Pflichtteil wie geht’s?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn Ich den Sachverhalt richtig interpretiere, sieht es so aus:

Oma udn Opa haben ein Berliner Testament. Der Erstverstebende erbt alles, nach dem Tod des Zweitversterbenden (hier der Opa) erben die Kinder.

Oma udn Opa hatten zwei Töchter.

Eure Mutter (leider verstorben) und Eure Tante.

Jetzt könnt Ihr, als Nachfolger Eurer Mutter) einen Pflichtteil fordern. Das gleiche kann die Tante machen. Deren Tochter hat kein Erbrecht, weil ihre Mutter noch lebt.

Man sollte das Testament kennen. Häufig ist es so, dass der, der seinen Pflichtteil fordert, für das Erbe nach dem Tod des Zweitversterbenden auch auch Pflichtteil gesetzt wird.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Also unabhängig von der Rechtslage kann man den Wunsch der verstorbenen Oma ja auch einfach respektieren. Noch lebt der Opa ja, und ihm soll es doch gut gehen in solch schweren Zeiten.

Bei uns in der Familie war klar, dass ich vom Erbe meines Vaters nichts bekommen will, soll meine Mutter doch das Geld durchbringen.

Pflichtteile beantragt man beim Pflichtteilverteilungsamt indem man den amtlichen Vordruck PT23a-0815 in dreifacher Ausfertigung und mit notarieller Beglaubigung der Unterschrift des Antragstellers innerhalb von 28 Tagen nach Kenntnis vom Todesfall einreicht.

IM schreiben vom Gericht steht 3 Jahre

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@HilfeHilfe

Ups, das war die Rechtslage in Ost-Nepal!

In Deutschland ist die Forderung natürlich an den Erben zu richten. Erbe ist der Opa.

Wieso das Nachlassgericht Hinweise zu Ansprüchen gibt die nicht bei ebenselben anzumelden sind ist mir allerdings ein Rätsel. Ist der Amtswalter vielleicht Nepali?

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@Privatier59

Wahrscheinlich hat das Nachlassgericht irgendwelche Briefe vom Fragesteller bekommen (Z.B. Antrag Erbschein, denn bei der Frage vor 113 Tagen gab es noch kein Testament) und hat nun freundlicherweise die Rechtslage kurz erläutert.

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@Andri123

Das kann sein. Kann aber auch sein, daß man dort auf einen Formularfundus zurück greift der zu Kaisers Zeiten vorformuliert worden ist. Wir werden es nie erfahren.

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Testament ist auch anbei in Kopie. Siehe den Kommentar von Binder

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Nach der gesetzlichen Erbfolge beerben Oma, im gesetzl. Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet, ihr Mann sowie ihre drei Kinder je hälftig, also 3/6 für Opa, 1/6 für jedes ihrer Kinder.

Das Erbrecht ihrer vorverstorbenen Tochter, eurer Mutter, geht n. § 1924 (3) BGB auf euch anteilig, mithin zu je 1/12, über.

Durch anderslautende Erbeinsetzung ist euer Pflichtteil die Hälfte eures gesetzl. Erbrechts in Geld, mithin 1/24 des Reinnachlasses, also dem, was Oma nach Abzug (auch mit ihrem Mann hälftig gemeinsamer) Verbindlichkeiten und Bestattungskosten hinterliesse.

Klar Opa ist offensichtlich Erbe. Du und Geschwister und Tante haben Plichtteilsanspruch.

Das heist man muss den Plichtteil jetzt fordern, später kann man das nicht machen.

Die Annahme, das man das abwarten kann, wäre falsch. Opa kann auch alles druchbringen oder im Pflegheim landen. Dann ist alles weg. Außerdem weist Du nicht was die Tante macht. Zumal es Fristen zu beachten gibt, hinzu kommen steuerliche Dinge. Steuerlich ist es besser mehrmals zu erben in verschiedenen Jahren, da die steuerlichen Freibeträge pro Jahr gelten.

Im Schreiben vom Gericht steht 3 Jahre

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@HilfeHilfe

Stimmt, 3 Jahre nach Kenntnis vom Erbe verjährt der Pflichtteilsanspruch.

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Steuerlich ist es besser mehrmals zu erben in verschiedenen Jahren, da die steuerlichen Freibeträge pro Jahr gelten.

Na ja, innerhalb von 10 Jahren wird zusammen gezogen.

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@wfwbinder . Also hat man 3 Jahre Zeit der Tante auf die Finger zu schauen

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@HilfeHilfe

Ja, dreijährige Verjährungsfrist. Und der Pflichteilsanspruch bezieht sich m.E. immer auf einen Geld wert, es werden also z.B. bei Immobilien keine Eigentumsanteile eingetragen.

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.ndeex.de/glossar/V_Verj%25E4hrung_des_Pflichtteilsanspruchs.html&ved=2ahUKEwjswdGhi8reAhWtMewKHTBkA3EQFjABegQIDBAE&usg=AOvVaw1TnXEGAVXv_hIwITKX1piX

Und falls im Testament , wie von wfwbinder vermutet, steht, dass bei Pflichtteilsinanspruchnahme im ersten Erbfall auch im zweiten Erbfall auf Pflichtteil gesetzt wird, muss man halt rechnen und die Glaskugel bemühen. Wenn man den Opa nicht einfach in Ruhe lassen will.

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@Andri123

Pflichtteil ist immer nur ein Anspruch auf eine Auszahlung in Geld.

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