Pflichtteil einfordern? - wird dann das hinterlegte Testament ungültig??

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das gemeinschaftliche Testamant der Eheleute bleibt wirksam, bis es gemeinsam widerrufen, berichtigt, ergänzt oder durch ein neues ersetzt würde. Im Fall eines öffentlichen Testaments durch notarielle Beurkundung zwingen nur vor einem Notar.

Logischerweise ist dies mit dem Tod des Erstversterbenden unmöglich und es entfaltet unwiderruflich seine niedergeschriebene Wirkung.

Absichtserklärungen gäben selbst durch Ton- und Bildaufnahmen belegbar keinen anderen Sachverhalt her.

Demnach steht jedem Kind des Erblassers ein Pflichtteilsanspruch in Geld zu, der der Hälfte seines gesetzl. Erbrechts entspricht. Im gesetzl. Güterstand der Zugewinngmeinschaft verheiratet gewesen, teilen sich alle sechs Kinder anteilig die Hälte des Reinnachlasses ihres Vaters.

Mindestens die beiden Erstgeboren dürften den fordern, da sie von der Erbfolge offenbar ausgeschlossen wurden. Sie wären dem Nachlassgericht als gesetzliche Erben zu bennnen und können andernfalls den Anspruch ab dem Zeitpunkt, in dem sie von dem Tod ihres Vaters und der Verfügung erfahren, drei Jahre lang geltend machen.

Den anderen Nacherben steht ein Ergänzungsanspruch zu, soweit ihr tatsächliches Erbe weniger wert wäre als der dazu häftige Wert des Gesamterbes nach ihrer Mutter.

G imager761

herzlichen Dank. Ihre Aussage war sehr informativ und aufschlußreich. Ich bin mittlerweile davon abgegangen, irgendetwas zu unternehmen, da-wie Sie ja auch geschrieben haben- durch den Tod meines Vaters keine Änderung im Testament gemacht werden kann. Ich würde nur sehr gerne den Kindern meines Vaters (eigentlich ja auch meine Geschwister.....) mitteilen, dass diese auch etwas erben, denn schließlich sind diese ohne Vater aufgewachsen. Da meine Mutter allerdings hier absolut schweigt und ich ihre Gefühle nicht aufwühlen möchte, hoffe ich, dass diese von irgendeiner Stelle angeschrieben werden.
Nochmal lieben Dank, mit freundlichem Gruß

Claudia

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@Claudia1966

Was spricht dagegen, deinen Halbgeschwistern zum Tod ihres Vaters zu kondolieren? Anfragen des Nachlassgerichtes über Kenntnis von Erben des Verstorbenen wahrheitsgemäß zu beantworten?

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@imager761

würde ich ja gerne. Aber meine Mutter hat eine falsche Angabe gemacht. Soll ich ihr in den Rücken fallen?Ehrlich gesagt, fände ich es super, wenn diese vom Tod des Vaters erfahren. Aber ich hätte ein schlechtes Gewissen, es weiterzugeben. Denn meine Mutter hat wegen Vaters Verfehlungen (wie gesagt, in der Ehe mit meiner Mutter sind die Kinder gezeugt worden. Beide müssen wesentlich jünger als ich sein) sehr gelitten. Sie hat mit mir bis heute nicht darüber gesprochen. Sie weigert sich. Ich kann ihnen gar nicht kondolieren. Ich kenne sie nicht. Nicht einmal deren Namen.

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@imager761

kann ich die Erben denn auch ohne Kenntnis von Namen über ein Amt in Erfahrung bringen. Ich weiß die Vornamen. Mehr nicht. Ich weiß nicht einmal, ob mein Vater auch als deren Vater eingetragen wurde.

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@Claudia1966

Man kann über die Standesämter Abstammungs-, Heirats- und Geburtsrtsurkunden anfordern und Anschriften beim Einwohnermeldeamt erfragen.

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Lassen Sie sich besser durch einen Fachanwalt für Erbrecht beraten. Der kann Ihnen erst einmal die genaue erbrechtliche Lage erläutern. Hier ist sicherlich viel Wissen abrufbar, aber ein solcher Fall sprengt einfach die Möglichkeiten eines Forums, zumal hier keiner den Inhalt des Testaments kennt.

Auch die Situation mit den unehelichen Kindern ist schwer abzuschätzen. Sobald diese erfahren, dass sie möglicherweise einen Pflichtteil einfordern können, kommen sie wegen eines Pflichtteils auf Ihre Mutter zu.

Ob das mit dem Wert der Häuser so stimmt kann hier auch niemand beurteilen. Da kann eigentlich nur ein Verkehrswertgutachten helfen.

lieben Dank. Ja, das wird sicherlich das beste sein.

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Sehen Sie es ernsthaft für notwendig an, bei solch aussichtsreichen Besitztümern in einem kostenfreien, anonymen Forum nachzufragen? erben to go ....? Glauben Sie nicht vielmehr, dass es an der Zeit ist, einen Profi mit diesen Fragen zu beauftragen? Halten Sie es nicht auch für gerechtfertigt, für diese Ratschläge einfach Geld zu bezahlen?

so aussichtsreich sind die Besitztümer nicht. Mein Erbteil wäre ein Wert von ca. 400.000 nach beiden verstorbenen Eltern. Mein Problem ist, dass ich nichts gegen meine Mutter machen würde. Schließlich hat sie gerade ihren Mann, meinen Vater verloren.

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@Claudia1966

Aha - 400.000 € halten Sie also für eher wenig aussichtsreich. Hhhm - so so. Für den KleinKram kann mal also mal ebenso kostenfreie Aukünfte von Wildfremden erwarten, die dann stimmig und richtig sein soll. HALLO WACH?

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@Maerz2019

weiß ich, wann ich die ausgezahlt bekomme? Meine Mutter kann auch noch zig Jahre leben. Nun gut, ich sehe schon, dass Sie mir nicht wirklich weiterhelfen können. Und wenn ich das jetzt so akzeptiere, verliere ich evtl. sehr viel, da mein Bruder sehr viel mehr erbt.....

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Allein die Möglichkeit, dass mit den Antworten bisher unberücksichtigte Aspekte benannt oder neue Fragen aufgeworfen werden, rechtfertigt es IMHO, in einem Ratgeberforum fpr Erbrecht Fragen zu stellen. Guter Rat ist eben nicht immer teuer.

Nur wenn man keine Ahnung hat, sollte man die einfach mal für sich behalten.

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@imager761

Neee Imager, das seh anders. Ich für mich mache einen Unterschied zwischen Leuten, die durchaus in der Lage sind, für Beratung zu bezahlen. Im Gegensatz zu Leuten, die aus sozialen Gründen hier Rat suchen oder deren Fragen mit kleineren Geldbeträgen zu tun haben.

Zugegeben, man kann das nicht immer auf Anhieb unterscheiden. Und natürlich fehlt einem auch für einige Sachen das Fachwissen. Ich sehe finanzfragen.net nicht als Erbrechtsratgeberforum an. Aber das ist nur meine Meinung und muss nicht die des Mainstreams wiederspiegeln.

Guter Rat ist teuer: je weiter Du in den Gesellschaftsschichten nach oben schaust, umso mehr ist diese Regel gültig.

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@Maerz2019

aber Sie kennen doch meine momentane Situation gar nicht. Wann ich das Haus erbe, ist nicht ersichtlich. Ich hoffe, dass meine Mutter noch lange lebt. Ich selbst arbeite in einem sozialen Beruf. Groß Geld verdienen ist hier nicht, im Gegenteil. Und da wollte ich hier erst einmal meine Möglichkeiten erfragen, bevor ich mein schwer verdientes Geld für einen aussichtslosen Weg ausgebe. Zudem noch in meiner Familie noch mehr Spannungen entstehen. Mein Vater ist gerade erst gestorben. Meine Mutter möchte nichts mehr vom Testament etc. wissen. Kann ich auch nachvollziehen.

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