Privatgläubiger droht mir mit Anwalt, was soll ich tun?

6 Antworten

Aufgrund deiner Beschreibung kann ich nichts erkennen, was die Eltern deiner Freundin in der Hand hätten, um damit das Geld gerichtich einzuklagen. Die Eltern können vielleicht noch nachweisen, dass sie das Geld gegeben haben. Aber das war es dann auch schon. Es wurde nichts über die Rückzahlungsmodalitäten vereinbart, was aber essentiell dazu gehören würde. Sie können noch nicht mal nachweisen, dass es ein Darlehen war. Du könntest theoretisch behaupten, du dachtest, das Geld sei dir geschenkt worden, bis du später vielleicht mal etwas hast, es wieder zurück zu schenken.

Die Eltern müßten also erst mal irgend was als Nachweis haben. Ohne Nachweis eines Rechtanspruchs der Zahlungsverpflichtung läuft es ins Leere bei Gericht. Das könnte zum Beispiel auch ein deklaratorisches Schuldanerkentnis sein im Sinne des §781 BGB, welches du ihnen jetzt nachträglich geben könntest, musst du aber nicht.

Moralisch gesehen ist es etwas anderes. Unter Freunden sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, Schulden zurück zu geben. Du sagst, du kannst 20€ im Monat zur Seite legen. Dann mach das. Da du keine Kontonummer hast, bringst du alle 3 Monate 60€ in bar vorbei und läst dir eine Quittung geben. Damit hast du deinen Zahlungswillen gezeigt. Wenn sie das ablehnen, bekommen sie halt nichts mehr.

Also ich kann den Ärger der "Schwiegereltern" gut verstehen.

Sie dachten wohl, dass sie Euch mit dem Darlehen das Erwerbseinkommen retten können. Das war nun nicht so, und Ihr leistet Euch nun das Auto weiterhin, obwohl nur noch ALG-II bezogen wird.

Ratenzahlungen von 20,-€ bei 2 Personen sind doch ein Witz. Bei 2x Regelbedarf sollten schon 50,-€ zusammen möglich sein. Aber dann reicht es vielleicht nicht mehr für das Tanken und die KFZ-Versicherung?

Jedenfalls würde ich mir das Verhältnis zu den Schwiegereltern nicht grundlegend zerstören und mich um einen Nebenjob bemühen (wie von WfWBinder empfohlen) oder das Auto verkaufen.

Man hat Dir/Euch ein Darlehen gegeben. Ohne klare Rückzahlungsvereinbarung, ohne Zinsvereinbarung.

Was ein Anwalt macht, ist nicht anderes als erstmal wirksam kündigen § 489 BGB, Frist 3 Monate.

Wenn Du dann nicht zahlst, kann ein Mahnbescheid und danach ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden.

Was ich Dir raten kann, nimm einen 450,- Euro Job im nächsten Supermarkt an, oder auf dem Großmarkt, oder sonst wo, da hast Du selbst mit ALG II Anrechnung die Kohle in 3 Monaten verdient, die Du zu zahlen hast und fertig.

Woher ich das weiß: Berufserfahrung

Das kann ein Anwalt zwar machen, ist aber nicht wirksam. Denn §489 BGB gilt nur für Verbraucherdarlehensverträge, bei denen der Darlehensgeber Unternehmer sein muss. Siehe §491 Abs 2 BGB.

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@Aivas

Stimmt, falsche Vorschrift. Die Kündigung erfolgt gem. § 488 Abs. 3:

Ist für die Rückzahlung des Darlehens eine Zeit nicht bestimmt, so hängt die Fälligkeit davon ab, dass der Darlehensgeber oder der Darlehensnehmer kündigt. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Sind Zinsen nicht geschuldet, so ist der Darlehensnehmer auch ohne Kündigung zur Rückzahlung berechtigt.

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@wfwbinder

Ich sehe das anders, wie ich in meiner Antwort ausgeführt habe. Die Eltern haben nichts in der Hand, um bei Gericht nachzuweisen, dass es sich um einen Darlehensvertrag gehandelt hat. Theoretisch kann auch die Leistung des Geldes aus einem anderen Rechtsgrund erfolgt sein, z.b. Schenkung. Daran wird es scheitern, wenn man gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen will.

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@Aivas

Kann schon sein, aber das Darlehen wird ja vom Frager nicht bestritten und:

da wir zwischendurch schon immer mal was zurückgezahlt haben.

Wird man ja nichts zurück gezahlt haben, wenn es eine Schenkung war.

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