Privaten Kleinstkredit zurück fordern?

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3 Antworten

Auch wenn es ärgerlich ist, solltest Du ein paar rechtliche Dinge zwingend beachten, bevor Du zur Tat schreitest. ;-)

Da es sich um ein privates Darlehen handelt, muss dieses schriftlich mit drei Monaten Frist und Angabe eines Zahlungstermins, gekündigt werden. So vorgeschrieben in § 488 BGB. Tust Du das nicht, würde in einem Rechtsstreit deine Klage sang- und klanglos, kostenpflichtig abgewiesen.

Nun scheint der Darlehnsnehmer ja ein gewitzter Typ zu sein.

Aus diesem Grund solltest Du, eben diese Kündigung, direkt vom Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Kostet rund 21 € und hat den Vorteil, dass Du eine Zustellurkunde als Beweis in Händen hälst.

Gerade säumige Schuldner, behaupten nämlich immer wieder, dass in den zugestellten Einschreiben, lediglich leere Blätter gewesen sind. Denk immer dran, Du bist in der Beweispflicht.

Wenn die Kündigungsfrist verstrichen ist, macht es Sinn, einen Mahnbescheid zu beantragen. Widerspricht der Schuldner diesem, bleibt nur noch der Weg über eine Klage beim Amtsgericht des Schuldnerwohnsitzes.

Übrigens solltest Du zum Beweis alle eMails, Whatsup-Chats als Protokoll ausgedruckt, für eine etwaige Klageschrift, parat haben.

Juristisch hast Du schlechte Karten. Aber Du kannst es ja mit einem Bluff probieren. Sende von einem E-Mail Account einer/s Bekannten Deinem Schuldner, dass dass Du bei Nichtzahlung bis zum .... den gesamten Vorgang zur Anzeige bringen wirst. Damit bist Du zwar noch nicht aus der Beweisplicht, aber es steht im schlechtesten Fall Aussage gegen Aussage.

Besser wäre es dem Schuldner ein Einschreiben zukommen zu lassen, in dem er dazu aufgefordert wird Stellung zu nehmen, warum er seine Schulden nicht wie zugesagt tilgt. Zusätzlichh noch eine Frist setzen.

Kommt keine Reaktion mußt Du natürlich dann auch die Anzeige durchziehen.

Juergen010 14.08.2017, 01:02

Nur mal so nebenbei:

Was wäre denn der Tatbestand bei einer strafrechtlichen Anzeige?

Glaube kaum, dass die Polizei bei der Sachlage überhaupt eine Strafanzeige fertigen würde.

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Snooopy155 14.08.2017, 10:06
@Juergen010

Die Polizei ist kein Gericht; sie hat zumindest erst einmal die Anzeige entgegenzunehmen. Erst ein Gericht kann den Kommunikationswechsel als nicht zulässig verwerfen.

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Zappzappzapp 14.08.2017, 15:09
@Snooopy155

Der Fragesteller möchte sein Geld zurückhaben und fragt, ob seine Beweise ausreichen.

Dazu ist ein "Bluff" über den E-Mail-Account einer/s Bekannten mit der Drohung einer Strafanzeige nun wirklich ein ungeeigneter Weg. Eine Strafanzeige, wenn sich denn ein Gericht überhaupt damit befassen würde, brächte eine Rückzahlung der Schulden keinen Schritt näher.

Der zweite Absatz Deiner Antwort ist schon eher zielführend

Und wie Du darauf kommst, dass die juristischen Karten schlecht sein sollten, erschließt sich mir auch nicht. Bei den beschriebenen schriftlichen Unterlagen sollte es nicht schwer sein, die Schulden zu belegen. Ein schriftlicher Vertrag, der natürlich wünschenswert gewesen wäre, ist dafür nicht erforderlich.

Es muss nur zivilrechtlich schnellstmöglich der korrekte Weg eigeschlagen werden.

Den richtigen Ansatz dafür gibt @Juergen101

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Frau Naiv:

Vielleicht ist es möglich, vom Schuldner wenigsten eine Abschlagszahlung von z.B. 50 €, aus Beweissicherungsgrunde möglichst per Überweisung, zu erhalten.

Dann hast du zumindest zwei Dinge erreicht, nämlich die Anerkennung der Forderung durch den Schuldner und den Neubeginn der Verjährung.

Vergl. § 212 BGB

Ich würde ohne weiter zu zögern sogar einen Mahnbescheid veranlassen.

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