Private Altersvorsorge: Selbst managen oder auf Banken & Co vertrauen?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Pfälzerbueb, also meiner Meinung nach ist es so, dass du ja mit dem Fachmann, der dir deine Altersvorsorge managed gar keinen Kontakt hast. Du hast auch keinerlei Einfluss drauf wie investiert wird (mal abgesehen von der groben Fondsauswahl in einigen Policen) und der Möglichkeit des switchen. Ich bin klar der Meinung, dass es für jeden grundsätzlich daszu gehören müsste, einen Grundkurs in Sachen Geldanlage, Altersvorsorgeplanung etc. zu besuchen. Gibts aber leider noch nicht. Wenn man sich überlegt, wie sie die Leute informieren und vergleichen und welcher Aufwand betrieben wird, wenn es darum geht eine neue Digitalkamera für 500 Euro zu kaufen oder ein neues Auto auszusuchen, dann bin ich immer sehr erstaunt, wie wenig sich die Leute doch für das eigene Geld interessieren. Ich bin der Meinung, jeder kann sich ein vernünftiges Grundwissen aneignen und damit seine Vorsorge gestalten. Wenn konkret Fragen zu Begriffen oder Details sind, dann findet man im Internet alle Informationen, die man braucht. Das Geschwafle von 3 Schicht Modell und Quatsch und Co KG ist ja alles Recht und Gut. Allerdings ist es immer so, der Staat gibt, der Staat nimmt, meistens nimmt er mehr als dass er gibt. Es gibt viele "Experten" für diverse Altersvorsorgeprodukte und Schichten, die ja selbst in der Öffentlichkeit vollkommen ohne jegliches Schamgefühl Ihr bestes geben. Aber dies zu Diskutieren ist hier nicht gefragt.

Also zu deiner Frage nochmal zurückzukommen. Ich halte es grundsätzlich für Richtig und auch sinnvoll, wenn du deine Altersvorsorge selbst verwaltest. Allerdings musst du dich dann damit auch auseinandersetzen und befassen. Es gibt auch Produkte, die wirklich nur Insidern vorbehalten sind, aber darum gehts ja nicht. Du kannst dir vollkommen ohne kostenlos und ohne einen Vertreter im Haus gehabt zu haben kostenlose Vergleiche zu fast allen Sparten (Risiko LV, Berufsunfähigkeit, Unfallversicherung, Haftpflichversicherung, Hausratversicherung oder Krankenzusatzversicherung) der Altersvorsorge anzeigen und ausrechnen lassen. Auch kannst du sogar bei einigen Banken kostenlose Konten eröffnen, mit denen du ohne Kosten Fonds kaufen kannst und die auch keine Depotsgebühren verlangen.

Und sind wir doch mal ehrlich, wenn du bei deiner Planung auf die Werte setzt, die auch in der Vergangenheit auch in Krisenzeiten eine akzeptable Performance gebracht haben, und nicht wild umherspekulierst dann bist du mittel und langfristig schon um einiges Besser als 90% aller Sparverträge auf dem Markt im Bezug auf Zins.

Ich rate dir im Übrigen davon ab, Banken, Versicherungen oder Bausparkassen dein Geld anzuvertrauen, denn letztendlich verdienen die mit deinem Geld eine goldene Nase. Ach ja, schau mal über die Grenzen, in Österreich und auch seit neuestem in der Schweiz ist Bausparen "verboten" da es unsozial ist.

Hier kannst du die wichtigsten Versicherungen vergleichen: http://url9.de/mew

An sich sollte man meinen, dass die Fachleute von der Bank da die besseren Kenntnisse und Fähigkeiten haben und deshalb im Vorteil sind. In der Praxis aber macht man die ernüchternde Erfahrung, dass sich Bank- und Sparkassenangestellte nicht als Berater, sondern als Verkäufer verstehen. Natürlich mag es auch da Ausnahmen geben, die Regel ist allerdings, dass gerade das empfohlen wird, was die meiste Provision bringt und das ist nur selten die für den Kunden beste Anlage. Was man aus dieser Erkenntnis macht, hängt natürlich extrem von den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten und vom zur Verfügung stehenden Anlagevermögen ab. Ist letzteres groß genug, dass könnte man durchaus mehrspurig fahren: Beim einen -kleineren Teil- läßt man sich ganz klassisch von der Filialbank beraten und beim zweiten -größeren- Teil des Anlagebetrags kopiert man einfach die Ratschläge, unterhält das Depot aber kostengünstig bei einer Direktbank. Wer ausreichend Kenntnisse hat, kann auch nur den zweiten Teil wählen. Verhängnisvoll ist es aber, wenn man sich und seine Gaben überschätzt. Ich würde mir da zunächst Grundlagewissen aneignen und das kann man nicht nur aus Internetportalen beziehen. Man sollte sich Fachliteratur zu dem Anlagegebiet besorgen, in dem man seine Altersvorsorge zu gestalten gedenkt.

Wenn du dich beim Media-Markt zu einem LCD-TV beraten lässt, ist der Mitarbeiter dann nicht auch ein Verkäufer?

Wenn du dich beim Autohaus zu einem Auto beraten lässt, ist der Mitarbeiter dort nicht auch ein Verkäufer?

Natürlich verkauft eine Bank Produkte - ist das etwas Neues? Sinnvoll muss es sein, dass ist das Wichtige!

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@volksbanker

Wenn ich zu Mercedes gehe, erwarte ich nicht, einen Opel empfohlen zu bekommen. Und bei Media-Markt tritt mir der Verkäufer nicht mit dem Anspruch gegenüber, mich unabhängig beraten zu wollen.

Anders ist das alles bei der Bank. Da werden große Worte wie "Vermögensanalyse" u.ä. verwendet und mir in Aussicht gestellt, mich neutral beraten zu wollen, so stand es wörtlich in einem Werbebrief meiner Sparkasse. Anschließend wird mir dann aber nur das vorgeschlagen, was die Finanzpartner der Sparkasse im Angebot haben. Dass man Fonds auch über die Börse ohne Ausgabeaufschlag kaufen kann, dass es Indexfonds mit minimalen Verwaltungskosten gibt etc weiß ich erst, seitdem ich ein Zweitdepot bei einer Direktbank habe.

Um nicht mißverstanden zu werden: Es geht hier nicht darum, Bankangestellte schlecht zu reden. Ich habe selber in Bekanntschaft und Verwandtschaft Angehörige dieses Berufs und weiß um den Vertriebsdruck, unter dem man bei manchen Banken steht. Das allerdings kann mich als Kunden ja nun nicht dazu bewegen, nicht die für mich günstigste Lösung zu wählen.

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@Privatier59

Sorry aber das ist doch blauäugig. Wie kann ein Sparkasse oder ein andere Bank neutral beraten. Das ist genau dasgleiche wie bei Mercedes. Der Mercedesverkäufer kann dich genausowenig neutral beraten wie ein Sparkassenberater. Ein Mercedesverkäufer will dir einen Mercedes verkaufen und ein Sparkassen- oder Volksbankberater dir einen seiner hauseigenen Fonds oder Zertifikate. Wirklich unabhängig ist immer nur ein Finanz- oder Versicherungsmakler. Der hat alle Fonds und Versicherungen des Marktes.

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@Niklaus

Eine Bank oder Sparkasse WÄRE durchaus in der Lage, neutral zu beraten. Sie kann jedes beliebige Anlagevehikel beschaffen, notfalls auch über die Börse. Auch dabei würde die Bank verdienen, aber offenbar nicht so viel, wie bei eigenen Produkten. Nicht der auf eine neutrale Beratung hoffende Kunde ist blauäugig, sondern die Bank hinterhältig.

Der Empfehlung zu Finanz- oder Versicherungsmaklern kann ich mich nicht anschließen, denn auch deren Urteilsvermögen wird durch die Höhe der Provision getrübt, welche bei den einzelnen Anbietern ja ein ganz unterschiedliche sein kann.

Wirklich neutral sind nur Vermögensverwalter, wobei man da dann aber auch für die Beratung zu zahlen hat und vor dem Problem steht, dass kleine Anlagebeträge nicht akzeptiert werden. Alternative ist dann die Vermögensverwaltung in Eigenregie.

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@Privatier59

Der Empfehlung zu Finanz- oder Versicherungsmaklern kann ich mich nicht anschließen, denn auch deren Urteilsvermögen wird durch die Höhe der Provision getrübt, welche bei den einzelnen Anbietern ja ein ganz unterschiedliche sein kann.

Sorry aber das ist absolut falsch. Ich verrate dir ein Geheimnis. Der Unterschied liegt im 0,1 Promille-Bereich. Außerdem erhält der Kunde einen professionellen Vergleich über die angebotenen Produkte und kann sich dann selbst entscheiden.

Davon abgesehen keine Bank kann neutral beraten. Keine Mercedeshändler kann neutral beraten. Wieso Vermögensverwalter neutral beraten können sollen erschließt sich mir nicht. Denn auch dese bezoehen Provision oder haben Verträge mit den Unternehmen deren Produkte sie vermitteln.

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@Niklaus

Ein Vermögensverwalter wird vom Kunden für seine Tätigkeit bezahlt und er würde sich wegen Untreue zu verantworten haben, wenn er -ohne den Kunden darüber zu informieren- Provisionen bezieht ohne diese an den Kunden auszuzahlen. Deswegen macht das auch kein seriöser Vermögensverwalter.

Was den angeblich professionellen Vergleich durch Makler betrifft, so muß man sich nur die diversen Internetportale in diesem Bereich ansehen und austesten dann kann man selber erleben, wie unterschiedlich die Ergebnisse sind. Da muß man schon sehr blauäugig sein, um das für Zufall zu halten. Die Höhe der Provision bestimmt das Ergebnis und die Unterschiede liegen nicht nur im Promillebereich.Die nicht im Internet vertretenen Finanz- und Versicherungsmakler sind oftmals auch nicht besser.

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Das ist eine sehr persönliche Entscheidung, die jeder für sich selbst mehr oder weniger qualifiziert fällen muss. Letztendlich weiß man um die Richtigkeit der Entscheidung erst, wenn es zu spät ist :-)

Also wird die klassische Antwort wohl so lauten, daß wer sich mit dem Thema nicht selbst befassen kann oder will, eben auf Berater diverser Sorten vertrauen muss, während jemand, der sich die eigene Steuerung und Planung der Altersvorsorgepäckchen zutraut, einen gewissen Anteil selbst in die Hand nehmen kann. Diversifikation ist die Antwort.

Man muss zur Altersvorsorge jedoch auch die eigene Qualifikation und Erfahrung im beruflichen Umfeld sehen, denn das sorgt bei entsprechenden Honorierung durch Arbeitgeber für das nötige Kleingeld, das man in die Vorsorge überhaupt erst stecken kann.

Aus diesem Grund habe ich neben der eigengenutzten Immobilie, dem klassischen Riester-Versicherungsvertrag, der Kapitallebensversicherung und der konventionellen Direktversicherung noch einen Wertpapierportfolio, den ich als Altersvorsorge und Vermögensrücklage selbst in die Hand nehme... nach einigen sehr lehrreichen Eskapaden in den 1990ern läuft das inzwischen recht erfolgreich :-)

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