Onlineshop mit 17 - was alles beachten?

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5 Antworten

Nach §112 BGB, "Selbständiger Betrieb eines Erwerbsgeschäfts", wäre Abs 1 relevant:

"Ermächtigt der gesetzliche Vertreter mit Genehmigung des Familiengerichts den Minderjährigen zum selbständigen Betrieb eines Erwerbsgeschäfts, so ist der Minderjährige für solche Rechtsgeschäfte unbeschränkt geschäftsfähig, welche der Geschäftsbetrieb mit sich bringt. Ausgenommen sind Rechtsgeschäfte, zu denen der Vertreter der Genehmigung des Familiengerichts bedarf."

Hier wären also durchaus die Zustimmung der Eltern und eine Genehmigung des Familiengerichts ausreichend. Ein Ergänzungspfleger ist nicht erforderlich. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, daß Du damit einen selbständigen Betrieb des Online-Shops aufnehmen kannst, wobei für manche Aufgaben wiederum das Familiengericht zuständig ist (z.B. Kreditaufnahme, Bürgschaften, Eingehen größerer, dauerhafter Verpflichtungen wie die Anmietung einer Lagerhalle oder eines Bürogebäudes).

Insbesondere ist damit der Übergang auf Dich als volljährigen Unternehmer in max. einem Jahr nahtlos möglich, da dann einfach die Verpflichtung zur Genehmigung durch das Familiengericht wegfällt.

Für die steuerlichen Fragen wäre am Anfang wahrscheinlich eine EÜR ausreichend, jedoch solltest Du ab einem gewissen Volumen einen Steuerberater einbinden, der diese Fragen kompetent behandelt.

Die Gewerbeanmeldung ist der einfachste Teil. Dazu findest Du genügend Informationen online.

Wichtiger wäre ein Business Plan, der dann anhand konkreter Umsätze laufend zu aktualisieren ist, damit die ganze Sache planbar wird und nicht mehr Geld frißt als sie abwirft.

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Kommentar von EnnoBecker
14.01.2014, 11:10

Sehr schön.

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Was die Geschäftsfähigkeit betrifft, so verweise ich auf § 112 BGB:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__112.html

Das tückische an dieser Vorschrift ist, dass man sie ganz genau durchlesen muß. Die einmalige Zustimmung des Familiengerichts zur Eröffnung des Erwerbsgeschäfts reicht eben nicht sofern besondere Geschäfte zu tätigen sind, Kreditaufnahmen zum Beispiel. Kredit ist beispielsweise auch der Dispo auf dem Geschäftsgirokonto.

Geh im übrigen nicht davon aus, dass derartige Dinge nicht hinterfragt werden. Ohne das soeben zitierte Geschäftsgirokonto kommst Du nicht aus, denn wenn Du gewerbliche Umsätze auf ein Privatgirokonto leitest. wirft Dich die Bank umgehend heraus. Fragesteller die das beklagten hatten wir hier schon oft. Und bei der Eröffnung eines Geschäftsgirokontos wird die Bank genaueste Informationen über das geplante Erwerbsgeschäft haben wollen, inklusive Vorlage familiengerichtlicher Genehmigungen. Um all das abzukürzen wäre eine Mitunternehmerschaft Deiner Eltern keine schlechte Idee.

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Kommentar von EnnoBecker
14.01.2014, 09:48

Um all das abzukürzen wäre eine Mitunternehmerschaft Deiner Eltern keine schlechte Idee

Vater gründet ein Einzelunternehmen und betreibt einen Shop. Wenn der Sohn 18 ist, nimmt er ihn schenkweise in eine daraus entstehende KG oder OHG auf (KG wäre wahrscheinlich besser) und tritt nach fünf Jahren selber aus. Aus der KG wird wieder ein Einzelunternehmen.

Der Vater muss ja als Komplementär kapitalmäßig nicht beteiligt werden.

§ 24 UmwStG, § 6 (3) EStG - und alle sind glücklich.

Statt des Vaters könnte man auch eine UG vorschalten, die dann sogar als Komplementär drinbleiben kann.

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  1. Einer Deiner Eltern meldet den Onlineshop an.

  2. Ihr überrnehmt die Idee von EnnoBecker mit dem Ergänzungspfleger

  3. Deiner Deiner Eltern gründet für Dich eine MiniGmbH=UG Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt.

  4. Auf der gewählten Basis dann das Gewerbe anmelden.

  5. Finanzamt meldet sich automatisch.

  6. der genze folgende Schmus mit Kleinunternehmer ja/nein usw. ist hier schon gefühlte 101 mal abgehandelt worden.

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Kommentar von Pinkbart
14.01.2014, 09:24

Danke. Wie wäre das dann wenn Ich 18 werde und der Shop über meine Eltern laufen würde, kann Ich den dann einfach übernehmen mit den entsprechenden Änderungen bezüglich der Steuern und allem?

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Kommentar von EnnoBecker
14.01.2014, 09:41

Einer Deiner Eltern meldet den Onlineshop an.

Dann ist es nicht der Laden des Fragestellers, sondern der einer anderen Person bzw., wie du hier schreibst, einer GbR.

Ihr überrnehmt die Idee von EnnoBecker mit dem Ergänzungspfleger

...der laut gandalf nicht notwendig sein soll. Ich warte aber noch auf die avisierte Antwort.

Deiner Eltern gründet für Dich eine MiniGmbH=UG Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt.

Wäre im Hinblick auf 181 BGB irgendwie nicht besser, denke ich. Wo siehst du da den Vorteil?

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Kommentar von gandalf94305
14.01.2014, 12:31

Die Übergabe des Online-Shops ist ein kleines rechtliches, sehr wahrscheinlich jedoch ein größeres steuerliches Problem. Die UG halte ich daher nicht für die geeignete Gesellschaftsform, vor allem wenn dann noch die Eltern Gesellschafter der UG wären.

Es gibt für solche Dinge eine sehr einfache Lösung über §112 BGB, die vor allem eine saubere steuerliche Vorgehensweise darstellt. Insbesondere wird dabei nämlich auch die Tatsache ausgenutzt, daß der Minderjährige derzeit wahrscheinlich noch kein Einkommen hat ;-)

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Die Hilfe und Erlaubnis meiner Eltern hätte Ich schonmal.

Das dürfte hier nicht reichen, da deine Eltern per Gesetz deine Vertreter sind und deshalb ein Ergänzungspfleger bestellt werden müsste.

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Kommentar von gandalf94305
14.01.2014, 09:37

Das würde ich nicht für notwendig halten, da ein Ergänzungspfleger ja nur in Fällen, in denen zwischen der gesetzlichen Vormundschaft und einem Eigeninteresse der Eltern ein Konflikt besteht, zu bestellen ist. Siehe meine Antwort.

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Du hattest einen Wunsch und wolltest Waren bestellen. Dann ist die Sache doch ohnehin gelaufen. Wenn Du wieder willst, ist die Hilfe eines Steuerberaters empfohlen.

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Kommentar von Pinkbart
14.01.2014, 09:21

Ich habe den Wunsch ja immer noch. Vielleicht habe Ich den Umstand nur schlecht umschrieben.

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