Porkerturniere - wo ist die Grenze zwischen Hobby und Steuerpflicht?

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3 Antworten

Die Frage, ab wann ein Hobbyspieler zum Berufsspieler wird, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es bedarf grundsätzlich eine Betrachtung des konkreten Einzelfalles.

In der Praxis wird eine gewerbliche Tätigkeit teilweise bereits dann angenommen, wenn ein Spieler an zwei Pokerturnieren pro Monat teilnimmt, oder an einem sogenannten „Pro-Turnier“.

Grundsätzliche Steuerpflicht

Ermöglicht dem Spieler die regelmäßige Teilnahme an Pokerturnieren und die daraus resultierenden Gewinneinnahmen sich nachhaltig am wirtschaftlichen Verkehr zu beteiligen, so wird im Zweifel eine gewerbliche Tätigkeit anzunehmen sein, was eine Steuerpflicht gemäß § 15 Abs. 2 EStG begründen würde.

http://www.wbs-law.de/gewinn-und-gluckspielrecht/glucksspielrecht-teil-3-die-frage-nach-der-einkommensteuerpflicht-von-pokergewinnen-36154/

Die Grenze ist dünn. Als Hobby hilt es wenn in eher unregelmäßigen Abständen gespielt und zwischendurch auch verloren wird. Sonst wirst du schnell als professioneller Spieler eingestuft und musst deinen Gewinn versteuern.

Selbst wenn man Gewerblichkeit annehmen möchte, gibt es noch eine Hürde, nämlich die sogenannte Liebhaberei:

Wenn man ständig am Verlieren ist, weil man mit einer 2 und einem König (suited) ständig All-in geht, unterstellt das Finanzamt, dass eine Einkunftserzielungsabsicht nicht besteht und ordnet das Pokerspiel trotz gewerblicher Merkmale dem nichtsteuerlichen Bereich zu.

Gewinnt man aber, fragt das Finanzamt nicht, ob man den Gewinn eigentlich auch gewollt hat.

Im Zweifel aber würde ich auch im Gewinnfall erstmal von einem Privatvergnügen ausgehen. Soll das Finanzamt doch erst einmal nachweisen, dass es gewerblich ist.

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