Rente 111 Euro und Grundsicherung. Wieviel ich muss dazu verdienen steuerfrei?

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2 Antworten

Die Steuer wird nicht Dein Problem sein.

Was Du dazu verdienst wird Dir bei der Grundsicherung gekürzt. 

Daher solltest Du, wenn es denn möglich ist, soviel verdienen, wie es geht. Denn alles was über die Grundsicherung hinausgeht, hast Du wirklich mehr.

Um es plastisch zu machen. wenn Du 500,- Euro verdinest, wird die Grundsicherung um 500,- Euro gekürzt.

Wenn es Dir möglich sein sollte 1.000,- Euro zu verdienen, zahlst Du noch immer keine Steuer und die Grundsicherung ist weg, aber Du wirst mehr Geld haben, als jetzt.

Brigi123 27.07.2017, 14:22

Nein, 30% darf man behalten bis max. zum halben Regelsatz. §82 SGB XII

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wfwbinder 27.07.2017, 14:33
@Brigi123

Vielen Dank für die Aufklärung, man lernt eben täglich dazu.

Also bis zu 204,50 Euro, gerundet 205,- darf man behalten. 

Trotzdem wird für den Frager die Steuer kein Problem sein.

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Brigi123 27.07.2017, 23:12
@wfwbinder

Ja, und Du gibst soviele tolle Antworten, da macht ein kleiner Fehler doch nichts.

 Und vor allem in einem Forum kann alles korrigiert werden.

Deine Ansätze zur Steuer sind natürlich trotzdem interessant. Nur, dass ein berenteter Mensch evtl. auch nicht voll erwerbsfähig ist und zweitens es auch Zuverdienstgrenzen gibt. 

Jedenfalls Danke an Dich!

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Dir geht es ja in erster Linie um die Abzüge, die Du zu erwarten hast, wenn Du etwas dazuverdienst. Dass das Grundsicherungsamt Dir von Deinem Verdienst etwas anrechnet, daran hattest Du wohl nicht gedacht.

Versteuert werden Einkommen pro Person ab 8.820 Euro, also Rente plus anderes Einkommen.

Für Dich ist aber wichtig zu wissen (so wie hier auch schon geschrieben):

Ab dem ersten Euro Einkommen (Verdienst, Erbschaft, Lottogewinn ...) darfst Du 30% behalten, 70% werden angerechnet. Gedeckelt wird der Freibetrag bei 50% des Regelsatzes. Der Regelsatz beträgt für Singles zur Zeit 409 Euro, davon ist die Hälfte 204,50 Euro. Verdienst Du also so viel, dass die 30% Freibetrag mehr als 204,50 ausmachen, wird alles darüber angerechnet.

Es sei denn, Du hat so viel Einkommen, dass Du ohne Grundsicherung leben kannst.

.

Vorsorglich diese Hinweise von mir, die ich Arbeitslosen und Grundsicherungsbeziehern reingebe - Du wirst leicht erkennen, was
auf Deine Situation zutrifft:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf
einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift
bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht
das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum
und Unterschrift“
).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben
aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es
mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum
dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und
Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht
behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und
wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original
unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht)
abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht
gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. -
Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß
allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterlagen-mit-system.php

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-betroffene.php

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Hartz IV Mitläufer
     Hartz IV Gegenwind e.V.
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die
gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht
darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu
lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

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