Prüft das Finanzamt auch *nach* Erteilung eines Steuerbescheids?

2 Antworten

Es gibt eher selten vorläufige Steuerbescheide. Es gibt - wie schon gandalf geschrieben hat - solche unter dem Vorbehalt der Nachprüfung (§ 164 AO) und den Rest (§ 165 AO).

In München kann man bei Bescheiden unter 164 AO davon ausgehen, dass man früher oder später eine Prüfung ins Haus bekommt oder im Amt nachgeprüft oder irgendeine Entwicklung abgewartet wird. Beim Rest ist das unwahrscheinlich.

Viele Steuerbescheide sind zumindest teilweise vorläufig, da es anhängige Verfahren gibt, die zu berücksichtigen sind.

Ein rechtskräftiger Steuerbescheid ist in dieser Form bindend - bis auf die Punkte, die per Vorläufigkeit ausgenommen sind.

§164 AO regelt den Vorbehalt der Nachprüfung und §169 AO die Festsetzungsfrist.

Allerdings kann bei Verdacht auf Steuerhinterziehung oder andere Straftaten jederzeit eine Steuerprüfung angesetzt oder es können andere Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Dann geht es aber nicht mehr um eine Änderung des Steuerbescheids, sondern um eine im Falle eines Verfahrens gerichtlich festzusetzende Strafzahlung oder sogar Haft.

Ein befreundeter Malermeister hat binnen 10 Jahren der Selbständigkeit nicht eine einzige Steuerprüfung erdulden müssen - sollte in 2012 eine solche durchgeführt werden, so würden die letzten drei Jahre geprüft. aus denen die Erklärungen und daraus folgenden Bescheide stammen. Bei Anfangsverdachten auch mehrere weiter zurückliegende Jahre.

Das dürfte eine verständliche Antwort auf die von dir gestellte Frage sein. Oder warum, denkst du, sind Belege meist 10 Jahre lang aufzubewahren!?

Und Dein befreundeter Maler hat bislang VORLÄUFIGE Steuerbescheide erhalten oder normale Steuerbescheide?

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@DerBari

Acht, neun Jahre vorläufig?? Mit welcher Begründung denn? Nein, nein, das ist alles ordnungsgemäß soweit erledigt.

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