Reicht die Lebensversicherung aus?

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5 Antworten

wfwbinder und HilfeHilfe haben beide zusammen schon gut geantwortet und vor allem auf die sinnvollere Risikolebensversicherung hingewiesen. Den Sparanteil einer Kapitallebensversicherung sollte man sich lieber sparen und für gelegentliche Sondertilgungen nutzen. Eine linear fallende Versicherungssumme bildet übrigens nicht den Verlauf der Restschuld (bei einer annuitätischen Immobilienfinanzierung) ab. Hier könnte sich je nach anfänglicher Tilgungsquote zumindest in den ersten Jahren eine Deckungslücke ergeben. Bei einer Todesfallleistung von € 100.000 ist die Deckungslücke ohnehin sehr hoch, wie Du bereits in der Frage erkannt hast. 

Aber mit der Restdarlehnsablösung im Todesfall sind noch nicht alle Probleme bzw. Aspekte gelöst. Zunächst wäre neben der Restschuldablösung auch noch die etwaige Vorfälligkeitsentschädigung (VFE) zu zahlen und somit die Todesfallsumme "höher" anzusetzen. Allerdings dürfte man bei den heutigen niedrigen Kapitalmarktzinsen allenfalls eine VFE in den nächsten - sagen wir - 10 Jahren haben. 10 Jahre nach Vollauszahlung (oder Zinsneufestsetzung) kann das Darlehn ohnehin gemäß § 489 Abs. 1 Ziff. 2 BGB entschädigungslos mit 6-monatiger Frist aufgekündigt und zurückgezahlt werden!  

Nicht zu vergessen sind nach dem Todesfall die Kosten der Hausunterhaltung. Gerade bei einem (noch) älter gewordenen Haus dürften irgendwann Instandhaltungs- bzw. Reparaturkosten entstehen. Wenn der überlebende Lebenspartner nicht ausreichend Einkommen hat, um derartige Kosten abzudecken, müßte die Risikolebensversicherung aufgestockt oder der Verkauf der Immobilie überlegt werden.

Daneben sind die Lebenshaltungs- und Ausbildungskosten für einige Jahre zu berücksichtigen. Hier spielt das Kindesalter, die spätere Ausbildung(sdauer) und das Einkommen des überlebenden Ehepartners eine wesentliche Rolle. Die Ausbildungskosten für Euer Kleinkind dürften Euch erst später, aber dann für einige Jahre beschäftigen;-)

Natürlich muss man nicht alle Risiken versichern, aber man sollte wenigstens wissen, wo die Lücken sind.      



Erhöht lieber auf die 250.000,- (insbesondere, wenn Ihr Kinder habt) und passt die Laufzeit an die Kreditlaufzeit an.

Ausserdem würde ich aus Kostengründen eine reine Risiko-LV nehmen.

cremedelacreme 21.06.2017, 13:14

Kann ich denn jederzeit in eine reine Risiko LV wechseln?

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wfwbinder 21.06.2017, 14:49
@cremedelacreme

Vermutlich nein. Wie lange zahlst Du denn schon? Ich würde mal einen Beitragsvergleich machen und für mich stellt sich die Frage, hat Dir der Finanzierungsvermittler die LV mit angedreht? Wenn Du in der Sache Deinen Steuerberater gefragt hättest, der hätte die Dinge mit Dir vergleichend durchgerechnet. Siehe die Antwort von @LittleArrow.

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cremedelacreme 24.06.2017, 12:26
@wfwbinder

Ja genau wurde mit der Finanzierung angeboten. Werde mal versuchen, sie umzuändern. Danke

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Die wesentlichen Daten fehlen.

Wenn ihr Doppelverdiener seit passt das schon. Natürlich nicht exakt aber man darf auch ein paar positive Dinge nicht vergessen:

Die Immobilie wird im Wert steigen und die Darlehensrestsumme und auch die Raten unterliegen nicht der Preissteigerung.

Also das Risiko ist besonders hoch in den ersten 5 Jahren. Nach 20 Jahren kann man es vernachlässigen.

Wenn die Zahlen so sind wie ich vermute würde ich eine reine Risikoabsicherung für den Hauptverdiener von 200.000 Euro in den ersten 5 Jahren sinnvoll halten (also einfach eine Risikoversicherung für 5 Jahre abschliessen) und für den Nebenverdiener (auch der bringt was in die Bilanz ein z.B. Service, Kinderpflege, usw) eine Absicherung von 100.000 in den ersten 5 Jahren (also auch hier einfach eine Risikoversicherung).

Ist beides nicht teuer aber bringt ein besseres Gewissen.

Ach so und sowas wie Beitragsrückzahlung ist Quatsch macht die Sache nur teurer.

cremedelacreme 24.06.2017, 12:29

Ich bin die nächste Zeit wegen der Kinder zuhause. Aber wenn ich wieder arbeite verdiene ich auch nicht besonders gut in meinem Job.

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detlef32 24.06.2017, 12:44
@cremedelacreme

Wie schon geschrieben - die ersten 5 max 10 Jahre sind kritisch - weil die Transaktionskosten noch nicht durch die Wertsteigerung aufgefangen wurden. 

Und wenn bei Dir noch eine Kinderpause dazu kommt dann sind halt diese Jahre besonders kritisch.

Eigentlich ist es einfach. Wenn ein Verdienst ausfällt (warum auch immer - Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Tod) dann ist das Eigenheim in Gefahr.

Nun - einige Risiken muss man eingehen weil es halt zu teuer ist alles abzusichern und z.B. Scheidung lässt sich auch nicht absichern. Also wie geschrieben: Berufsunfähigkeit prüfen, Todesfall prüfen mit besonderem Augenmerk auf die ersten Jahre.

Nach 10 Jahren habt ihr mindestens 15 bis 20% zurückgezahlt. Auch bei schlechter Preisentwicklung ist das Eigenheim ca. 10% mehr wert. Also wäre ein Notverkauf zwar bitter aber nicht mehr existenzbedrohend.

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cremedelacreme 28.06.2017, 21:11
@detlef32

Wir haben jetzt sicherheitshalber zu den bestehenden Versicherungen noch eine linear fallende LV über 100.000 abgeschlossen, so dass insgesamt 200.000 linear fallend abgesichert sind. In dem Vertrag steht einmal Versicherungsdauer 35 Jahre und Beitragszahldauer 17 Jahre. In welchem Zeitraum fällt die Summe dann linear? Die 35 Jahre oder die 17? Bei den 35 würde die jährlich fallende Summe etwa 3000 Euro betragen. Bei 17 wäre es ja das Doppelte und die Finanzierung des Hauses läuft 25 Jahre

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detlef32 28.06.2017, 22:02
@cremedelacreme

Ich verstehe Dich nicht. Du hast jetzt noch eine LV abgeschlossen und bist Dir nicht sicher in welcher Höhe Du wann abgesichert bist?

Welche Art von Berater hast Du denn? Hast Du Tarife und Leistungen verglichen?

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cremedelacreme 29.06.2017, 08:06
@detlef32

Wir haben das mit der LV bei der Bank mit unserem Hauskredit abgeschlossen. Ich habe da keine unterschiedlichen Anbieter verglichen weil die LV wohl auch als Sicherheit für den Kredit gilt. Die 100 waren doch schon etwas knapp, daher hab ich bei der Bank gefragt ob wir die Summe erhöhen können. Uns wurde deshalb noch eine zweite LV in Höhe von 100 angeboten, die wie die erste linear fällt. Die monatlichen Kosten sind aber etwas günstiger weil die zweite ohne Kapitalansparung ist.

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detlef32 29.06.2017, 11:30
@cremedelacreme

Ok, passiert ist passiert. Hier für Dich und alle die mal das lesen.

Eine Risiko-LV ist unabhängig von der Bank. Sie dient Deiner eigenen bzw. der Absicherung Deiner Familie.

Es ist also wurscht wo Du sie abschliesst.

Eine Bank hat normalerweise nicht die besten Konditionen für sowas weil die Angestellten bezahlt werden müssen und eine reine Risiko LV (wenn  man denn weiss welche Höhe für welche Zeit versichertg werden soll) keine besonderen Kenntnisse erfordert.

Also vergleicht man Online. Ich habe das mal für einen 30 Jährigen der Nichtraucher ist, kein Motorrad fährt und Angestellter ist bei der HUK 24 gemacht. Aber es gibt auch noch andere Anbieter und ich denke auch mal einen Preisvergleich irgendwo.

Jedenfalls gibt es (ohne abfallende Summe) für diesen Menschen zwei Angebote:

Ein Startangebot, das startet in den ersten 4 Jahren mit einem geringem Beitrag der sich dann vom 4. bis 10. jedes Jahr erhöht und dann gleichbleibt.

Und ein Beitrag der von Anfang an gleich ist und bleibt.

Bei einer Summe von 150.000 und einer Laufzeit von 30 Jahren kostet das Startangebot monatlich 6,34 Euro also ca. 75 Euro im Jahr und das gleichbleibende 11,64 also ca. 144 Euro pro Jahr.

Bei einem Häuslebauer /- käufer würde ich das Startangebot nehmen weil am Anfang jeder Cent zählen kann.

Und wenn Dich schon ein Bankmensch berät dann sollte er Dir auch genau erklären wie die Bedingungen aussehen. Also Zusatzleistungen bei Unfall, genauer Versicherungsverlauf usw.

Bei meinem Beispiel habe ich Basis genommen also ohne Zusatzzahlung bei Unfall und keine abfallende Summe. Erstens ist Unfallschutz fast genauso teuer wie die klassische Absicherung und zweitens spekuliere ich nicht auf die Ablebensart. 

Bei der Hannoverschen kostet die gleichbleibende Prämie 11,90 pro Monat und wenn jemand 10 Jahre lang Nichtraucher war dann nur 9,50. Eine abfallende Summe ca. 5 Euro monatlich oder die Plus für 7 Euro.

Nur die ersten Jahre bezahlen, wie bei Dir, und dann nichts mehr bedeutet hohe Zahlungen am Anfang und das ist für Deinen Fall vollkommen falsch. Wie ich versucht habe mehrfach zu erklären:

Die ersten Jahre sind kritisch. Danach wird die finanzielle Lage entspannt. Also währe jedes Angebot mit am Anfang wenig besser als eines am Anfang mehr.

Egal - gemacht ist gemacht es sei denn Du machst von Deinem Widerspruchsrecht Gebrauch. Ich denke mindestens 14 Tage kannst Du von dem Vertrag zurück treten. Das hat auch keine Auswirkungen auf Deinen Kreditvertrag.

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Creme

Zur Deckungslücke hast du bereits etl. Antworten erhalten.

Bei der Versicherung handelt es sich um eine Risikoversicherung, allerdings mit fallender Summe.

Was du uns vorenthalten hast sind

1) die Höhe der Regeltilgung und das (Rest-)Darlehen nach 25 J. gemäß Tilgungsplan,

2) der Grund, warum die Risikoversicherung 10 Jahre länger als das Darlehen läuft (oder tilgst du etwa nur in Höhe von 1 % zuzügl. ersparter Zinsen)?

cremedelacreme 24.06.2017, 12:31

Wir zahlen monatlich 1000 Euro ab. Nach 25 Jahren soll der Kredit komplett bezahlt sein. Ich kenne mich mit der Finanzierung nicht besonders aus und ich weiß auch nicht wieso das Versicherung 10 Jahre länger läuft. Ich vermute die läuft länger, damit sie jährlich um eine niedrigere Summe fällt als sonst?

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stimme da wfwbinder zu. Summe erhöhen und reine Risiko-LV. Man muss sich immer vor Augen halten ob bei Tod ein Partner samt Kindern das Restdarlehen bedienen kann ( ggl. muss er ja auch Arbeitszeit = Gehalt reduzieren) oder nicht.

Todesfallleistung sollte also immer nahe Darlehensumme sein. 

 

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