Pflichtteil einfordern - muss das beim Amtsgericht erfolgen?

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Muss das beim Amtsgericht erfolgen

Es handelt sich bei der Geltendmachung des Pflichtteils nicht um eine Nachlaßsache im Sinne des Gesetzes mit der Folge, dass die allgemeine Zuständigkeit gilt: Bis 5000 Euro Streitwert ist das amtsgericht, ab 5000 Euro Streitwert ist das Landgericht zuständig.

Es ist auch nicht so, dass das Gericht von Amts wegen ermittelt. Vielmehr muß man den verpflichteten Erben auf Zahlung verklagen. Hat man keine Informationen über den Umfang des Erbes, muß eine sog. Stufenklage mit der Auskunftsklage als erste Stufe erhoben werden.

Vor dem Landgericht herrscht Anwaltszwang.

Natürlich kann man alles auch außergerichtlich erledigen. Das wäre sogar besser.

Du weißt hoffentlich, dass Ansprüche auf Pflichtteilsauszahlung verjähren können?!

Was heißt "im nachhinein?"

ist das Jahre, oder Monate her?

Wurde diese Regelung "alles dem überlebenden Elternteil überlassen," auf Basis eines Berliner Testaments gefällt, oder im Familienrat beschlossen?

Der korrekte Weg wäre es auf jeden Fall zum Amtsgericht zu gehen udn dort einen Erbschein zu beantragen.

Aber man könnte es auch so regeln, dass der überlebende Elternteil den Pflichtteil auszahlt udn ein Testament macht in der Form:

"das Erbe ist auf meine Kinder, ...., ...., ...., ....., ..... gleichmäßig aufzuteilen. Mein Kind ......, hat bereits ........ erhalten und ist somit abgefunden. Das ganze ggf. noch mit einer Verzichtserklärung des ausgezahlten Kindes unterlegen.

Kann der Alleinerbe (Ehegatte) das Haus verkaufen und Geld verjubeln?

Erbvertrag

§ 1 Vorbemerkung

Wir sind beiderseits in erster Ehe miteinander verheiratet und leben im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Aus unserer Ehe sind 2 Kinder hervorgegangen, namens X und Y

In der Verfügung über unseren Nachlass sind wir weder duch erbvertragliche noch durch wechselbezügliche Verfügungen von Todes wegen eingeschränkt. Vorsorglich widerrufen wir alle bisher von uns errichteten Verfügungen von Todes wegen ausdrücklich.

§ 2 Erbeinsetzung auf den Tod des Zuerststerbenden

Der zuerst sterbende Ehegatte setzt den überlebenden Ehegatten zu seinem·

Alleinerben

ein. Ersatzerben sind die nachstehend genannten Schlusserben

§ 3 Herausgabevermächtnis

Der Erststerbende wendet hiermit im Wege des Vermächtnisses (nicht Nacherbschaft) denjenigen, die nachstehend als Schlusserben eingesetzt werden - zu dem dort genannten Erwerbsverhältnis - alles zu, was aus seinem Nachlass beim Tod des Überlebenden noch vorhanden sein wird, ohne die hieraus gezogenen Nutzungen.

Jeder Vermächtnisnehmer hat seinem Bruchteil gemäß einen selbständigen Anspruch · Die Vermächtnisse werden erst mit dem Erbfall des Uberlebenden fallig. Sicherheitsleistung kann nicht verlangt werden. Die Vorschriften der§§ 2111, 2121 Absatz 1 und 2 sowie 2130 Absatz 2 BGB finden für das Vermächntnis entsprechende Anwendung.

Sollte ein Abkömmling den Pflichtteil geltend machen, so entfällt sein Vermächtnis
zugunsten des Alleinerben.

Ersatzvermächtnisnehmer sind je deren Abkömmlinge, unter sich nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolgeordnung. Stirbt ein als Schlusserbe eingesetzter Abkömmling vor dem überlebenden Ehepartner, so ist der Vermächtnisgegenstand an den anderen als Schlusserben eingesetzten Abkömmlinge , ersatzweise an die übrigen vom Erststerben­ den vorhandenen Abkömmlinge, unter sich nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolgenordnung herauszugeben

§ 4 Erbeinsetzung des überlebenden Ehegatten

Der überlebende Ehegatte setzt zu seinen Erben

  1. die Tochter XXX, geb. am XXXX, wohnhaft in .....

Ersatzerben jedes eingesetzten Erben sind dessen Abkömmlinge nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolgeordnung. Sind Abkömmlinge nicht vorhanden, tritt Anwachsung an die übrigen eingesetzten Erben ein.

Unsere Sohn XXX wird ausdrücklich enterbt.

§ 5 Pflichtteilsrecht

Wir wünschen nicht, dass auf den Tod des Zuerststerbenden von uns ein Abkömmling seinen Pflichtteil verlangt. Wer beim Ableben des Erstversterbenden Pflichtteilsansprüche geltend macht, wird auf Ableben des Längslebenden mit dem Vermächtnis beschwert, an die anderen Erben wertmässig das herauszugeben, was seinen Pflichtteil auf den Tod des Überlebenden übersteigt. Die danach gegünstigten Vermächtnisnehmer sind im Verhältnis der ihnen zugewandten Erbteile bedacht. Dem Vermächntisausgangsbetrag sind für den Zeitraum zwischen dem ersten und dem zweiten Todesfall Zinsen in Höhe von 5 % jährlich hinzuzurechnen.

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Wurde die gerichtliche Beschwerdefrist beim Amtsgericht gewahrt bzw. kann Begründung noch beim Oberlandesgericht nachgereicht werden?

Es geht um eine sofortige Beschwerde gegen einen Beschluss eines Amtsgerichts am 23.02.2016. Diese ist innerhalb von 2 Wochen beim Amtsgericht oder beim Oberlandesgericht einzureichen.

Zitat: "Die Beschwerde muss die Bezeichnung des angefochtenen Beschlusses sowie eine Erklärung enthalten, dass Beschwerde gegen diesen Beschluss eingelegt wird. Die Beschwerde soll begründet sein."

Beschwerdefrist beginnt ab Zustellung am 26.02.2016. Ich habe dann Beschwerde am 02.03.2016 beim Amtsgericht eingereicht und mitgeteilt, dass die Begründung gegenüber dem Oberlandesgericht erfolgen wird. Die Beschwerde enthielt die Erklärung, dass es um den Beschluss geht und dass dieser angefochten werden soll.

Am 03.03.2016 hat dann das Amtsgericht beschlossen, dass der sofortigen Beschwerde gegen den Beschluss vom 23.02.2016 nicht abgeholfen wird.

Lt. meiner Berechnung ist die 2 Wochen-Frist abgelaufen. Mein Frage ist nun, ob ich die Begründung trotzdem noch beim Oberlandesgericht nachreichen kann und ich die Frist dann insgesamt gewahrt habe.

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