Frage von DeinEndgegner, 46

Private Rechnung: Ohne Angabe einer Steuernummer trotzdem korrekt?

Hallo zusammen,

ich bin Angestellter einer Firma. Für diese habe ich auf Honorarbasis eine zusätzliche, einmalige Tätigkeit ausgeübt, für die ich eine Rechnung i. H. v. 400 Euro stellen soll (zusätzlich zum normalen Gehalt). Darüber hinaus habe ich in den letzten 2 Jahren für Bekannte 5 Tätigkeiten ausgeübt, die ich jetzt mit insgesamt 2000 Euro in Rechnung stellen möchte. Hierzu meine Fragen:

  1. Kann ich als Privatperson ohne angemeldetes Gewerbe sowohl auf die Angabe einer Steuernummer als auch einer Umsatzsteuer-Ident-Nummer beim Erstellen der Rechnungen verzichten? Also lediglich meine Wohnadresse angeben?

  2. Erstelle ich die zweite Rechnung für meine Bekannten einmal über die vollen 2000 Euro (da es sich immer um das gleiche Projekt gehandelt hat), oder gesplittet auf 5 Rechnungen zu je etwa 400 Euro (da die 5 Tätigkeiten trotz des gleichen Projekts über zwei Jahre verteilt erfolgten)?

  3. Was sind denn die grundsätzlichen Bedingungen, nach denen man als Privatperson ein Gewerbe anzumelden hat? Ich habe zwar etwas zu einer Obergrenze von 17.500 Euro gelesen, ab der man umsatzsteuerpflichtig wird ( Anm. Support: Link entfernt ) - nicht jedoch wann überhaupt eine Gewerbeanmeldung erfolgen muss. Sind die mehrmaligen Tätigkeiten aus 2. bereits ein Kriterium, oder doch problemlos, da es trotzdem auf 5 mal begrenzt und zudem ein einziges Projekt war?

Ich freue mich auf hilfreiche Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 33

1. Wie @impact richtig bemerkt hat, muss erstmal geklärt werden, ob es Gewerbe, oder freier Beruf ist. 

1.a) Dann gehe ich davon aus, das Du Dich nicht "am allgemeinen wirtschaftlichen Verkahr" beteiligt hast. Somit, selbst wenn es eine gewerbliche Tätigkeit war, keine Gewerbeanmeldung.

2. Was war das denn für eine Tätigkeit für Bekannte? Ich liebe diese kryptischen Fragen. Warum kann man nicht schreiben "ich habe eine Webseite gebaut," "ich ahbe eine Sitzgruppe für den Garten gebaut, weil ich mal Tischler gelernt hatte," usw. Wenn es 5 Einzelaufträge waren, 5 Rechnungen (warum ernst nach so langer Zeit), wenn es eine Tätigkeit war, die nur in 5 Abschnitte unterteilt war, eine Rechnung.

3. Umsatzsteuer ist Umsatzsteuer und Gewerbesteuer ist Gewerbesteuer. Nicht jeder der Umsatzsteuer zahlt ist Gewerbetreibender (ich z. B.) udn nicht jeder Gewerbetreibender zahlt Umsatzsteuer (z. B. ein blinder Unternehmer mit nicht mehr als 2 Arbeitnehmern, § 4 Nr, 19 UStG).

So wie Du es schilderst war es kein Gewerbe, selbst wenn es eine gewerbliche Tätigkeit wäre.

Ändert aber natürlich nichts daran, dass Du eine Gewinnermittlung machen musst und das ERgebnis in die Einkommensteuererklärung einbringst (Anlage "S", oder "G").

Kommentar von DeinEndgegner ,

Danke für die Antworten. So hatte ich es mir auch schon gedacht, gewerbliche Tätigkeit ja, Gewerbe nein.

Zu 2.) Ich habe die Frage allgemein gehalten, weil ich dachte dass es keinen Unterschied macht ob man nun eine Website baut oder etwas zusammenzimmert. Konkret ging es um Markenkommunikation - also Tipps zum Aufbau einer neuen Getränkemarke im Hinblick auf kreative Werbung, Aktionen, den Produktnamen etc.

Grüße

Kommentar von wfwbinder ,

Diese Art der Beratung könnte, bei entsprechender Vorbildung, eine freiberufliche Tätigkeit sein. Daher ist es schon wichtig welche Art der Tätigkeit ausgeführt wird. Das hat zwar bei dieser geringen Größenordnung keine Auswirkung, aber es könnte ja mal mehr werden.

Bezüglich der Arbeit für den Arbeitgeber, den Kommentar von @EnnoWarMal zur Antwort von Impact beachten.

Was ist Gegenstand des Anstellungsvertrages und was wurde auf Rechnung für den gemacht?

Antwort
von Impact, 37

Zunächst solltest Du wissen, ob die Tätigkeit(en) freiberuflich waren - kein Gewerbe.

Wenn es nicht freiberuflich war - sechsmal selbständig zu arbeiten ist doch wohl ein Gewerbe.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Ein Detail wurde übersehen:

ich bin Angestellter einer Firma. Für diese habe ich auf Honorarbasis eine zusätzliche, einmalige Tätigkeit ausgeübt,

Bevor ich mich zu Einzelfragen nach der Gerwerblichkeit ergehe, prüfe ich doch hier erst einmal § 1 (1) LStDV

Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus dem
Dienstverhältnis zufließen. Es ist unerheblich, unter welcher
Bezeichnung oder in welcher Form die Einnahmen gewährt werden.

Zumindest zu diesen 400 Euro kann man wohl eher davon ausgehen, dass es sich um Arbeitslohn handelt.

Verbleiben fünfmal. Wenn es dabei bleibt, könnte auch eine 22er Einkunft angenommen werden.

Aus Sicht des Praktiker würde ich genau das tun. Das schützt vor Sanktionen wegen fehlender Gewerbeanmeldung, Pflichten nach § 138 (1) AO (Betriebsanmeldebogen) usw.

Kommentar von DeinEndgegner ,

Sie meinen sicherlich § 2 (1) LStDV.

Danke für den Hinweis.

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