Qualitäts-Aktien kaufen und einfach lange liegen lassen... Noch sinnvoller Weg oder gefährlich?

5 Antworten

Liegenlassen kann ins Auge gehen. Auch die Aktie der IKB-Bank hat lange Zeit als Qualitätstitel gegolten. Schau mal, was damit passiert ist:

http://www.finanzen100.de/aktien/ikb-deutsche-industriebank-wkn-806330_H994731533_83156/

Und mit dem "weitgehend" ist das ja auch so eine Sache. Gerade in dem zitierten Beispiel waren es die harmlosen Privatanleger die zuletzt von der Misere erfahren haben. Da war es schon zu spät um Verluste zu vermeiden.

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Danke für die Antwort. Was man ja auch nicht ganz außer acht lassen darf ist die Thematik Abgeltungssteuer. Bei häufigerem Aktienwechsel und Kursgewinnen knappert der Staat ja doch ein spürbares Stück von den Gewinnen weg.

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Hier ergänzend ein Rat von Warren Buffett, der speziell an Kleinanleger gerichtet war:

"Häufe Aktien über einen langen Zeitraum an, und verkaufe niemals, wenn die Nachrichtenlage schlecht ist und die Kurse weit unter den Hochs liegen."

Aber ob das auch in Zukunft noch so gilt?

Das Kostolany-Prinzip hat seine Probleme in den heutigen Märkten, da diese deutlich hektischer sind als in den alten Tagen. Es sind deutlich mehr Akteure mit sehr viel mehr an Informationen unterwegs als früher. Dadurch können kleine Ursachen große Wirkungen auslösen.

Versteht man also unter Qualitätsaktien solche robuster, langlebiger, globaler Unternehmen, die stetig eine solide Dividende von z.B. 3-4% ausschütten, dann schlägt man damit die Inflation und wenn man Gewinne absichert, kann man damit eigentlich nicht verlieren. Globales Geschäft sichert gegen Turbulenzen in Einzelmärkten ab. Hohe Marktanteile bzw. eine solide Kundenbasis sorgen für stabile Umsätze. Da denkt man an Johnson & Johnson, Nestlé, Pfizer und viele andere. Diese Strategie wird sicher gut laufen, solange die entsprechenden Unternehmen DIvidenden ausschütten. Man ist nicht am Return of Investment (sprich: Verkaufspreis), sondern Return on Investment (sprich: Ausschüttungen) interessiert. Unternehmen der genannten Art sind üblicherweise auch nicht sehr hoch verschuldet, da sie einen guten Cashflow haben, aus dem sich nicht nur Dividenden, sondern auch Innovationen finanzieren lassen.

Prinzipiell ist also gegen eine Dividendenstrategie nichts einzuwenden.

Du solltest jedoch ein paar Punkte dabei bedenken:

  • Einzelaktien sind von Natur aus volatil. Wenn Nestlé einen handfesten Skandal wegen verpanschter Babynahrung hätte, könnte das auf Jahrzehnte das Unternehmenn und den Aktienkurs beschädigen. Solche Ereignisse sind selten, können jedoch vorkommen. Daher hilft hier nur Diversifikation, so daß Einzelaktien jeweils nicht mehr als ca. 2% im Portfolio ausmachen.

  • Diese Art von Aktien bedeutet immer auch einen Branchenbias, d.h. man kauft so defensive Branchen mit stabilem (und ggf. langweiligem) Geschäft. Man tendiert also zu einem ungleichgewichtigen Portfolio und ist somit branchensensibler als bei einem ausgewogenen Mix.

  • Schaut man sich die globalen Unternehmen an, die diese Eigenschaften aufweisen, so findet man einen großen Teil davon in USA. Man bekommt also nicht nur einen Branchenbias, sondern auch einen Länderbias. Das bedeutet bei Turbulenzen in USA natürlich auch einen Kurs in Richtung Süden. Obwohl die Globalisierung der Unternehmen einiges puffert, besteht auch eine USD-Abhängigkeit.

Betrachtet man die Crashes und Krisen der letzten Jahrzehnte, so gab es zu jeder Krise auch eine Erholung. Manche Unternehmen blieben zwar auf der Strecke, aber diversifiziert man sein Portfolio gut, schreckt das wenig. Eine Value- oder Dividendenstrategie wird also meines Erachtens weiterhin funktionieren, auch wenn es Zeiten gibt, in denen man den Glauben verlieren könnte :-) Buffett und andere machen doch sehr genau vor, daß das doch funktioniert.

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Danke ;o)

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