo,

bei der Deutschen Rentenversicherung kannst Du eine Rentenauskunft beantragen. Hierin wirst Du dann genau ersehen können, welche Rente Dir zuerkannt wird, als auch eine Hochrechnung auf Dein Renteneintrittsalter.

Dieses vergleichst Du mit den Kosten, die Du dann wahrscheinlich haben wirst.

Gruß alphabt

Durch eine Analyse deiner Altersvorsorge. Das machen gute Berater oder Versicherungsmakler.

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