Pflichtergänzungsteile durch Kauf der Immobilie umgehen?

2 Antworten

Um die schon vorhandene Antwort zu ergänzen:

Es kommt immer auf die Gestaltung des Kaufs und den Ermittlungseifer des Pflichtteilsberechtigten an.

Ein Verkauf deutlich unter Verkehrswert könnte ja schon dem Finanzamt auffallen. Dem muß der Notar ja von Amts wegen eine Abschrift des Kaufvertrags übersenden. Dieser Kaufvertrag wird zunächst hinsichtlich der Grunderwerbsteuer ausgewertet. Wenn das Mißverhältnis zwischen Wert und Kaufpreis offensichtlich ist könnte eine Zweitverwertung bezüglich der Schenkungsteuer erfolgen.

Sodann müßte der Käufer in der Lage sein, den Kaufpreis überhaupt zahlen zu können. Das müßte er bei späterer Inanspruchnahme durch den Pflichtteilsberechtigten unter Beweis stellen können. Auch der Zahlungsfluss an die Verkäuferin muss belegbar sein.

Es muss außerdem plausibel nachvollziehbar sein, wieso dieser Kaufpreis im späteren Erbe nicht mehr vorhanden ist. Ansonsten wäre die gesamte Aktion vergeblich.

Mit anderen Worten: Damit so etwas funktionieren kann, muss sorgfältig geplant und präzise ausgeführt werden.

Dann sollte die Mutter zuerst einmal ein Testament machen, in dem Sie eine Ihr gewogene Person zur Alleinerbin macht. Gibt es dann aber noch pflichtteilsberechtigte Erben so steht diesen der Pflichtteilsergänzungsanspruch zu. damit sollte sie bei Ihrem Ableben dann mindestens soviel Geld auf der hohen Kante haben, dass daraus der der Pflichtteilergänzungsanspruch gezahlt werden kann.

Lebt die Mutter länger als 10 Jahre ab der Schenkung, dann gehen die pflichtteilsberechtigten Erben leer aus.

Verkauft sie die Wohnung zu einem nicht marktgerechten Preis, dann ist es eine gemischte Schenkung, auch wenn sie sich ein lebenslanges Wohnrecht einräumen läßt. In diesen Fall sollte sie sich aber beraten lassen.

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