Rente = Beitragszeit, Rentenberatung spricht von geschenkten Zeiten bei Erwerbsminderungsrente?

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3 Antworten

Bei Bewilligung der vollen Erwerbsminderungsrente wird Deine Beitragszeit bis zur Regelaltersrente hoch gerechnet.

Diese Zeit, in der Du ja nicht gearbeitet hast, bekommst Du quasi geschenkt, da Du gesundheitlich dann nicht mehr in der Lage wärest, bis zur Regelaltersrente zu arbeiten.

Bei der Teil-Erwerbsminderungsrente ist das nicht der Fall, denn Du darfst bei diesem Rentenbezug noch soviel hinzuverdienen, bis Du Dein zuletzt bezogenes Gehalt erreichst.

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Kommentar von Anna61
31.08.2013, 16:20

das mit dem zuletzt bezogenen Gehalt stimmt nicht, das ist ein Märchen das einem immer wieder erzählt wird. ;-)

Die Hinzuverdienstgrenze ist sehr individuell und wird von der DRV für jeden prsönlich berechnet. Ich habe z.B. mit meiner Teilerwerbsminderungsrente um einiges mehr als vorher.

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Hallo Aspera,

Sie schreiben:

Rente = Beitragszeit, Rentenberatung spricht von geschenkten Zeiten bei Erwerbsminderungsrente?<

Antwort:

Eine sehr plausible Erklärung zu Ihrer Frage finden Sie unter folgendem Link:

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/rechts-frage-an-stefan-braatz-deutsche-rentenversicherung-bund/6160766.html

Die Rente beruht auf Beitragszeiten, wieso spricht die Rentenberatung von geschenkten Zeiten bei einer Erwerbsminderungsrente?<

Antwort:

Nicht nur auf Beitragszeiten:

Siehe z.B. unter folgenden Links:

google>>zukunftsministerium.bayern.de/fibel/sf_z030.php

Auszug:

Zurechnungszeit

Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung, die vor dem 60. Lebensjahr teilweise oder voll erwerbsgemindert (Erwerbsminderungsrente) werden, wird bei der Rentenberechnung eine Zurechnungszeit angerechnet.

Gleiches gilt grundsätzlich bei Tod des Versicherten vor dem 60. Lebensjahr hinsichtlich der Berechnung der Hinterbliebenenrente (Hinterbliebene, Hilfen für).

Die Zurechnungszeit verhindert Nachteile, die sich insbesondere dann bei der Rentenberechnung ergeben, wenn Versicherte bereits in jungen Jahren vermindert erwerbsfähig geworden oder verstorben sind und deshalb nur vergleichsweise kurze Zeit Beiträge zur Rentenversicherung zahlen konnten.

Würde in solchen Fällen die Erwerbsminderungsrente bzw. Hinterbliebenenrente allein aus den bis zum Leistungsfall zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten berechnet, so ergäben sich nur sehr niedrige Rentenleistungen.

Als Zurechnungszeit wird die Zeit vom Leistungsfall, d.h. vom Tod bzw. vom Eintritt der Erwerbsminderung, bis zum vollendeten 60. Lebensjahr angerechnet.

Die Bewertung der Zurechnungszeit erfolgt im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung und hängt damit vom Umfang und der Bewertung der übrigen rentenrechtlichen Zeiten ab.

§ 59 Sozialgesetzbuch VI

Link:

google>>zukunftsministerium.bayern.de/fibel/sf_g015.php

Auszug:

Gesamtleistungsbewertung

Beitragsfreie Zeiten, d. h. Anrechnungszeiten (insbesondere Zeiten der Krankheit oder Rehabilitation, Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit oder Fachschulausbildung), Ersatzzeiten und Zurechnungszeiten werden in der gesetzlichen Rentenversicherung nach der Gesamtleistungsbewertung angerechnet und bewertet.

Die Bewertung erfolgt entsprechend dem Gesamtwert der ab dem 17. Lebensjahr geleisteten Beiträge.

Der so berechnete Beitragswert wird durch die gesamte Versicherungsdauer unter Abzug von Anrechnungszeiten, Ersatzzeiten, Zurechnungszeiten und Zeiten des Bezugs einer Erwerbsminderungs- oder Altersrente, soweit diese Zeiten nicht gleichzeitig auch mit Beiträgen oder mit Berücksichtigungszeiten belegt sind, geteilt.

Liegen Lücken im Versicherungsverlauf vor, verringert sich der Gesamtleistungswert entsprechend.

§§ 71-74 Sozialgesetzbuch VI

Link:

google>>zukunftsministerium.bayern.de/fibel/sf_r035.php

Auszug:

Rentenrechtliche Zeiten

Der Begriff "rentenrechtliche Zeit" bezeichnet für den gesamten Bereich der Rentenversicherung Zeiten, die bei den Anspruchsprüfungen und Leistungsfestsetzungen bedeutsam sind bzw. sein können.

Zu den rentenrechtlichen Zeiten gehören Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten und Berücksichtigungszeiten.

Beitragszeiten sind Zeiten, für die Pflichtbeiträge oder freiwillige Beiträge gezahlt wurden oder für die Pflichtbeiträge als gezahlt gelten und Zeiten, die sowohl mit Beitragszeiten als auch mit beitragsfreien Zeiten belegt sind.

Beitragsfreie Zeiten sind Anrechnungszeiten, Zurechnungszeiten und Ersatzzeiten.

§§ 54-59, 250-253a Sozialgesetzbuch VI

Unter folgendem Link finden Sie die aktuelle Broschüre der Deutschen Rentenversicherung "Das Netz für alle Fälle", wo die Zusammenhänge nachvollziehbar sind!

Bitte beachten Sie:

Ein Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente sollte sorgfältig vorbereitet und die Hausaufgaben vorher gründlich gemacht werden.

Es gilt der Grundsatz:

"REHA geht vor Rente!"

Bei Inanspruchnahme einer vollen Erwerbsminderungsrente vor dem 63-igsten Lebensjahr erfolgt eine lebenslange Rentenkürzung von bis zu maximal 10,8 %!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Link:

google>>deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/56111/erwerbsminderungsrentedasnetzfueralle_faelle.pdf

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Es ist so Aspera, bei einer Erwerbsminderungsrente, wenn der Versicherte unter 60 J. ist, wird eine Zurechnungszeit bis zum 60. Geburtstag eingerechnet, die mit dem Durchschnittswert seiner geleisteten Rentenbeiträge bewertet wird, die Rente wird dadurch höher, als sie eigentlich aufgrund der gezahlten Beitragszeiten wäre, es sind also tatsächlich "geschenkte Zeiten" und das ist gut für Versicherte die vor dem 60. erwerbsgemindert werden, die Rente wäre sonst viel zu niedrig, da er nur wenig einbezahlt hat (z. B. Erwerbsunfähigkeit mit 30 J, , da hätte er nur 15 J, wenn überhaupt soviel , Rentenbeiträge gezahlt.).

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