Offensives Fondsportfolio - Meinungen zu folgender Idee! - Welche Region noch berücksichtigen?

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2 Antworten

Ich interpretiere "offensiv" als "Renten können wir vergessen". Offensiv bedeutet nicht, einen großen, relevanten Teil der globalen Kapitalmärkte einfach auszublenden.

Die wesentlichen Regionen wären daher

  • Europa (EU, hier lebst Du) mit 25-40%

  • Industrieländer Welt (im Kern Nordamerika, Australien und Japan, etwas Europa) mit 25-40%

  • Emerging/Frontier Markets (der "Rest", hohe Wachstumsraten, geringe Verschuldung) mit 25-40%

Um die dritte Position hast Du Dir ja schon Gedanken gemacht, wobei ich persönlich anstelle des Newton-Fonds, der außer einem hohen Anteil Australien auch Überlappungen zu den ersten beiden Positionen hat, eher einen Afrika-Fonds verwenden würde. Das passt eher zum Begriff "offensiv" :-)

Bedenke, daß selbst wenn Du auf den EM/FM Konsum und die aufstrebenden Binnenmärkte oder wachsenden Infrastrukturinvestitionen dort setzen möchtest, immer noch viele Unternehmen nicht aus den EM/FM selbst kommen, sondern aus Europa, Nordamerika, Japan oder Australien. Daher sollte man selbst bei einem starken EM-Fokus nicht vergessen, die entsprechenden Unternehmen globaler Marken zu berücksichtigen.

Für den Bereich Europa könnte der Comgest Growth Europe passen, für den globalen Teil nimmst Du vielleicht einen ETF auf den MSCI World oder machst Dir die Mühe, einen passenden Fonds herauszusuchen. Es gibt ein paar, die robuster als der MSCI World laufen. Zu Afrika: schau Dir den JPM Africa an.

Aus meiner Erfahrung ist das Wichtige an einer Strategie, daß man sich nicht ständig umorientieren muß, sondern eigentlich das gleiche Prinzip über Jahre und Jahrzehnte verfolgen kann. Das bedeutet eine vollständige globale Abdeckung, laufendes Rebalancing (insbes. durch gezielte Nachkäufe) und Überprüfung der Fondsauswahl durch Vergleich mit der Peer Group und relevanten Benchmarks.

Und ja, ich würde trotz des Begriffs "offensiv" einen kleinen Rentenfondsanteil beimischen, denn sonst blendest Du die Anlageklasse "Renten" einfach aus. Das mögen globale Renten (Schwerpunkt Emerging Markets) sein, aber letztendlich werden in schwierigen Phasen für die Aktienmärkte hier auch Seitwärtsrenditen zu erreichen sein. Aufwertungen von Währungen - gerade in EM/FM - führen zu zusätzlichen Gewinnen, die Probleme von Unternehmen, die mit Währungsaufwertungen eher Absatzschwierigkeiten bekommen, kompensieren können. Ich würde ein Minimum von 10% vorsehen.

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hauke24 27.12.2014, 10:22

Emerging oder eher Frontier Markets? Es besteht ja ein kleiner Unterschied. Die Frontier sind ja noch wesentlicher zurück in Ihrer Entwicklung. Oder eventuell ein Fonds von beiden nehmen?

Also deiner Meinung nach würde evt etwas sowas rauskommen:

25% Europa 25% Welt 15% Emerging Markets 10% Frontier Markets 25% Afrika

oder doch eher anders?

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gandalf94305 27.12.2014, 10:38
@hauke24

Die Grenze zwischen EM und FM ist etwas verschwommen und willkürlich gezogen. Die EM sind ähnlich zu den Industrieländern und beginnen, ähnliche Probleme zu bekommen. Die FM sind noch volatiler und haben höhere Wachstumsperspektiven. Da hier häufig nach Marktkapitalisierung berechnet wird, bekommen die FM mit entwickelteren Börsen ein deutlich höheres Gewicht, als ihnen (meiner Meinung nach) zusteht. Das betrifft vor allem Middle East, d.h. eine stark rohstoffabhängige Region. Afrika hat unter den FM das höchste Potential, da die Länder dort (Ausnahme: EM Südafrika) bisher in Anlegerportfolios vernachlässigt wurden.

25% Europa und 25% Welt (Developed Markets) wäre aus meiner Sicht ein guter Grundstock. Afrika würde ich nicht ein so hohes Gewicht geben, da hier noch starke Volatilität erwartet werden kann. Bei 20% EM (enthält auch Südafrika), 20% FM (enthält bestimmt auch MENA) und 10% Afrika werden die gut laufenden Positionen doch von alleine größer und Du kannst sehen, ob die Allokation zu verändern ist oder ein Rebalancing stattfinden muß.

Wenn Du mehr Fonds verwenden würdest, dann könnte man auch regional aufteilen: Latin America, Africa, Emerging Europe, EM/FM Asia ex China, China. Damit ließe sich fokussierter auf die Entwicklung dieser recht unterschiedlichen Regionen eingehen. Insbesondere China würde ich separat betrachten, da hier eine andere Entwicklung als in den übrigen Märkten der Region stattfindet.

Sieh das nicht als einen statischen Mix, sondern als ein Gefüge, das zunächst mal beobachtet werden muß. Allokationen kann man später auch verändern und korrigieren. Die Methodik ist wichtig, nicht die reinen Prozentanteile initial.

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hauke24 27.12.2014, 23:37
@gandalf94305

Gibt es denn evtl. einen Fonds, der Afrika, Frontier, Emerging Europe und Asien/Pazifik evt miteinander vereint?

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Warum nimmst du dir nicht einen Berater aus Fleisch und Blut, der dies täglich mehrfach für sein Kunden macht und versuchst selbst herumzubasteln.

Ich repariere mein Auto auch nicht mehr selbst und meine Zähne lasse ich mir vom Zahnarzt richten.

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