Privatinsolvenz seit 2013 und nun umziehen ins Ausland?

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2 Antworten

Grundsätzlich sollte der Umzug nach Österreich kein Problem sein, sofern dem Insolvenzverwalter deine dortige Anschrift bekannt gemacht wurde.

Mancher Insolvenzverwalter bestehen auf einer deutschen Zustellungsadresse. Also im Vorfeld schon mal eruieren, wohin deine Inso.-Post in Deutschland geschickt werden könnte.

Nun wird es aber heikel: Mancher Insolvenzverwalter will es nicht dem Zufall überlassen, dass der Schuldner den pfändbaren Teil seines Arbeitslohns ordnungsgemäß an ihn abführt. Aus diesem Grund läßt er i.d.R. den Arbeitslohn direkt beim Arbeitgeber des Schuldners pfänden.

Diese Praxis läuft natürlich im Ausland ggf. ins Leere. Schon weil dort i.d.R. andere Pfändungsfreigrenzen gelten, bzw. Arbeitgeber niicht so ohne Weiteres aus einem ausländischem Beschluß heraus in den Lohn pfänden können. (Ob das in Österreich der Fall ist, weiß ich nicht)

Aber - und das ist wichtig: Da Du Wohnsitz in Österreich nimmst, gelten die dortigen Pfändungsfreigrenzen - nicht die Deutschen.

Das wurde in einigen Urteilen so bestätigt.

AG München, Beschluss vom 23. 6. 2010 - 1504 IK 600/10
LG Traunstein, Beschluss. vom 3. 2. 2009 - 4 T 263/09
AG Passau, Urteil vom 15. 1. 2009 - 15 C 1980/08

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Kommentar von hildefeuer
10.12.2016, 13:10

Dazu müsste aber im Ausland ein Titel vorliegen. Die Titel aus D gelten nur in D. Das ist mit zusätzlichen Kosten für die Gläubiger verbunden. Der IV kann nur pfänden wenn auch Titel vorhanden sind, sonst nicht. Pfändungsfreigrenze in Ö sind 1043€ (D=1073€) für Unterhaltsforderungen knapp unter 900€.

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