Pfändung ohne erhaltenen Mahnbescheid trotz P-Konto?

4 Antworten

Mein Freund hat dort Schulden, diese liegen 5 Jahre zurück.

Wenn diese tituliert wurden, dann besteht die Pfändung im Prinzip zu Recht. Soweit Deinem Freund kein PfÜB zugegangen ist, stellt sich die Frage inwieweit dem den Titel "verwaltenden" Inkassobüro eine aktuelle Anschrift vorlag / vorliegt.

Realisiert werden kann diese Forderung ob besetehenden P-Kontos derzeit nur, wen Dein Freund monatliche Einkünfte oberhalb des Pfändungsfreibetrages erhält ... dieser liegt für 1 Person bei 1179,99 Euro pro Monat.

https://anwalt-kg.de/privatinsolvenz-recht/privatinsolvenz/aktuelle-pfaendungstabelle-und-pfaendungsfreigrenzen/

Solltet Ihr gemeinschaftlich Leistungen beziehen, welche auf seinen Namen ausgezahlt werden, so müsste er die Erhöhung des Freibetrages beantragen oder aber die Leistungen ( zumindest die für Dich ) müssten zukünftig über Dich ausgezahlt werden.

Vielen Dank. PfÜB hatte er zuletzt 2015 bekommen. Die Kanzlei hat gesagt, dass die schon mehrere Mahnungen raus geschickt hätten. Allerdings hat mein Freund keinen Brief davon bekommen.

Leider lag er über dem Freibeitrag, weil er das Geld (Die Nebenkosten) auf dem Konto lassen sollte laut Jobcenter. (Das sollte verrechnet werden und er sollte damit seine nächste Monatsmiete bezahlen also weniger Leistung vom Jobcenter).

Wir leben in getrennten Wohnungen. Ich frage nur für Ihn.

Kann man da jetzt nichts machen? Er kann nun seine nächste Monatsmiete nicht bezahlen. Würde Verbraucherschutz helfen oder nochmal zur Bank oder ein Anwalt?

Er hat bei der Kanzlei nun nochmal um einen Mahnbescheid gebeten. Wie beschrieben, er hat keinen erhalten. Er wusste davon nichts und auch nichts von diesem Inkasso Büro.

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@Selvica
Würde Verbraucherschutz helfen oder nochmal zur Bank oder ein Anwalt?

Weder noch ... es ist ein pfändbarer Betrag auf dem Konto .... das war's.

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@wilees

Es handelt sich dabei aber um die Nebenkosten für das Jobcenter.

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Er will morgen mal zur Bank gehen? Heute keine Zeit?

Ich würde als erstes mal die Bank fragen, ob das Geld nur gesperrt wurde oder bereits überwiesen wurde an den Gläubiger.

Im ersteren Fall könnte man versuchen, vom Vollstreckungsgericht eine Freigabe des Betrages zu erhalten. Dafür wäre es hilfreich, wenn Ihr ein Schriftstück vom jobcenter habt, in welchem die Erstattung gefordert wird bzw. Die Anrechnung dokumentiert ist.

Ich vermute, er hat eine Nebenkostenerstattung erhalten, die dem jobcenter zusteht und ist dadurch über den pfändungsfreien Betrag gekommen.

Das ist nun nicht der typische Fall für eine Freigabe/einmalige Erhöhung des Freibetrages. Aber letztendlich werden ihm ja die Sozialleistungen um diesen Erstattungsbetrag gekürzt. Dem jobcenter ist es nämlich egal, ob die Erstattung gepfändet wurde oder im Dispo verschwindet.

Versuchen würde ich es jedenfalls. Den Pfändungsbeschluss müsste er wohl beim Gericht auch vorlegen, den kann die Bank evtl. kopieren.

Er ist grad noch bei mir. Das sind 1 1/2 Zugfahrt bis nach ihm nach Hause. Dann wäre er erst vor Ort, wenn die Sparkasse schon zu hat.

"Ich vermute, er hat eine Nebenkostenerstattung erhalten, die dem jobcenter zusteht und ist dadurch über den pfändungsfreien Betrag gekommen."

Das stimmt. Diese Erstattung hatte er seit Januar drauf, da durch die aktuelle Lage sich die Bearbeitung stark verzögert hat.

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@Selvica

Dann soll er aber schnell nochmal anrufen und fragen, ob das Geld schon überwiesen wurde oder ob das noch gestoppt werden kann.

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@Andri123

Die sagten es sei noch nicht eingegangen. Wir haben zweimal bei der Bank angerufen. Eine Mitarbeiterin sagte es würde noch gehen. Die andere meinte Nein, denn es sei rechtlich alles so richtig.

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@Selvica

Ja, so was kenne ich. Schwierige Situation. Morgen sonst nochmal probieren. Ob das Vollstreckungsgericht dann für Euch positiv reagieren wird, lässt sich auch nicht so einfach beurteilen, weil es sich ja nur sehr indirekt um eine Sozialleistung handelt. Und Gerichte kann man derzeit auch nicht ohne weiteres betreten.

Viel Glück jedenfalls.

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@Andri123

Wir haben jetzt nochmal die Bank angerufen. Nun wurden wir wieder an die Kanzlei geleitet. Dankeschön

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@Andri123

Nun wurde uns gesagt von der Kanzlei wir sollen uns wieder an die Bank wenden und dort um ein schreiben bitten zum zurück buchen. Die Bank wird gleich zurück rufen. Irgendwie wird man nur hin und her geschubst. Danke für deinen Link. Den schaue ich mir gleich noch an

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Hallo,

so ganz unbekannt im negativen Sinne, ist diese Kanzlei zwar nicht... gesunde Skepsis ist hier schon angebracht.

Aber..... eine Zwangsvollstreckung ist eigentlich nicht möglich, wenn kein vollstreckbarer Titel (wie ein rechtskräftiges Urteil oder ein rechtskräftiger Vollstreckungsbescheid) vorausgegangen ist. Ansonsten würde das Amtsgericht einer Kontopfändung nicht zustimmen. 

Irgendetwas muss dir dein Freund verschweigen... kann das evtl. sein ?

Nein, er verschweigt mir nichts. Wir sind sehr, sehr ehrlich zueinander. Ich weiß alles über seine Schuldensituation. Er hat von E-Plus zuletzt 2015 etwas gehört. Die Kanzlei hat angegeben im Februrar, März usw. etwas geschickt zu haben. Er hat aber nichts davon bekommen und noch nie von der Kanzlei gehört. Ich war eben bei allen Telefonaten dabei.

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Ihr Freund hat ein P-Konto. Warum? Weil es Kontopfändungen gab oder gibt und er mir weiteren rechnet, oder?

Seit wann hat er das P-Konto, wann erfolgte die Umwandlung des Girokontos in ein P-Konto?

Schulden bei E-Plus (zuletzt 2015 etwas gehört), die mind. 5 Jahre alt sind, wären ohne vorliegenden Titel (Urteil, MB, not. Schuldanerkenntnis) verjährt. Er sollte versuchen, sich an 2015 zu erinnern. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat er die damalige Titulierung vergessen.

Eine Zwangsvollstreckung ist ohne Titel nicht möglich.

Durch die Nachzahlung aus Januar, die er auf dem P-Konto stehen hat lassen (was man bei einem P-Konto NIE machen sollte; Geld, das länger als zwei Monate bei aktiven Pfändungen auf einem P-Konto ist, muss abgeführt werden; ein P-Konto ist zum Ansparen ungeeignet).

Inkassokanzleien und deren Tätigkeiten, insb. ihre Forderungsaufstellungen, sind IMMER kritisch zu prüfen. Nahezu jede telefonische Ratenvereinbarung führt dort zu einer Vergleichsgebührenberechnung... Wenn telefonisch keine Auskunft erfolgt, warum versucht er es nicht schriftlich und unter Hinweis auf sein Auskunftsrecht aus Art. 15 DSGVO bzw. § 57 BDSG?

Woher ich das weiß:Beruf – Ich arbeite bei einer Bank in der Rechtsabteilung

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