Reisekostenpauschale durch Arbeitgeber! Wie ist das zu verstehen???

1 Antwort

Das ist so leider korrekt, denn die Frist von drei Monaten ist der Zeitraum, zu dem entsprechende Pauschalen und Mehrkosten steuerfrei vom Arbeitgeber erstattet werden können. Danach handelt es sich (zumindest teilweise) um zu versteuernde Leistungen, d.h. das wird auf den Bruttolohn aufgeschlagen.

Die eigentlich sinnvolle Regelung für solche Fälle ist wie folgt:

  • Die Rechnung für Hotel/Pension geht direkt an den Arbeitgeber und wird dort für die Gesamtdauer des Aufenthalts bezahlt. Das geht nicht durch Deine Hände.

  • Ebenso wäre ein Mietwagen vor Ort auf diese Weise zu buchen. Wenn er rein dienstlich und nicht privat eingesetzt wird, gibt es da keine Probleme mit geldwerten Vorteilen.

  • Für die ersten drei Monate bekommst Du Verpflegungsmehrkosten per Pauschale steuerfrei ausgezahlt. Ebenso werden Fahrten/Flüge nach Hause am Wochenende erstattet. Die Erstattungen dürfen nicht höher als die steuerfrei zu erstattenden Beträge liegen, ansonsten wäre ein Teil zu versteuern.

  • Für den vierten und die folgenden Monate bekommst Du einen "Bonus" auf das Gehalt, der natürlich zu versteuern ist, aber netto einen Kompensationsbetrag für Deine Mehrkosten darstellen sollte.

Geht man also von Mehrkosten (ex Hotel und Mietwagen) von vielleicht 15 EUR pro Tag aus, dann wären das ca. 450 EUR im Monat. Ich nehme an, daß man so auf die 500 EUR kam.

Was sich mir nicht erschließt: warum zahlst Du das Hotel nun plötzlich selbst? Warum übernimmt der Arbeitgeber nicht mehr die Kosten? Die Drei-Monats-Frist gilt nur bei Verpflegungsmehrkosten, nicht für die steuerfreie Erstattbarkeit von Übernachtungskosten oder Reisenebenkosten. Mußt Du diese vielleicht nun selbst zahlen und per Reisekostenabrechnung zur Erstattung beim Arbeitgeber einreichen? Hier paßt etwas nicht zusammen. Gibt es in diesem Unternehmen eine Reisekostenordnung oder Betriebsvereinbarung zum Thema?

PS: Nach drei Monaten kannst Du eine doppelte Haushaltsführung geltend machen. Damit gibt es wenigstens ein paar Abzugsbeträge. Übernachtungskosten sollten definitiv vom Auftraggeber/Arbeitgeber vollumfänglich übernommen werden.

Erst einmal vielen Dank für dein Antwort!!!

Also ich habe mit einem befristeten 1 Jahres Vertrag angefangen und habe 1500€ Brutto verdient. Wurde dann sehr schnell nach Bayern geschickt und der Vertrag lief noch drei Monate mit den genannten Bedingungen (Hotelkostenübernahme, Verpflegungsgeld und Reisekosten von 500€ durch den Arbeitgeber) weiter. Unter den Voraussetzungen wollte ich das Projekt aber nicht mehr fortführen und habe deswegen neu verhandelt. Der Vertrag wurde wie erwähnt entfristet und das Gehalt auf 2500€ Brutto aufgestockt. Solange wie ich nicht in Hamburg eingesetzt werde bekomme ich 3000€ Brutto. Da ich aber nicht 100%ig weiß wie lange das Projekt läuft, kündige ich natürlich nicht meine Wohnung in Hamburg. Die 500€ wurden als Reise- und Wohnungskosten in den Vertragsgesprächen angesetzt. Allerdings kostet mich alleine die Wohnung in Bayern 350€ monatlich + Fahrtkosten. D.h. die 500€ die auf mein Bruttogehalt aufgeschlagen werden decken nicht einmal die Mietkosten in Bayern. Der Vertrag ist alles andere als lukrativ und in anderen Branchen würde ich deutlich mehr verdienen, aber es ist halt der Bereich der mich interessiert. Aber handelt der Arbeitgeber so korrekt?

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@frei1234

Der Arbeitgeber kann im Rahmen der gesetzlichen und vor allem steuerlichen Vorgaben alles Mögliche mit Dir vereinbaren. Das ist Vertragsfreiheit.

Insbesondere ist natürlich auch eine Regelung, die nach gewissen Regeln einen "Auswärtszuschlag" von 500 EUR für das Gehalt vorsieht, machbar und ja sogar im Sinne des Arbeitnehmers.

Deine Wohnung in Hamburg wirst Du ja ohnehin halten. Daher ist nur die Frage nach der Kostenübernahme von Auswärtseinsätzen zu stellen. Du solltest Dich meiner Meinung nach nicht darauf einlassen, das Mietkostenrisiko bei Dir zu belassen. Ein Vertrag sollte die Vergütung von Reisekosten beinhalten, d.h. Unterkunft, Tagessätze und Fahrtkosten, sowie andere Reisenebenkosten. Verhandlungsbasis wäre daher aus meiner Sicht wie folgt:

  • Basisgehalt EUR 2.500
  • Erstattung von Verpflegungsmehrkosten (für die ersten drei Monate eines Einsatzes, danach Auswärtszuschlag von EUR 300 auf das Gehalt (zu versteuern)
  • steuerfreie Erstattung von Reisekosten zusätzlich zum Gehalt (Hotel, Fahrtkosten, Flugkosten, Telefonkosten, Parkgebühren, etc.
  • Übernahme der Kosten einer Heimfahrt über das Wochenende (Freitag Abend bis Montag Morgen) pro vier Wochen Auswärtstätigkeit

Manche Dinge sind zwar korrekt im Sinne gesetzlicher Randbedingungen und betrieblicher Vereinbarungen, aber dennoch nicht fair oder sinnvoll für Arbeitnehmer :-)

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@gandalf94305

Dann würde es doch dem Arbeitgeber günstiger kommen wenn er mir z.b. die Wohnung zahlt, weil er dann doch nur für die 2500€/Monat Brutto Arbeitgeber Lohnkosten, anstatt der 3000€/Monat bezahlt. Also spart er ca. 100€, oder? Und ich habe es Brutto für Netto. Oder was ist an der Rechnung falsch?

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@frei1234

Genau das war mein Punkt. Effektiv ist es jedoch so, daß der Dir angebotene Vertrag das Mietrisiko auf Dich abwälzt, d.h. welcher Betrag dafür anfällt, ist Dein Problem. Das ist nachteilig für Dich.

Ziel der Gespräche sollte daher sein, daß die planbaren Kosten vom Arbeitgeber direkt übernommen werden, während die laufenden Kleinkosten irgendwie über Reisekostenabrechnungen oder eine Pauschale als "Auswärtsbonus" abgedeckt werden. Dieser Bonus kann dann ja auch etwas kleiner ausfallen.

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Ich hatte das gleiche Thema vor einigen Jahren, wo ich von HH aus für knapp über ein Jahr ein Projekt in Köln hatte.

Ich erinnere mich noch, dass die Tages- und Verpflegungspausschale nach 3 Monaten versteuert werden musste. Darüber konnte ich auch nicht mit dem AG diskutieren.

Allerdings, wie von Dir auch angemerkt, hatte der AG in Köln ein Appartment angemietet und ebenfalls, für das WE in Hamburg, jeweils einen Mietwagen gebucht. Hiermit hatte ich also nichts zu tun.

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Einmaliges Einkommen+Rente

Guten Tag!

Ich hab da mal eine Frage: Ich bin nach Altersteilzeit seit Januar 2009 Rentner. Die Hinzuverdienstgrenze liegt also bei 400€ monatlich. Nun habe ich nach langen Verhandlungen (2008 begonnen jetzt mit einem Vergleich abgeschlossen) mit meiner ehemaligen Firma erreicht, dass mir eine Erfindervergütung die mir aus meiner beruflichen Tätigkeit bis Ende 2008 zusteht auch ausgezahlt werden soll. Mit dieser Einmalzahlung würde die Hinzuverdienstgrenze von 400€ monatlich deutlich überschritten. Nach meinen Recherchen wäre aber die Auszahlung für die jetzige Rente nicht relevant d.h. ist kein anrechenbarer Hinzuverdienst da der Anspruch aus der Zeit meiner Berufstätigkeit stammt! Wurde ich da richtig informiert? Da die Vergütung im Jahr 2008, also während meiner beruflichen Tätigkeit hätte gezahlt werden müssen überlegt das Unternehmen nun auch den Krankenversicherungsbeitrag abzuführen. Gibt es bei der KV Sonderregelungen für eine einmalige Einnahme?

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Für einen in einer Zeitschrift demnächst zu veröffentlichenden Artikel erhalte ich nach Angaben der dortigen Verantwortlichen 490 € brutto. Als absoluter Laie auf dem Gebiet (Student, der noch nie genug verdient hat, um Steuern zahlen zu können) wollte ich mich an die hiesigen Experten wenden: Wie viel Geld bleibt mir von diesem Bruttobetrag noch übrig?

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Rückerstattung Lohnsteuer VI bei Gesamteinkommen über Grundfreibetrag

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Hallo zusammen, Ich bekomme von meinem Arbeitgeber einen Firmenwagen mit full service leasing inkl. Tankkarte auch zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Zu versteuern ist das Ganze laut Vertrag nach der 1% Methode.

Weiterhin ist im Vertrag ein Nettogehaltsverzicht von 200 Euro für den Firmenwagen gefordert. Wenn ich das Ganze Prozedere richtig verstanden hab, kann ich vom Geldwerten Vorteil (z.B. 500 Euro) den Eigenanteil wieder abziehen. D.h. in diesem Fall etwa 400 Euro Brutto. Dann würde ich also neben den 200 Euro Netto Abzug nochmal 100 Euro als Geldwerten Vorteil versteuern müssen. Ist dies soweit korrekt, oder gibt es bei einer Netto Eigenbeteiligung noch weitere Punkte zu beachten?

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Wie läuft das mit der Rechnung an Unternehmer in der EU?

Guten Abend,

ich verkaufe Download-Artikel in einem Online-Shop, also Artikel, die nicht versandt werden, sondern zum Download zur Verfügung stehen. Es geht im Folgenden um die korrekte Rechnungsstellung.

Folgendes weiß ich bereits:

1) Ist der Käufer ein deutscher Privatmann oder ein deutsches Unternehmen, wird ganz normal 19,00% Umsatzsteuer berechnet. Hier ist alles klar.

2) Ist der Käufer ein Privatmann oder ein Unternehmen aus einem Drittland (z.B. USA), dann muss ich eine Netto-Rechnung ausstellen. Diese Netto-Rechnung darf keine Umsatzsteuer enthalten, sondern es wird der gesamte gezahlte Betrag als Nettobetrag gezahlt. Wenn der Käufer also insgesamt 10,00 Euro gezahlt hat, dann muss ich die Rechnung auch über einen Nettobetrag von 10,00 Euro ausstellen. Privatmann und Unternehmen werden in diesem Fall gleich behandelt.

Nun geht es um die Rechnungsstellung in die EU: Seit Anfang diesen Jahres gibt es den "Mini-One-Stop-Shop". Dementsprechend muss ich bei Privatpersonen immer denjenigen Mehrwertsteuersatz berechnen, der im Land der Käufers gilt und auch an den dortigen Staat abführen. Bei Unternehmen muss ich allerdings das Reverse-Charge-Verfahren beachten.

Meine Frage hierzu: Ich verkaufe die Download-Artikel zu einem Festpreis (z.B 10,00 Euro), egal aus welchem Land der Käufer kommt. Bei einer Rechnung nach Deutschland erhalte ich 8,40 Euro (10,00 Euro - 19% USt.), bei einer Rechnung in ein Drittland erhalte ich 10,00 Euro (10,00 Euro - 0,00% USt. = Netto-Rechnung), bei einer Rechnung an einen Privatmann (z.B. in Frankreich, wo 20% USt. gilt) erhalte ich 8,33 Euro (10,00 Euro - 20% USt.). Aber wie viel erhalte ich bei einem Unternehmen aus der EU (nehmen wir an, es befindet sich ebenfalls in Frankreich, wo 20% USt. gilt)? Über welchen Betrag muss ich hier - unter Beachtung der Reverse-Charge-Regelung - die Rechnung ausstellen? Muss ich hier die 20% USt. von 10,00 Euro abziehen und die Rechnung dann über einen Nettobetrag von 8,33 Euro ausstellen, mit dem Verweis auf die Reverse-Charge-Regelung?

Danke für eure große Mühe und Hilfe.

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Nachzahlung Krankenkasse trotz Gleitzonenbeschäftigung?

Hallo! letzte Woche kam ein Brief mit einer Nachzahlungsforderung der KK. Ich weiß überhaupt nicht wieso es überhaupt soweit kommen konnte und bin mit der Situation etwas überfordert. Das Alles lief in Etwa so:

Anfang letzten Jahres hatte ich eine Beschäftigung auf 400 € Basis. Derselbe Arbeitgeber hat mich Mitte 2011 hochgestuft, sodass ich in die Gleitzone fiel. Dies wurde mündlich besprochen. Ein neuer Vertrag wurde nicht aufgesetzt.

3 Monate nach dieser Hochstufung bekam ich einen Brief der KK, dass ich zu Ende Juni vom Arbeitgeber bei der KK abgemeldet wurde und seitdem kein Versicherungsschutz mehr bestände. Ich fiel aus allen Wolken und kümmerte mich darum, mein Arbeitgeber versicherte mich erneut zu Ende September.

Nun kam letzte Woche ein Brief der Krankenkasse mit einer Forderung einer Nachzahlung der Versicherung von drei Monaten, da ich im August 2011 eine einzige Leistung beim Arzt in Anspruch genommen hatte (Ausstellung eines Rezepts).

Nun meine Fragen: Wieso wusste ich nichts von der Abmeldung der Krankenkasse? Hätte mich die KK nicht früher darüber informieren müssen? Hätte mich mein Arbeitgeber versichern müssen? Könnte die KK dem Arzt die KOsten des Medikaments in Rechnung stellen und dieser wiederum mir? Warum die Nachzahlung von drei Monaten wenn es um eine einzige Leistung in Form eines ausgeschriebenen Rezeptes geht? Hätte ein neu aufgesetzter Arbeitsvertrag diese Probleme vermieden?

Danke für jede Antwort!

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