Quellensteuer umgehen - steuerrechtliche Betrachtung?

1 Antwort

Der Aktienkurs wird am Ex-Tag genau um den Betrag der Dividende reduziert. Allerdings ist der nächste Kurs dann wieder marktgebildet, d.h. kann mehr oder weniger als die Dividende vom Vortagesschlußkurs abweichen. Geht man davon aus, daß sowohl der Gewinn aus der Veräußerung der Aktie, als auch die Dividende besteuert wird, wäre der vorzeitige Verkauf nur dann günstiger, wenn die Steuer auf die Dividende höher ist als die auf Aktiengewinne. Man geht dabei jedoch auch das Risiko ein, daß die Kursschwankung nach dem Abzug der Dividende nach unten geht.

Weiterhin solltest DU einbeziehen, daß man eine Steuererstattung in vielen Ländern bekommen kann, wenn ein DBA besteht. Das ist beispielsweise bei Frankreich der Fall. In Spanien oder Italien auch, aber hier kann es aus bürokratischen Gründen zu komplex oder zu langwierig sein.

Noch ein Punkt: wo in Deiner Rechnung steht etwas von der Besteuerung der Aktienverkäufe?

Man wird also entweder Aktien aus Ländern, mit denen die Besteuerung Probleme bereitet, vermeiden oder in Fonds investieren, die entsprechende Werte halten.

hier: 1. Verkauf der Aktie vor dem Dividendenabschlag und Rückkauf nach dem Dividendenabschlag, wenn der kurs um den Dividendenabschlag gefallen ist. (mit Abgeltugnssteuer und Verkauf vor dem Dividendenabschlag) 29.04 Verkauf: +8000 ( realisierter Gewinn 1.40 * 500 = 700) Abzug Abgeltungssteuer - 184 --> Verkaufserlös: 7814 30.04 Kauf zu 14,60 Euro: -7300

was meinst du mit "DBA"?

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@Aeter

DBA = Doppelbesteuerungsabkommen.

Wenn Du in Deutschland die Aktie vor dem Ex-Tag verkaufst und nach dem Ex-Tag kaufst, dann zahlst Du nur Abgeltungssteuer. Korrekt. Wenn die Dividende, die in Frankreich ausgeschüttet und besteuert würde, Dich erreicht, wären das 25% in Frankreich und 10% plus SolZ in Deutschland.

Aber: das DBA mit Frankreich besagt

"Jeder der Vertragstaaten behält das Recht, die Steuer von Dividenden nach seinen Rechtsvorschriften im Abzugsweg (an der Quelle) zu erheben. Der Steuerabzug darf jedoch 15 vom Hundert des Bruttobetrages der Dividenden nicht übersteigen."

Damit hast Du einen Erstattungsanspruch über die zuviel gezahlten Steuern, die in Deutschland nicht angerechnet werden können.

Damit ist aus deutscher Sicht der Verkauf/Kauf teurer, da Transaktionskosten von ca. 0,5% anfallen. Werden 10% Steuern zu viel gezahlt, so wäre das bei einer Aktie, die 4% Dividende ausschüttet und 25% Besteuerung nur 0,4% Penalty, d.h. selbst wenn Du die Beträge nicht erstattet bekommst, wäre der Weg über die Dividende noch günstiger.

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