Regelmäßig in Fondsparpläne einzahlen oderlieber nur einzahlen wenn Kurse am Boden sind?

3 Antworten

Fondssparpläne sind ok, aber sie werden über längere Zeit hinweg - gerade wenn Märkte sehr volatil sind - nicht unbedingt so gut funktionieren, als wenn man einen recht gleichmäßig steigenden Basiswert hat, der nur ab und zu mal kleine Dellen aufweist. Man sollte nicht nur in Tiefen, sondern auch in Aufwärtstrends gleichmäßig einzahlen.

Daher habe ich mich dafür entschieden, zwar per Fondssparplan regelmäßig zu investieren, aber bei tieferen Kursen zahle ich etwas mehr ein - es sei denn, es handelt sich um einen Abwärtstrend. Dafür verwende ich eine Gewichtung nach Outperformance der Benchmarks, der absoluten Performance und des gewünschten Anteils im Portfolio. In Abwärtsmärkten muss man entweder Vertrauen auf die Folgephase haben oder aber eine klare Exitstrategie, die zum Verkauf der Fondsanteile mit Gewinn führt. Wenn die Werte wieder steigen, kann man ja wieder einsteigen.

Wenn ich rückblickend (seit 1996) meine Sparpläne betrachte, dann haben manche der Fonds in manchen Jahren zwar wirklich deutliche Wertzuwächse verzeichnet, aber die meiste Zeit dümpelten sie doch etwas vor sich hin. Im Schnitt sind das vielleicht 3-5% Performance pro Jahr, die man so erreichen kann... bei mir sind es seit 1996 jetzt knapp 5%. Die eigentliche Performance (jetzt knapp 9% p.a. im Mittel) erhalte ich durch ETFs, Zertifikate und andere Derivate, um kurz- oder mittelfristig auf Werte zu setzen. Damit ist man mehr am Markt und kann mehr Bewegungen nutzen, muss jedoch auch deutlich mehr Zeit investieren.

Daher gibt es wohl keine perfekte Strategie, da der Erfolg ja von der zukünftigen Entwicklung abhängt. Man muss sich vor allem entscheiden, welchen Aufwand man treiben möchte, um ein entsprechendes Ergebnis zu erreichen.

Regelmäßig sparen ist die einfachste und für die meisten Menschen sinnvollste Strategie. Grund: Erst hinterher erkenne ich den tiefsten Kurs.

Mit der Erfahrung gibt es aber auch Hinweise.

Beispiel: 2008, Börsenkrise. Wenn alle verkaufen ist es immer ein guter Zeitpunkt über das Kaufen nachzudenken.

Erwische ich dann den tiefsten Kurs - Nein. Aber ich erwische voraussichtlich einen tiefen Kurs. Aber auch dann ist immer Vorsicht angeraten.

Die spannende Frage war zu diesem Zeitpunkt. Wie würden die einzelnen Branchen und Märkte getroffen? War es besser in Automobilaktien oder in die Nahrungsmittelindustrie zu investieren. Und das trifft genauso für einen Fond zu der nicht global und breit aufgestellt ist.

Heute kann jeder sagen was passiert ist -.aber wenn Du in einer solchen Situation bist musst Du schon gute Nerven haben Dich gegen den Markt zu stellen.

Also überlege fürs heute: Gehe ich mit dem Markt oder gegen den Markt. Haben wir heute niedrige oder hohe Kurse?

Wann willst du wissen, wann der Kurs eines Fonds am Boden ist. Das würde nur mit einer Kristallkugel funktionieren. Dennoch kann man sich nach langanhaltenden Kursabfällen überlegen wann man einsteigt. Den Umkehrpunkt werden aber nur die Wenigsten schaffen.

Bei Fondssparplänen wirkt in der Regel der Cost-Average-Effekt. Der hat zu Folge, dass bei sinkenden Kursen Anteile günstig nachgekauft werden. Was aber passiert mit dem Kapital, dass schon angespart ist. Bei einem Kursverfall reduziert sich das angesparte Kapital um den Prozentsatz der Kursreduzierung. Ein herber Verlust. Da muss man lange sparen, um die Verluste wieder einzuholen.

Man kann Sparpläne mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Das bedeutet, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus dem Aktienfonds in einen Geldmarktfonds und bei steigenden Märkten wieder zurück in den Aktienfonds. Durch die intelligente Kombination der Stopp-Loss-Order und der Start-Buy-Order kann man Kursverluste reduzieren und Kursgewinne mitnehmen. Es wird nur das bereits angesparte Kapital geswitcht. Mit dem Sparbeitrag werden weiterhin Aktienfondsanteile gekauft. Durch den Einsatz des Trailinglimits kommt der Cost-Average-Effekt erst richtig zur Geltung. Es fällt kein Ausgabeaufschlag beim Tauschen an.

Was möchtest Du wissen?