Pauschalbesteuerung bei Anlagen in LUX oder Österreich. Wie umgehen/ vermeiden?

1 Antwort

Wo liegt genau dein Problem???

Achtung: In Sachen Zinsanlagen ist die Schweiz wie auch Österreich und Luxemburg ein Sonderfall. Werden bei einer Bank vor Ort Zinspapiere verwahrt und wird die Bank nicht ermächtigt, dem deutschen Fiskus darüber Auskunft zu geben, kommt es automatisch zum Abzug einer EU-Zinssteuer von 20 Prozent auf Erträge. Sie wird bei Angabe in der Steuererklärung auf die Einkommensteuerschuld angerechnet. Parallel sind die Bruttoerträge in der Erklärung anzugeben, auf die dann 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig sind.http://www.focus.de/finanzen/steuern/tid-17995/kapitalertraege-so-muessen-anleger-rechnen_aid_501036.html

Also einfach die Bank zur Auskunft ermächtigen und es wird nichts abgezogen.

Ich erlebe allerdings selbst, dass Schweizer 35 % auf Dividenden abziehen und du meinst wahrscheinlich vergleichbares. Bei der Schweiz gibt es ein (recht kompliziertes aber machbares) Antragsverfahren. Ich bin mir sicher, so etwas gibt es auch in Lux oder Österreich.

Naja, ganz so ist es nicht....

Werden bei einer Bank vor Ort Zinspapiere verwahrt

Erkennst du das Problem?

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@EnnoBecker

ok.

Nun ist es so, dass in Lux diejenigen, die dort ein Depot und dem Datenaustausch zugestimmt haben - bei mir die Norm -, keine luxemburger Quellensteuer bezahlen. Sie erklären die jährlich auf einer Erträgnisaufstellung bestätigten Einkünfte über die Anlage KAP.

Durch die nachträgliche Zahlung entsteht ein kleiner Vorteil, dem natürlich auch der Nachteil der Nachzahlung gegenübersteht. Dazu kommt, dass man keine Probleme mit ausländischen thesaurierenden Fonds hat.

Führt das für den Fragestellen nicht zur Antwort? Oder ist wirklich nur der zweite Teil - mit dem Antragsverfahren - richtig.

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@Rat2010

Das kann man so nicht sagen. Man muss unterscheiden zwischen Zinsen und Dividenden.

Zinsen sind nach DBA im Ansässigkeitsstaat zu versteuern, nach § 49 (1) Nr 5 Bu c) EStG sind es auch inländische Einkünfte (mit Zusatzbedingung). Eine Besteuerung im ausländischen Staat muss also entfallen. Das gilt auch für die Quellensteuer.

Damit die ausländische Bank von der Quellenbesteuerung absehen kann, muss ihr eine Ansässigkeitsbescheinigung des Anlegers vorgelegt werden, die bekommt man vom Wohnsitzfinanzamt.

Eine Anrechnung ausländischer Steuer auf die deutsche ist daher nicht möglich, man muss die Steuern im Ausland zurückholen und in Deutschland die Zinsen besteuern, nach § 32d(1) EStG mit 25%.

Bei Dividenden ist das anders - da werden tatsächlich die ausländischen Quellensteuern angerechnet oder abgezogen - jenachdem, was günstiger ist (§34c (2) als lex specialis zu § 12 Nr. 3).

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@EnnoBecker

herzlichen Dank für die Aufklärung! Vermutlich ist dasm onTheRun auch etwas weiter geholfen.

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@Rat2010

ja, mir wurde weitergeholfen.

Mein Problem ist mit der Pauschalbesteuerung, dass in Summe mehr als in D durch die Abgeltungsteuer abgezogen werden kann. Und den Weg über Ö oder Lux, um das zuviel Gezahlte zu bekommen, will ich nicht gehen.

Aber ich sehe: man kann das Problem umgehen.

Danke!

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