Quellensteueranrechnung bei Rentenversicherungen?

2 Antworten

Die Produkte im Versicherungsmantel sind keine Sondervermögen der Kunden, sondern Vermögen der Versicherer bzw. verbriefte Forderungen gegen die eigentlichen Gesellschaften, die die Investmentprodukte für die institutionellen Investoren anbieten.

Mit Versicherungsende gehen selbst bei Versicherungsprodukten, die einzelne Fonds ausweisen bzw. von Dir auswählen lassen, nicht die Fondsbestände in Deinen Besitz über, sondern es wird eine Rente gezahlt. Daß das Produkt, das Du gekauft hast, zufällig Fonds enthält und Du sogar diese ggf. ausgewählt hast, spielt dafür keine Rolle.

ad 1) Damit ist klar, daß nicht die Privatanleger-Besteuerung mit Abgeltungssteuer etc. greift, sondern die Besteuerung für Unternehmen, die in manchen Ländern sehr günstig ist bzw. aufgrund der Volumen, die im Spiel sind, auch deutlich einfachere Rückerstattuungen von Quellensteuern (die ja hier auch anfallen können) vorsieht. Geh mal davon aus, daß die Versicherer wissen, in welchen Ländern sie ihre Anlagegesellschaften unterhalten müssen und wie man Steuern vermeidet :-)

ad 2) Die anrechenbare Quellensteuer wird natürlich angerechnet. Allerdings ist das nicht die erste Spalte im Bundesanzeiger für Privatanleger, sondern es geht um ein Vermögen der Versicherungsgesellschaft. Da Du keine Fonds kaufst, sondern der Versicherer dies handhabt, bist Du auch nicht in der Lage, die anrechenbaren Quellensteuern anrechnen zu lassen. Das Produkt "Rentenversicherung" weist keine Quellensteuer aus. Diese wird auf Ebene des Portfolios beim Versicherer verrechnet.

Wenn Du ein Versicherungsprodukt kaufst, solltest Du daher davon ausgehen, daß dem Versicherer die begünstigte Besteuerung außerdeutscher Immobilien, von Kapitalerträgen in Luxemburg und ein paar anderen Ländern, sowie die Mechanismen zur Anrechnung anrechenbarer Quellensteuern bekannt sind :-)

Danke für die fundierte Antwort! Du gehörst zu den Wenigen, die wirklich auf die Fragen eingehen...

Dein Punkt "ad 1)" ist völlig nachvollziehbar. Man sollte also davon ausgehen, dass sich die Steuerrückerstattungen/-anrechnungen darin niederschlagen, dass die Gebühren der Versicherungsprodukte etwas niedriger ausfallen.

Aber zu "ad 2)": Du schreibst hier immer "Versicherungsgesellschaft". Bei einem Riester-Fondssparplan handelt es sich aber vorrangig um ein Bankprodukt, das während der Einzahlphase von der Steuer befreit ist und erst in der Auszahlphase nachgelagert besteuert wird. Die Fonds bleiben mein Eigentum. Erst während der Auszahlphase wird in ein Versicherungsprodukt umgeschichtet. Gelten deine Ausführungen trotzdem sinngemäß?

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@Fledolo

Zum zweiten Punkt. Sorry, da habe ich etwas überlesen. Es gibt zwei Fälle:

  • Bei einer fondsgebundenen Riesterversicherung handelt es sich um ein Versicherungsprodukt, d.h. wenn Du diesen Vertrag kündigst, bekommst Du nicht das Depot übertragen, sondern den Gegenwert. Die steuerliche Behandlung der Fonds erfolgt innerhalb des Versicherungsprodukts und damit hast Du mit Ertagsbesteuerung und Quellensteuern nichts zu tun.

  • Bei einem Riester-Fondssparplan wird über eine Bank auf einen oder mehrere Fonds angespart (in einem Depot) und zum Laufzeitende oder einer gewissen Strategie folgend wird in ein Versicherungsprodukt umgeschichtet, das die spätere Rentenzahlung abdeckt. Das Depot steuerlich auf Dich. Erträge sind in der Ansparphase steuerfrei, die die Ausschüttung erfolgt brutto ohne Abzüge. Damit müssten eigentlich die anrechenbaren Quellensteuern des Fonds in der Jahressteuerbescheinigung ausgewiesen werden, da diese ja unabhängig von der Existenz der Fonds als Riester-Fondssparplan besteht.

Habe ich hier etwas übersehen? Hat jemanden einen Riester-Fondssparplan und kann das aufgrund der Jahressteuerbescheinigung bestätigen?

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@gandalf94305

Du meinst: Obwohl das Depot während der Sparphase steuerfrei ist, bekommt man eine Jahressteuerbescheinigung? Das wäre denkbar, kann ich momentan aber nicht nachprüfen...

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Wie ist es bei Rentenversicherungen (z.B. ungeföderte Rente, Riester-Rentenversicherung, Riester-Fondssparplan...)?

Sind alles keine Kapitalanlagen i.S.v. § 20 EStG und unterliegen daher im Grunde nicht der Kapitalertragssteuer.

Die Rente aus einem Riestervertrag wird nachgelagert besteuert und zwar zu 100% mit dem im Alter gültigen Steuersatz (§ 22 EStG).

Die Rente aus einem privaten nicht geförderten Vorsorgevertrag wird in Höhe des Ertrages besteuert (18% wenn mit 65 verfügt).

Bei Kapitalauszahlung gilt das Halbeinkünfteverfahren. Voraussetzung dafür ist, dass der Vertrag mindestens 12 Jahre gelaufen ist und bei Verfügung das 62. Lebenjahr vollendet wurde.

So lange es also nicht zur Verrentung oder vorzeitigen Verfügung kommt spielt das Steuerthema keine Rolle, außer dass die Beiträge zur Riesterrente steuerlich abzugsfähig wären, die zu einem privaten Vertrag nicht.

Sorry, das hilft hier überhaupt nicht weiter, das weiß ich doch schon alles.

Aber: Das Steuerthema spielt schon eine Rolle, da die ausländische Quellensteuer an der Rendite der Kapitalanlagen zehrt, sofern sie nicht angerechnet wird. Denn: Die 15 % auf die Zinsen werden im Ausland während der "Haltedauer" der Versicherung gezahlt. Wenn es dann zur Verrentung kommt, werden die Erträge ja nochmals versteuert (Ertragsanteil, Halbeinkünfteverfahren etc.). Es kommt hier also zu einer versteckten Doppelbesteuerung, die nicht entstehen würde, wenn die Debeka nur in Staaten anlegen würde, bei denen keine Quellensteuer fällig wird.

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@Fledolo

Du machst Dir echt viel zu viele Gedanken. Ich bringe das Thema ausländische Quellensteuer bei Fondsrenten gar nicht auf den Tisch.

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@Candlejack

Ja, denn es ist deine Rendite, die verloren geht.

Die Optimierung von Kapitalanlagen ist nun mal mein Hobby. Es ist richtig, dass es für den normalen Privatanleger normalerweise nicht lohnenswert ist, die Dinge so tief zu hinterfragen. Es macht mir aber Spaß ;) Außerdem kann ich von Berfus wegen erheblich besser (mit dem Computer) rechnen als die meisten Berater. So habe ich schon so manche 'Beraterweisheit' als Unsinn identfiziert, da man das schlicht mit Mathematik zeigen kann...

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@Fledolo

Um meine Rendite kümmere ich mich schon, keine Sorge.

Wenn es Dein Hobby ist und Dir Spaß macht, dann ist doch alles in Ordnung und mach es weiter. Nur darfst Du dann nicht von jeder Beschäftigung eine entsprechende Effektivität oder gewaltige Auswirkung erwarten.

Beraterweisheiten sind gefährlich, weil oft veraltet oder nicht zutreffend. Nur leider habe ich auch schon genügend "Ingenieure" erlebt, die eben mit wilden Berechnungen auf dem PC Berater widerlegen wollten und von ihrer Meinung auch absolut nicht abzubringen waren. Hinter Finanzprodukten steckt nunmal nicht immer nur reine Mathematik ;-)

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