Rendite LV

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4 Antworten

Deine Fragestellung geht von zwei Prämissen aus die nicht immer zutreffend sind.

  1. Der Garantiezins heißt eigentlich Höchstrechnungszins. Die realen Überschüsse in klassischen Anlagen liegen bei den meisten Versicherern z.Zt. ca. bei 3,5 - 4%, also weit über den Höchstrechnungszinsen der letzten Jahre. Die tatsächlichen Überschüsse und Schlussüberschussanteile müssen bei einer Renditeberechnung einbezogen werden, nicht der Höchstrechnungszins.
  2. Ist die Anlage fondsgebunden so fällt das Thema komplett weg. Entscheidend ist hier auf der Haben-Seite nur die Fonds-Performance und ob Garantien (die Geld kosten) eingebaut sind oder nicht.

Daher würde ich deine Frage dementsprechend umformulieren und dazu ergänzen:

  • Was wurde mit dem Abschluss des Vertrages primär bezweckt?

Bei einer Kapitalbildenden Lebensversicherung ist der Risikokostenanteil immer höher und damit die Rendite geringer als bei einer Rentenversicherung mit gleichen Bruttobeitrag und Laufzeit.

Ebenso hat nicht jeder Versicherer die exakt gleichen Sterbetafeln und exakt gleiches Portfolio an Risikokunden und Verwaltungskosten. Diese beiden Töpfe sind nicht durch die Bank weg konstant am Markt und Überschüsse entstehen auch durch nicht benötigte Risiko- und Verwaltungskosten.

Auch denke ich, dass die Frage nicht abschließend beantwortet werden kann, da bei Verfügung auch steuerliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen können. Ebenso muss man, wenn man über das Thema Realrendite spricht auch über Inflation reden.

Bezieht man dies alles ein hat die Gleichung mittlerweile soviele dutzend Variablen, dass es schwer ist ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen.

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dj600stoxx 10.05.2014, 18:35

Ja, Kevin1905, das ist genau das Problem "Bezieht man dies alles ein hat die Gleichung mittlerweile soviele dutzend Variablen, dass es schwer ist ein aussagekräftiges Ergebnis zu bekommen". Ich steh' hier vor einem schwarzen Loch. Danke für Dein Feedback

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vergiss den Garantiezins. Das ist ein Anhaltspunkt - mehr nicht. Der Garantiezins ist ein Gummizins, denn er bezieht sich lediglich auf den Ertragsteil der geleisteten Prämien. Der wird aber nicht explizit ausgewiesen. Was nutzt es also zu wissen, dass ich x% Zinsen auf eine unbekannte Größe y erhalte. Genau - überhaupt nichts! Die einzig verlässliche und nachrechenbare Kennzahl ist die Beitragsrendite. Zu jedem Stichtag einer Wertmitteilung, die du ja mindestens einmal jährlich von deiner Versicherung erhälst, kennst du die Höhe deiner bisher geleisteten Zahlungen sowie den genauen Rückkaufswert inkl. Überschuss und Bewertungsreservenanteil. Daraus lässt sich nicht nur die Rendite mathematisch exakt berechnen, sondern es ergibt sich über die Jahre der Verlauf einer Renditekurve, die in der Regel exponentiell verläuft und mit statistischen Methoden für die Folgejahre sogar hochgerechnet werden kann. Zu Fuß bzw. mit Taschenrechner oder Excel ist das ein hoffnungsloses Unterfangen. Seit ein paar Jahren verwende ich persönlich die Software KLV-Check dazu, die das für wenig Geld perfekt erledigt. Der direkte Vergleich der Beitragsrendite mit anderen Anlageformen ist natürlich, wie Niklaus zu recht bemerkt, nicht ganz möglich. Hier müsste man die Kosten für den Risikoanteil herausrechnen. Auf der anderen Seite muss die Ablaufleistung von Altverträgen vor 2005 unter bestimmten Bedingungen überhaupt nicht versteuert werden. Auch zum Vergleich von Kapitallebensversicherungen untereinander gilt es mehr zu berücksichtigen als die reine Rendite-Kennziffer, z.B. Geschlecht, Eintrittsalter, Raucher/Nichtraucher und Garantiezins.

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Daß die Garantieverzinsung von 1,75% unattraktiv ist, das brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Es kommt noch dazu, daß 1,75% nicht das Mindeste ist das Du bekommst. Es kommen noch Abschlußgebühr und Verwaltungsgebühr davon ab, daher ist die Garantieverzisnung eine Augenwischerei. Die Verzinsung liegt derzeit auf das** eingezahlte Kapital, das dem Vertrag gutgeschrieben wird** bei ca. 3,6%. Die Rendite liegt aber darunter, da das gutgeschriebene Kapital geringer ist als das eingezahlte Kapital. Wenn ich letzdendlich eine Rendite über 3% erwirtschafte, bin ich zufrieden. Mit weniger sollte man sich nicht zufrieden geben, denn dafür gibt es attraktivere Kapitalanlagen, jedoch mit höherem Risiko.

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dj600stoxx 10.05.2014, 15:22

Hallo althaus, danke für die Info und sorry wenn ich nochmal nachfrage. Angenommen man hat einen Vertrag mit dieser "Pseudo-Garantieverzinsung" von 2.75% (nach 2003 und vor 2006 abgeschlossen) und die reale Verzinsung (Auszahlungsbetrag vs. Einzahlungsbetrag) beträgt 2.1%: Ist das nun sehr gut | gut | vernünftig | durchschnittlich | eher schlecht | ganz schlecht | geradezu unerträglich schlecht?

VG dj600stoxx

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althaus 10.05.2014, 15:31
@dj600stoxx

Unter reale Verzinsung versteh ich was anderes: Nominale Verzinsung minus Infaltion = reale Verzisnung. Wenn sie positiv ist dann ist das schon gut. Eine reale Verzisnung über 1,5% ist schon sehr gut. D.h. Inflation plus 1,5%.

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Niklaus 10.05.2014, 15:56
@dj600stoxx

Sorry aber das ist natürlich eine falsche Rechnung. denn du vergisst, dass der Todesfallschutz Geld kostet.

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dj600stoxx 10.05.2014, 18:35
@althaus

Guter Punkt, hatte ich noch gar nicht in Betracht gezogen, danke für den Hinweis

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Ich kenne keine Lebensversicherung die bei Laufzeitende weniger Rendite als die des Höchstrechnungszinses erreicht hat. Der map-Report beweist das mit allen Laufzeiten.

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dj600stoxx 10.05.2014, 18:33

Danke Niklaus, dann hoffe ich 'mal noch...

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