Rechtsstreit um ein Vermächnis von der Erüllung des restlichen Testaments abtrennbar?

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5 Antworten

Das Hauptproblem bei dieser Sache hast Du leider nicht in Deiner Sachverhaltsschilderung erwähnt, sondern -so ganz nebenbei- versteckt in der Antwort auf Deine eigene Frage. Kein Wunder daher, dass die Vorkommentatoren darauf nicht eingehen konnten. Mein erster Tipp also: Wenn man schon hier Fragen stellt, dann bitte auch mit vollständiger Sachverhaltsschilderung, ansonsten kann es nichts werden. Man geht ja schließlich auch nicht zu seinem Arzt und läßt ihn Rätselraten, ob man die Schmerzen nun im Kopf oder im Fuß hat.

Das Hauptproblem bei der Sache ist die TESTAMENTSVOLLSTRECKUNG, durch die dem Erben die Verwaltungsbefugnis über das Erbe entzogen wird. Ohne Testamentsvollstreckung wäre die Sache sonnenklar und eindeutig. In diesem Fall nämlich würde gelten, dass der Erbe aufgrund Gesamtrechtsübergang Eigentümer des Nachlasses ist und der Vermächtnisnehmer nur einen Anspruch gegen den Erben hat. Mit Testamentsvollstreckung aber ist es der Verwalter des Erbes, der das Tempo vorgibt. Wenn Du Dich nicht zu einer Einigung bereit findest, dann bist Du derjenige, der Pech gehabt hat und warten muß. Es ist doch gerade Sinn und Zweck einer Testamentsvollstreckung, dass der Wille des Erblassers notfalls auch gegen den Willen einzelner Beteiligter durchgesetzt werden kann.

Ehrlich gesagt verstehe ich deine Antwort nicht, aber trotzdem danke.

Der Notar, der das auch das Testament beurkundet hat, hat jetzt noch einmal das Vermächnis genauer ausgeführt und der Testamantsvollstrecker sowie der Vermäächnisnehmer sollen das jetzt unterschreiben. Der Testamentsvollstrecker will aber auch meine Zustimmung, verweigere ich meine, verweigert er seine und der Vermächnisnehmer droht für diesen Fall mit Klage.

Nochmal meine Frage, bekomme ich solange dieser Rechtsstreit läuft mein restliches Erbe, das mit diesem Vermächnis ja nichts zu tun hat?

EB20120610 10.06.2012, 07:39

Super Antwort - aber worauf bezieht sie sich denn?

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imager761 30.06.2012, 06:35

Durch Testamentsvollstreckung ist dir wie den evtl. Miterben die Verfügung über das Erbe entzogen.

Das Vermächtnis wäre zwar unabhängig vom Nachlass herauszuverlangen - ist es aber rechtlich unklar, wirst du hier ohne gerichtliche Klärung des mutmaßlichen Willens der Verfügung des Erblassers nicht herumkommen - denkbar, daß es eben doch in den Nachlass fällt.

Erfüllst du das Vermächtnis, stünde der Erbauseinanderstzung nichts im Wege.

G imager761

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russel: Es ist also strittig, ob dem in einem in notariell beurkundeten Testament bestimmten Vermächtnisnehmer ein Vermächtnis (Geld, Oldtimer, Briefmarkensammlung?) zusteht oder nicht.

Stimme dich mit dem Testamentsvollstrecker ab, den Vermächtnisgegenstand zu hinterlegen und prozessiere, wenn du dich partout zu einem Entgegenkommen nicht durchringen kannst.

Vermächtnis bedeutet, DU wirst Gesamterbe, und aus diesem Gesamterbe heraus, hast Du ein Vermächtnis zu erfüllen.

Der Vermächtnisnehmer ist kein Erbe im eigentlichen Sinn.

Was du anstrebst, ist mit dem Erbrecht nicht kompatibel.

Die Fristen für mögliche Erben ein Testament oder einen Erbschein zu widersprechen sind nicht allzu lange, und natürlich muss ein Rechtsstreit in der Sache bis zur letzten Instanz durchführbar sein. Alles andere würde das Rechtssystem in Frage stellen.

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