Privatinsolvenz gewerbe anmelden

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3 Antworten

Kann ich über meine Frau ein Gewerbe anmelden?

Nein. Ein Gewerbe hat derjenige anzumelden, der es betreibt (§ 14 Abs. 1 Satz 1 GewO), kein anderer. Du kannst deine Frau höchstens mit deiner Gewerbeanmeldung als Botin zum Gewerbeamt schicken.

Wie verhält es sich mit der Steuerklasse,Krankenversicherung,und meinen pfändbetrag.

Hoffentlich so, dass das Finanzamt, die Krankenversicherung und die Gläubiger was davon haben - oder was meintest du sonst?

und wie schaut es in Zukunft mit der Pfändung aus?

Ja, wie es in der Zukunft ausschaut, wüsste ich auch oft gern. Zum Beispiel würden mich die Aktienkurse der kommenden Woche interessieren. Aber falls du sagen wolltest, dass gegen dich Pfändungsmaßnahmen anhängig sind (was man nur vermuten kann, weil du im Sachverhalt darüber kein Wort verlierst), dann ist darauf zu antworten, dass die sich wohl auch in Zukunft bester Gesundheit erfreuen werden, solange du nicht freiwillig deine Schulden zahlst.

Nun. Folgende Konstellation. Deine Frau meldet das Gewerbe an, Du verdienst bis zur Pfändungsgrenze. Das Einkommen Deiner Frau ist irrelevant, da es keine Sppenhaftung gibt. Jedoch können Schenkungen etc. vom Insolvenzverwalter rückgängig gemacht werden. Alles klar?

Kann ich über meine Frau ein Gewerbe anmelden?

Das interpretiere ich so, dass das Gewerbe zwar von dir ausgeübt werden soll, aber zur Verschleierung von Wasauchimmer so getan werden soll, als würde die Frau das Gewerbe ausüben.

Das wäre aber etwas illegal, oder?

Deine Frau könnte das Gewerbe betreiben und dich in ihrem Betrieb anstellen - das wäre eine saubere Lösung.

Wie verhält es sich mit der Steuerklasse

Ein Gewerbe hat keine Steuerklasse.

meinen pfändbetrag.

Heißt jetzt konkret was? Hast du vor, Leute über den Tisch zu ziehen oder wie muss man das verstehen?

und wie schaut es in Zukunft mit der Pfändung aus?

Dein Lebenskonzept sieht aus meiner Perspektive recht merkwürdig aus.

Nein ich möchte keinen übern Tisch ziehen,die frage bezieht sich nur auf die Pfändungsbetrag meiner Frau nachdem sie das Gewerbe erröffnet hat.Die saubere Lösung wie beschrieben mit der Anstellung bei meiner Frau ist klar,aber wie verhält sich dann meine pfändungsgrenze werden dann die Verdienste zusammengerechnet oder gib's da dann andere Möglichkeiten?Ansonsten brauche ich ja nicht mehr arbeiten wenn ich nicht mehr verdiene .

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@Gerdla

Ansonsten brauche ich ja nicht mehr arbeiten wenn ich nicht mehr verdiene .

Und wo soll dann das Geld zur Bezahlung deiner Schulden herkommen?

Außerdem verdienst du doch mehr - und verwendest den Verdienst auch, wie sich das gehört, um die Schulden der Vergangenheit endlich zu tilgen.

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@blackleather

So einfach ist das nicht. Es gibt viele Situationen, in die man geraten kann. Da hilft es auch wenig, die Moralkeule zu schwingen.

Ansonsten brauche ich ja nicht mehr arbeiten wenn ich nicht mehr verdiene .

Es liegt nunmal in der Natur - nicht des Menschen, sondern jedes Lebewesens - effektiv zu sein. Arbeiten ohne Erfolg ist aber nicht effektiv, egal, was da vorher gelaufen ist.

Daran krankt das gegenwärtige System: Es werden immer nur Schuldige und Verantwortliche gesucht, die dann zu büßen haben. Aber das bringt uns nicht vorwärts.

Was wir brauchen, ist Motivation. Aktivitäten des Menschen müssen zu Erfolgen führen. Wenn jemand für 300 Euro arbeitet und H4 aufstockt, führt die Arbeit nicht zu einem Erfolg. Außer vielleicht ideeller Natur.

Wir müssen weg von der Haftungsabweisungsgesellschaft und hin zum Menschen. Denn niemand krümmt einen Finger, wenn er nicht dazu motiviert wird.

Sozialismus- Kommunismus -Kapitalismus -- das ist alles Unsinn, weil es Gesellschaftsordnungen beschreibt, oder zumindest zu beschreiben versucht. Der Mensch bleibt bei diesen Modellen aber auf der Strecke.

Aber der Mensch - um den geht es. Immer. Und man kann den Menschen nur dort finden und abholen, wo er nun mal ist.

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@EnnoBecker

Arbeiten ohne Erfolg ist aber nicht effektiv, egal, was da vorher gelaufen ist.

Wenn jemand seine Schulden abarbeitet, dann ist das ja wohl ein Erfolg, sogar ein doppelter: für denjenigen selbst, weil seine Schulden weniger werden, und für die Gläubiger, weil sie endlich das ihnen zustehende Geld sehen.

Es werden immer nur Schuldige und Verantwortliche gesucht, die dann zu büßen haben.

Enno, warum heute so unsubstantiiert? Was ist an dem grundsätzlichen Prinzip des Einstehenmüssens für verursachten Schaden (man könnte es auch Haftungsprinzip nennen) falsch? Ich gebe zu, es ist etwas alttestamentarisch, aber macht es das nicht wenigstens gerecht?

Es gibt viele Situationen, in die man geraten kann.

Schon richtig. Es gibt vor allem auch peinliche Situationen, in die man geraten kann, aber die meintest du wohl nicht; dir ging es um unverschuldete Notsituationen o. dgl. Wenn du sagst: es hilft in solchen Situationen nicht, mit der Moralkeule auf den unverschuldet in Not Geratenen einzuprügeln, dann könnte man dir entgegnen: es hilft genauso wenig, dafür andere büßen zu lassen, die genauso wenig dafür können, aber dank Restschuldbefreiung auf ihre berechtigten Ansprüche verzichten müssen.

Aktivitäten des Menschen müssen zu Erfolgen führen. Wenn jemand für 300 Euro arbeitet und H4 aufstockt, führt die Arbeit nicht zu einem Erfolg.

Auch wenn jemand für 300 Euro arbeitet und Heart'sFear aufstockt, führt seine Arbeit zu einem Erfolg - zwar nicht für ihn selbst, aber für den, der an seiner Arbeit verdient. Und bei Letzterem macht Kleinvieh Mist, sogar sehr viel.

Der Mensch bleibt bei diesen Modellen aber auf der Strecke. Aber der Mensch - um den geht es. Immer.

Dann musst du woanders ansetzen; aber das ist dann kein Thema mehr für einen solchen Thread. Darüber reden wir bei einem Bier, wenn ich mal wieder in Berlin bin.

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@blackleather

Was ist an dem grundsätzlichen Prinzip des Einstehenmüssens für verursachten Schaden (man könnte es auch Haftungsprinzip nennen) falsch?

Nichts. Wenn man irgendwann wieder anfangen kann, Eine ewige Verhaftung in H4 bietet aber keine Motivation.

nicht wenigstens gerecht?

Mag sein. Ich beschreibe auch nicht die "Gerechtigkeit". Es ist gerecht, dass es dem Bettler wie dem Millionär verboten ist, Brot zu klauen. Aber dies hilft nicht.

Gerecht ist in meinen Augen, dass der Zwerg eine Leiter bekommt zum Kirschenpflücken, und nicht der Riese.

Auch wenn jemand für 300 Euro arbeitet und Heart'sFear aufstockt, führt seine Arbeit zu einem Erfolg - zwar nicht für ihn selbst, aber für den, der an seiner Arbeit verdient.

Und das soll den Arbeiter motivieren?

Ich bleibe dabei: Wir befinden uns gesellschaftlich in einer Sackgasse, weil das Streben nach eigener Haftungsfreistellung geht. Bei jedem Unglück, bei jeder Panne wird zuerst der Schuldige gesucht und nicht die Lösung.

Wie beide haben es noch gut, wir können uns von unserem Beruf ernähren. Aber lassen wir es doch bitte nicht zu, dass unser persönlicher Wohlstand uns den Blick versperrt.

Wenn du mal wieder in Berlin bist, bist du gern unser Gast.

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@blackleather

Entweder verstehen wir uns nicht oder ich hier im falschen Forum .Eigentlich wollte ich nur eine Antwort auf meine fragen,und keine Moralpredigt.Ich Arbeite schon mein ganzes leben lang war auch noch nicht arbeitslos.Ich werde auch meine Schulden bezahlen,ist es so schwer eine Antwort zu geben.

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@Gerdla

Was willst du? Die Antworten sind längst durch und die Wissenden philosophieren noch ein wenig nach links und rechts.

Daran ist doch nicht Schlimmes.

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