Online Bestellt, aber zu spät bemerkt, dass ich zahlungsunfähig bin?

1 Antwort

Wenn du tatsächlich die Absicht gehabt hast, zu bezahlen, grundsätzlich nicht (rein strafrechtlich). Das wird dir allerdings niemand glauben. Dass du in fremdem Namen eine Bestellung aufgegeben hast, die du nicht bezahlen kannst, ist ein ganz klares Betrugs-Indiz (§ 263 StGB).

Ich gehe mal davon aus, dass du zwischen 14 und 18 Jahren alt bist und strafrechtlich bisher nicht in Erscheinung getreten bist: Reche mit einer gewissen Anzahl Sozialstunden (§ 10 / § 15 JGG). Den Umfang kann hier keiner abschätzen, das entscheidet der Jugendrichter unter Berücksichtigung der individuellen Tatumstände und deiner persönlichen Umstände.

Außerdem schuldest du dem Verkäufer immer noch den Kaufpreis. Den Kauf kann man mit Verweis auf deine beschränkte Geschäftsfähigkeit zwar rückabwickeln (§ 106 ff. BGB), dann wird der Verkäufer aber Schadensersatzansprüche geltend machen (§ 823 BGB). Je nach Artikel könnten diese bei bis zu 100% der Kaufsumme liegen. Kannst du nicht zahlen, wird der Anspruch gerichtlich tituliert. Die Verjährung liegt damit bei 30 Jahren (§ 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB). Sobald du also dein erstes eigenes Geld verdienst oder irgendwelches Vermögen ansammelst, wird der Gläubiger den Gerichtsvollzieher zum Pfänden vorbei schicken. Inzwischen hat sich die Schuldsumme durch Gerichts-, Inkasso- und Zwangsvollstreckungskosten vermutlich verdoppelt oder verdreifacht. Und falls du mal davon gehörst hast, dass man seien Schulden mit einer "Privatinsolvenz" loswerden kann: Vergiss es, das funktioniert hier nicht. Verbindlichkeiten aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen sind von der Restschuldbefreiung grundsätzlich ausgeschlossen (§ 302 Nr. 1 InsO).

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