Private Rechnungen an Unternehmen - zulässig?

1 Antwort

Sehr schön. Ich mag junge Leute, die mein negatives Bild von der heranwachsenden Generation widerlegen.

Und dann noch in einwandfreiem Schriftdeutsch - ich finde, das kann man auch mal positiv herausheben.

Da gibt man sich gern Mühe bei der Antwort.

Deren gibt es zwei: Die eine vom Lehrstuhl und die andere aus der Praxis.

Das Problem hat zwei Seiten, die steuerrechtliche und die sozialversicherungsrechtliche. Denn so wie es aussieht, warst du in der Zeit scheinselbständig. Das ist der SV-Teil. Es kann passieren, dass nach einer Prüfung bei deinem Bruder der Schluss gezogen wird, dass deine Tätigkeit SV-pflichtig war. Dann muss er SV-Beiträge nachzahlen. Hierzu gibt es hier im Forum aber Leute, die davon mehr verstehen als ich.

Bei der Steuer ist das anders, da kenne ich mich aus.

Das was du gemacht hast, ist eindeutig gewerblich. Das heißt, dass du durchaus deine Rechnungen an deinen Bruder stellen kannst. Um das hier aber von Anfang an richtig zu beantworten, brauchen wir noch einige Angaben:

  1. Über welche Höhe der Einnahmen reden wir hier? (weniger als 410 Euro, zwischen 410 und 820 Euro, unter 17.500 Euro im Jahr, aber auf die Anzahl der Monate runtergequotelt, über 17.500)
  2. Falls über 410 Euro: Welche Ausgaben im Zusammenhang mit dieser Arbeit sind bei dir angefallen? Das musst du nicht aus dem Ärmel schütteln, aber drüber nachdenken.
  3. Falls über 410 Euro: Wie sieht die Bilanz "Einnahmen minus Ausgaben" aus?

Beantworte das mal, dann können wir zielsicher weiter antworten.

Dass du ein Gewerbe hättest anmelden müssen, schadet wahrscheinlich nicht weiter, aber auch dazu später mehr. Auch wie du steuerrechtlich vorgehen musst oder kannst.

Und schließlich noch: Was genau war deine Aufgabe, was hast du gemacht?


Die Frage wandert auf meinen Merkzettel und ich weiß auch schon, bei was für Sorten Fragen ich die als Referenz hervorzaubere.

mehrere tausend Euro gezahlt.

Ach, meine Augen!

Also da reduzieren sich die Fragen oben wenigstens ein wenig.

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Danke für die Antwort und dafür, dass Sie mir bezüglich der Problematik Rat geben möchten.

Also in 2012 geht es um ca. 7.000 €, in 2013 geht es um ca. 14.000 €.

Meine Arbeit umfasste diverse Online-Marketingaktivitäten, die Geschäftsfeld-/ und Portalentwicklung, sowie in zunehmendem Maße analytische Tätigkeiten. Ich habe bspw. bei der Konzeptentwicklung von Webportalen mitgewirkt, ein Analysesystem für die Performance-Messung für diverse Web-/Social Media Portale entwickelt und anschließend regelmäßige Performance-Analysen jener Portale durchgeführt.

Einfacher ausgedrückt: anfänglich verrichtete ich noch in hohem Maße einfachere Marketingaufgaben des Tagesgeschäfts, mit der Zeit aber ging ich vom operativen Tagesgeschäft weg und hin zur Konzeptentwicklung und Erfolgsanalyse. Ich trug zum Umsatz-/Ertragswachstum bei, was sich schließlich auch in meiner anwachsenden Entlohnung mit der Zeit widerspiegelte.

Wenn ich nun Rechnungen schreibe, obwohl ich damals noch kein Gewerbe hatte, habe ich dann mit einer Strafe zu rechnen? Sie sagten auch, dass mein Bruder ggfs. SV-Beiträge nachzahlen müsste für mich, wenn meine Arbeit als sozialversicherungspflichtig angesehen werden würde. Wann ist dies denn der Fall und wie entscheidet das Finanzamt darüber?

Beste Grüße miko-djan

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@mikodjan
Also in 2012 geht es um ca. 7.000 €, in 2013 geht es um ca. 14.000 €.

Umsätze oder Gewinn?

Deswegen waren die Fragen ja so aufgeteilt.

Meine Arbeit

....ist gewerblich.

Wenn ich nun Rechnungen schreibe, obwohl ich damals noch kein Gewerbe hatte, habe ich dann mit einer Strafe zu rechnen?

Nein. Die Nichtanmeldung des Gewerbes ist eine Ordnungswidirgkeit. Hier würde ich aber dem Gewerbeamt gegenüber behaupt, von einer nichtgewerblichen, also selbständigen Tätigkeit ausgegangen zu sein.

Das hat mit Rechnungsschreiben nichts zu tun. Als Unternehmer ist man verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten eine Rechnung auszustellen, wenn der Leistungsempfänger ebenfalls Unternehmer ist - das ist aber ein umsatzsteuerrechtliches Problem.

Also, alles richtig gemacht.

SV-Beiträge nachzahlen.... wie entscheidet das Finanzamt darüber?

Gar nicht. Das Finanzamt erhebt und verwaltet Steuern. Für die SV ist die RVB oder wie das heißt zuständig. Hierzu sollte sich lieber jemand anders äußern.

Du musst nun nur sehen, dass du deine Einnahmen richtig in der Umsatzsteuererklärung angibst (Kleinunternehmer, also nur ein Eintrag auf dem Mantelbogen) und in der Einkommensteuererklärung. Da würde ich die Anlage S für nutzen, damit das im Einklang mit der Aussage steht, dass du von einer Nichtgewerblichkeit ausgegangen bist.

Das Fehlen der Betriebsanmeldung beim Finanzamt wird man dir auch verzeihen.

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@EnnoBecker

Die Frage nach den Ausgaben hatte ich überlesen, Verzeihung. Ich habe nur "gewöhnliche" Ausgaben, sprich Fahrtkosten bis zum Arbeitsplatz (ca. 15 Km hin und zurück), Telefonkosten, teilweise Büromaterial. Müsste ich nochmal genau kalkulieren, um da eine Ausgabenhöhe nennen zu können. Arbeitsplatz waren die Büroräume meines Bruders.

"Nichtgewerbliche, selbständige Tätigkeit" - heißt das, dass ich annahm, als Freiberufler tätig zu sein?

Zur Umsatzsteuererklärung: wenn die Einkünfte in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren erfolgten, aber zusammengenommen innerhalb von 12 Monaten ein höherer Betrag als die Jahresfreigrenze von 17.500 € verdient wurde, kann dann trotzdem von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht werden. Anders gesagt: zählen Kalenderjahre oder der zusammengenommene Zwölfmonatszeitraum?

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@mikodjan
Müsste ich nochmal genau kalkulieren, um da eine Ausgabenhöhe nennen zu können.

Nicht für mich, sondern für dich. Du brauchst side Ausgaben ja zum Absetzen.

heißt das, dass ich annahm, als Freiberufler tätig zu sein?

Genau das.

Zur Umsatzsteuererklärung:

Die Umsatzsteuer ist stets eine Kalenderjahressteuer.

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viele Dank

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Wie läuft das mit der Rechnung an Unternehmer in der EU?

Guten Abend,

ich verkaufe Download-Artikel in einem Online-Shop, also Artikel, die nicht versandt werden, sondern zum Download zur Verfügung stehen. Es geht im Folgenden um die korrekte Rechnungsstellung.

Folgendes weiß ich bereits:

1) Ist der Käufer ein deutscher Privatmann oder ein deutsches Unternehmen, wird ganz normal 19,00% Umsatzsteuer berechnet. Hier ist alles klar.

2) Ist der Käufer ein Privatmann oder ein Unternehmen aus einem Drittland (z.B. USA), dann muss ich eine Netto-Rechnung ausstellen. Diese Netto-Rechnung darf keine Umsatzsteuer enthalten, sondern es wird der gesamte gezahlte Betrag als Nettobetrag gezahlt. Wenn der Käufer also insgesamt 10,00 Euro gezahlt hat, dann muss ich die Rechnung auch über einen Nettobetrag von 10,00 Euro ausstellen. Privatmann und Unternehmen werden in diesem Fall gleich behandelt.

Nun geht es um die Rechnungsstellung in die EU: Seit Anfang diesen Jahres gibt es den "Mini-One-Stop-Shop". Dementsprechend muss ich bei Privatpersonen immer denjenigen Mehrwertsteuersatz berechnen, der im Land der Käufers gilt und auch an den dortigen Staat abführen. Bei Unternehmen muss ich allerdings das Reverse-Charge-Verfahren beachten.

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Danke für eure große Mühe und Hilfe.

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