Pausenzeitenregelung: Welche Abzüge sind rechtens?

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4 Antworten

Hallo,

eine Pause von mindestens 30 Minuten muss spätestens nach 6 Stunden Arbeit gemacht werden. Sie kann auch wesentlich eher gemacht werden, wenn die restliche Arbeitszeit dann 6 Stunden nicht übersteigt.

Wann die Pause gemacht wird, bestimmt der Arbeitgeber, solange es mit dieser gesetzlichen Regelung übereinstimmt. Wenn es keine Vorgabe vom Arbeitgeber gibt, eine weniger intensive Zeit für die Pause selber aussuchen. Die Gehaltsabrechnungsprogramme ziehen automatisch die Mindestpausen von der Arbeitszeit ab. Wenn man mehr als 9 Stunden gearbeitet hat (also 9 Stunden plus 30 Minuten Pause), werden automatisch zusätzlich 15 Minuten Pause abgezogen.

 https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__4.html

Ggf. Gespräch mit der Gewerkschaft suchen (Mitgliedschaftsbeiträge). Oder den Ausbildungsberater bei der  IHK kontaktieren.

Gruß

RHW

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Kommentar von StudentenJessi
08.09.2016, 12:34

Dankeschön für die Antwort. :) 

Ich habe auch schon gehört, dass das alles rechtens ist, dass die Pause früher gemacht werden muss, falls die Arbeitszeit 6h nur unwesentlich übersteigt, da ich quasi direkt nach der Pause dann gehen müsst o.ä.
Aber muss der Arbeitgeber nicht irgendwo festschreiben, nach welcher Zeit die Pausen zu machen sind? Ich habe ja nur durch die Abrechnung davon erfahren (dann muss wohl im Gehaltabrechnungsprogramm stehen, dass nach 4,5h automatisch abgezogen wird). 

Ich bin nicht bei der IHK, weil ich ja quasi Dualstudentin mit Auszubildendenstatus bin.
Aber bei der Gewerkschaft werde ich mich mal erkundigen, danke für den Tipp. 

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Es gibt ein Arbeitszeitgesetz, dass auch die Pausen regelt:

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt\_Arbeitsrecht\_Handbuch\_Arbeitszeit.html#tocitem7

Bei 4,5 Arbeitsstunden muss also gar keine Pause gewährt werden, kann aber dennoch so im Betrieb gemacht werden. Die 30 Minuten Pause sind erst ab 6 Stunden Arbeitszeit vorgesehen. Dies muss natürlich auch von amtswegen nachprüfbar sein. In Deinem Fall ist also Klärungsbedarf, da Du während der abgezogenen, aber nicht verpflichtenden Pause gearbeitet hast bzw. arbeiten sollst.

Andererseits bekommst Du sicherlich Dein volles Trinkgeld, dass Dir die Gäste geben, oder liegt hier auch was im Argen?

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Kommentar von Gaenseliesel
08.09.2016, 00:02

hm .....

" Andererseits bekommst Du sicherlich Dein volles Trinkgeld, dass Dir die Gäste geben,"

........das sollte mich wundern :-(

ich kenne einen Fall, da wurde der Verdienst erst durch die Trinkgelder zum Mindestlohn ! 

Die Kellnerin verzichtete (leise flüsternd) auf unser Trinkgeld, mit genau dieser Begründung ! 

Was sagt man dazu ? Das Schlimme dabei ist, diese Kellnerin ist als alleinerziehende Mutter auf diesen Job angewiesen ! :-( 

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Kommentar von StudentenJessi
08.09.2016, 12:28

Danke für deine Antwort!

Also darf ich schon dagegen angehen (so entnehme ich es jetzt deinem Kommentar)? 

Ich bin nur Läufer, da ich Aushilfe bin. Das heißt, ich darf keine Bestellungen annehmen oder abkassieren - heißt kein Trinkgeld wie bei Kellnern. Diese müssen aber 5% ihres Trinkgelds abgeben, was dann jedoch durch die komplette übrige Belegschaft geteilt wird. Sprich 10€ Trinkgeld in 2 Wochen. 
Mit Trinkgeld würde ich mich nicht beschweren. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass bei der nächsten Abrechnung mehr als 50€ fehlen für Pausen, die ich nicht gemacht habe, und das regt mich auf.
An wen kann ich mich denn wenden, wenn die Chefs z.B. sagen "du standest doch rum, wenn nichts los war, oder hast dich kurz hingesetzt"? 

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Die gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden in den vorhergegangenen Antworten bereits zur genüge diskutiert.

Die Frage ist jetzt natürlich, wie du auf deine Situation reagieren kannst oder solltest. Das grundsätzliche Problem sehe ich erst mal nur in der Tatsache, dass du von der Pause nach viereinhalb Stunden nicht wusstest und diese aus diesem Grund auch nicht in Anspruch genommen hast. Somit fehlen dir die 26,64 EUR. Ich kann gut nachvollziehen, dass dies aus deiner Sicht ungerecht ist und sie dir durchaus zustehen (sollen). Du solltest im ersten Schritt nun noch mal auf deine Chefin zugehen und fragen, ob man sich mit dem Geld irgendwie einigen kann.

Danach kannst du natürlich versuchen, über andere Wege an dein Geld zu kommen, solltest aber immer dran denken, dass das Arbeitsverhältnis danach sicherlich nicht mehr so ideal sein wird. Da solltest du dir die Frage stellen, was dir wichtiger ist.

Für für die Zukunft ist die Sache jedoch klar. Wenn dein Arbeitgeber eine halbe Stunde Pause nach viereinhalb Stunden verlangt, dann musst du dich daran halten. Du hast im Gegenzug aber natürlich auch das Recht diese einzufordern.

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Lass Dir von der Chefin doch den Zeitplan für Pausen geben, dass sie unbezahlt sind weißt Du jetzt ja. Ob es sich in Deinem Fall dann wirklich um eine Paue handelt kannst Du hier nachlesen:

http://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/arbeitszeit/diese-pausen-stehen-ihnen-zu/

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Kommentar von StudentenJessi
08.09.2016, 12:29

Danke für die Antwort! 
Aber es geht mir nicht darum, dass ich die Pausen machen will - es geht mir darum, dass mir bei der nächsten womöglich 50€ für Pausen abgezogen wurden, die ich nicht gemacht habe (auch lt. Deinem Link), und das Geld hätte ich gerne wieder.
Daher würde ich gerne wissen, wo / wie ich dagegen angehen kann? :) 

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