Pflichtteil eingeklagt

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Es istschon richtig, Schenkungen der letzten 10 Jahre werden einbezogen. Jedoch nicht voll, sondern jedes Jahr vermindert sich die Anrechnung um 1/10. Also eine Schenkung von vor 5 Jahren in Höhe von 10.000,00 wurde nur noch mit 5.000,- angerechnet. In der Aufstellung ist sie aber erstmal voll anzugeben.

Bei dem Beitrag zur Erhaltung des Hauses würde ich das aber dazu schreiben, wenn Dein Stiefvater dort mit gewohnt hat, es also die Ehewohnung war.

Was mich wundert, warum das nicht bei der Klage wegen des Pflichtteils auf den Tisch kam, sondern im Nachhinein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sandyra
04.02.2015, 09:10

Der Pflichtteil ist jetzt erst eingeklagt worden. Das Testament ist lt. Ergericht eröffnet, aber es fand noch keine Verhandlung statt. Vielen Dank für deine Antwort.

0

Geht es dem Anwalt wirklich was an, was vor 9 Jahren für Gelder da waren etc?

Ja, denn hat "(...) der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht, so kann der Pflichtteilsberechtigte als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird." bestimmt § 2325 Abs. 1 BGB.

Allererdings: "Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt." führt § 2325 Abs. 2 Satz 1 BGB hierzu aus.

Nun frag ich, was genau muss meine Mutter angeben?

Neben den Schenkungen aus der Lebensversicherung sind ferner alle weiteren Zuwendungen des Erblassers innerhalb der letzten 10 Jahre vor dem Erbfall anzugeben, die aus keiner "sittlichen Pflicht", etwa Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke, gegeben wurden.

Das meint aber ebenso von ihm finanzierte gemeinsame Urlaube, dein Taschengeld oder nenneswerte Zuwendungen an dich und Geschenke an Dritte, wobei seine Einkommensverhältnisse Masststab dessen bilden, was als angemessen gilt.

Deine Muitter wäre gut beraten, bei der geforderten Aufstellung genau nachzudenken und wahrheitsgemäße wie vollständige Angaben nach bestem Wissen und Gewissen zu machen :-)

Erfahrungsgemäß wird bei Zweifel der Vollständigkeit und Wahrheit eine eidesstattliche Versicherung über das erteilte Nachlassverzeichnis gefordert, die mit Mindesstrafe von einem Jahr Haft belegt wäre, wenn man deiner Mutter Falschangaben nachweisen könnte :-O

G imager761

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sandyra
06.02.2015, 08:15

Aha. Vielen Dank. Das heißt aber auch, dass mein Stiefbruder , die 3.000 Euro, welche er als zinsloses Darlehen, welche er von meinen Eltern bekommen hat, angeben muss, auch, wenn er behauptet, es sei eine Schenkung!?! Sehr ich das richtig? LG Sandy

0
Kommentar von Sandyra
06.02.2015, 08:18

Die Frage ist auch, kann es soweit kommen, dass man meiner Mutter das gesammte Geld nimmt, oder sie gar das Haus verkaufen muss? Davor hat sie eigentlich am meisten Angst, da sie Vollzeit arbeitet und trotzdem nur mit 900,00 nach hause geht, Wittwenrente ist ja nun mit 145,00 auch nicht der Knaller.

Liebe Grüße und vielen Dank für die Antworten

0

Was möchtest Du wissen?