Private KK oder freiwillg gesetzlich versichert bleiben?

2 Antworten

bin weiblich 27, keine Kinder, kein Mann....habe auch nicht vor Kinder zu bekommen

Es gibt noch etwas was mich bei der PKV stören würde und zwar die Selbstbeteiligung. Ich möchte schon ohne lange zu überlegen zum Arzt geben und nicht 300 oder 600 oder noch besser 1200 im Jahr dazu zahlen.

Ich zahle jetzt schon über 400 Euro. Verstehe ich es richtig, max. kann ich bei der gesetzlichen um die 600 zahlen? Ob ich 5000 Euro verdiene oder 1 Million? Einwenig unfair oder?

Sorry, hab die Frage nicht so recht beantwortet. Die PKVs haben natürlich ihre Abrechnungsmethoden und ihre abgegrenzten Leistungen. Gerne werden hier nur die "medizinisch notwendigen Maßnahmen" erstattet. Das ist auch oft Auslegungssache (die AXA grenzt da schnell immer Leistungen aus) Als Privatpatient ist man mündiger Bürger, als Kassenpatient muss man das nehmen, was man bekommt. 40 bis 50 % Prämie sind eine Menge Zeug. Diese Prämie kann man später herunterhandeln, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen werden, auf die sich die Prämie bezieht. Gesund leben, gute Ernährung, etwas Sport ist immer besser als die feinste Behandlung. Im Mafia-Betrieb Krankenversicherung geht es um 150 Milliarden Jahresumsatz und wenn es um die Verteilung oder auch Ausweitung dieser Summe geht, bleiben die Patienten und Politiker sehr oft chancenlos auf der Strecke. Die Beiträge sind so etwas wie Schutzgeld, bei den Kassen werden sie "sozial" verteilt - bei den Privatversicherungen kann man sie individuell etwas besser steuern und man kann sich den Kassierer pesönlich aussuchen.

Wenn es nicht ums Geld für die Tarifauswahl geht, würde ich immer die private Versicherung aussuchen. Ärzte, die es ja eigentlich wissen sollten, sind fast immer privat versichert und wenn's auch nur Ergänzungsversicherung (Zahn, Klinik) sind. Alle Beamten sind auch privat vesichert oder bekommen vom Staat eine volle Heilfürsorge und hier hat der Gesetzgeber ja "für sich selbst" die Regeln gestrickt. Richter etc. - fast alle privat versichert. Arbeiter am Fließband, bei Opel oder sonstwo, fast immer in der AOK.

Das ist eine schwierige Frage. Überleg Dir auch, ob Du mit 27 Jahren, schon 100%ig sicher wegen Deiner Lebensplanung bist (nie Kinder usw.). Bei der gesetzlichen Krankenkasse werden Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze genommen, dann ist Schluß, wenn Du also sehr gut verdienst in Deiner Selbständigkeit - fallen die Beiträge nicht so ins Gewicht und wenn Du weniger verdienst, sind die Beiträge eben nicht so hoch. Bei der Privaten interessiert Dein Einkommen nicht, sondern nur Alter, Geschlecht und Gesundheitszusand (Vorerkrankungen) - wo Du wohl einiges angeben mußt und mit Zuschlägen rechnen mußt. Der Weg zurück in die Gesetzliche ist schwierig, ab 55 Jahre unmöglich. Ich kenne viele privat Versicherte, die den Schritt in die Privatkasse bereut haben, was sie jung gespart haben (und leider ausgegeben haben), haben sie im Alter (bei sinkenden Einkommen) mehr gezahlt. Wenn Du privat versichert wärst, solltest Du Dir selber unbedingt Rückstellungen fürs Alter bilden, sonst bleiben die Leistungen unbezahltbar, oder Du mußt grade im Alter, wo es auf gute Leistungen der PKV ankäme - in einen Basistarif wechseln.

Wie sie sehen ,ist die Thematik eine richtige persönliche Entscheidung zu treffen ,nicht leicht ! Zunächst ist erst einmal die Basis für beide (PKV/GKV) das Krankenversicherungsgesetz (auch Bismarkische Krankenreichsversicherungsordnung genannt..) und alle Reformen hierzu von 1984 bis hinzu 2009 (Pflichtversicherungsgesetz kraft Gesetzgebung !) Vorteiel / Problematiken der GKV : Nachhaltigskeitsfaktoren wie neue Sterbetafelregelung ist nicht gegeben, Zunahme der Pflegebedürftigkeit, Höhere Lebenserwartung, Schwierige Erkrankungen sind kostenaufwendig heilbar, Familenversicherte zahlen einen Beitrag,Streichung von KT, Sterbegeldern, bestimmte kieferorthopädischen Massnahmen,Zuzahlung erhöhen sich..ebenso rechnet man nach Expertenmeinung in den nächsten 5 - 10 Jahren mit einer Erhöhung von 3 % Prozentpunkten, um die Kosten zu senken..des weitern gibt es über 218 GKV Anbieter ! Vorteile : Kolletivdenken/versicherung und Gleichbehandlung, Versicherungspflicht verhindert Lücken ,es gibt mittlerweile Wahltarife (woher dies wohl haben..?) ..

Überleg dir mal, was Du machen würdest. Du kannst im Monat 800 Aufträge bearbeiten und bekommst dafür mindestens 11.200 € und maximal 30.000 € bezahlt. Das Material ist in der Qualität und in der Masse eingeschränkt Davon mußt Du für Miete, Versicherung und Personal monatlich 10.000 € auf den Tisch legen. Im zweiten Monat mußt du von diesen 800 Aufträgen 400 nachbearbeiten - dafür bekommst du nichts, weil die Aufträge nur einmal im Quartal zu honorieren sind. Die Zahlung erfolgt meist nur alle 6 Monate. Als Alternative bekommst du nun die Möglichkeit 400 Aufträge zu bearbeiten und bekommst dafür mindestens jeweils 14,-- Euro, meist aber zwischen 30 und 50 € und die gleich nach 14 Tagen. Nachbearbeitungen kannst Du zum gleichen Betrag abrechnen, ein oberes Limit gibt es nicht - 800 Aufträge würden also mindestens 40.000 in die Kasse spülen, eher mehr. Material kannst Du Dir aussuchen und nur vom Feinsten wählen. Welche Aufträge würdest Du mit mehr Leidenschaft bearbeiten?

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