Noch keinerlei Erfahrung mit ETF s -trotzdem etwas für Anfänger?

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Das ist der falsche Ansatz. Man kauft nicht ETFs, weil diese auch schick sind und man welche im Blumenstrauß haben sollte, sondern weil sie zur Anlagestrategie als das Mittel der Wahl passen. Welche nun wirklich passen und wann sie ggf. nicht mehr passen, ist die wirkliche Kunst.

Du solltest also eher mal überlegen, wie denn die Allokation verschiedener Bereiche in Deinem Portfolio aussehen soll. Welche Art von Investments möchtest Du tätigen? Bist Du der harmlose Anleger, der am liebsten nur ein bis drei Fonds kaufen möchte, die vor sich hintuckern und keine große Pflege erfordern? Bist Du jemand, der eine eigene Allokation ausarbeiten möchte, um mit gewissen Anteilen in Aktien und Renten aus Deutschland, Europa, USA, die globalen Industrieländer, Emerging/Frontier Markets investieren will, mit einer Beobachtung der einzelnen Positionen und ggf. Umschichtungen zwischen Bereichen bzw. Verlagerung von Schwerpunkten je nach Marktlage?

ETFs sind Indexfonds, d.h. sie folgen einem Index. Willst Du also in ein bestimmtes Marktsegment investieren, dann kann man sich einen aktiv verwalteten Fonds oder einen ETF suchen, der hier paßt. ETFs performen nicht immer besser oder schlechter als andere Fonds, sie bilden eben nur eine simple, indextreue Strategie ab. ETFs sind daher nicht gefährlicher oder ungefährlicher als andere Fonds - es liegt eher an der Frage, was Du damit anfängst. Es gibt Untersuchungen zu ETF-Anlegern, die nachweisen, daß ETF-Anleger schlechter abschneiden als klassische Fondsanleger. Das ist verwunderlich, da ja ETFs deutlich geringere Gebühren haben, aber es liegt an den Anlegern, die diese Instrumente falsch verstehen und nicht sinnvoll einsetzen.

Meine erste Gegenfrage wäre daher: wenn Du 5.000 EUR anlegen willst, wie groß ist dann Dein bereits bestehendes Portfolio? Welche Art von Anlagen befinden sich mit welchen Anteilen darin?

  • Bist Du der harmlose Anleger? Dann wären vielleicht für den Start ein bis drei Mischfonds eine gute Idee, um das Investmentthema in einem ruhigen Fahrwasser ohne große Pflegeaufwände laufen zu lassen. Man könnte mit einem aktienlastigen europäischen Mischfonds, einem globalen Mischfonds und einem Emerging Markets Aktienfonds im Verhältnis von beispielsweise 40% : 40% : 20% starten.

  • Bist Du ein aktiverer Anleger? Dann sollte eine Allokation einzelner Segmente ausgearbeitet werden. Das betrifft Anleihen und Renten in den einzelnen Märkten wie Deutschland, Europa, USA, Japan, Industrieländer allgemein, Emerging/Frontier Markets (ggf. aufgeschlüsselt nach Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika) und ggf. gewisse Branchen im Fokus wie Immobilien, Technologie, Biopharma/Health, Rohstoffaktien, Industrie... oder eben eine sinnvolle Auswahl dieser Bereiche.

Je nachdem wirst Du dann in Anlagebereichen schauen, ob aktiv verwaltete Fonds oder ETFs attraktiver sind. Je nach Anlagevolumen insgesamt wirst Du schauen, ob nur die Deiner Meinung nach besten (nicht notwenigerweise die mit der aktuell höchsten Performance) jedes Segments oder vielleicht die Top zwei oder drei besten jedes Segments gekauft werden sollen. Welche davon möchtest Du dann per Sparplan weiter aufbauen?

warum nicht-einmal entschieden muß man sich kaum mehr drum kümmern.Oft schrecken die fürchterlichen Namen ab- denk man zB an den db xtrackers IBoxx Sovereigns Eurozone Ucits ETF- höt sich mächtig an, ist aber ein Rentenindex der sichere Papiere wie Bundesanleihen beinhaltet. Halte ich also durchaus für Anfänger -geeignet.

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