"neuer Kaufpreis" bei Anschlussfinanzierung/Umschuldung

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Über eine Höherbewertung kannst Du Dich bei einer Umfinanzierung deshalb freuen, weil bei gleichem Kreditbetrag die Beleihungsquote sinkt, was häufig mit einer günstigeren Verzinsung einhergeht. Für die Bank macht die Höherbewertung - sofern sie ehrlich ist und den Marktgegebenheiten entspricht - auch Sinn, denn damit rückt dieser Kredit bei der jährlichen internen Bewertung nicht in die Nähe von künftigen potentiellen Problemkrediten, natürlich muss auch der künftige Schuldendienst gewährleistet sein.

Hinsichtlich der Rabulistik bei den Begriffen muss ich Dich etwas korrigieren. Nur einen bestehenden Kredit kann man prolongieren, d.h. verlängern. Aber bei Deiner Hausfinanzierung geht es beim ursprünglichen Bankkreditteil nicht um eine Prolongation, sondern lediglich um eine neue Zinsfestschreibung. Prolongieren würde man nur einen Kredit der z. B. zum 31.03.2015 zur Rückzahlung fällig ist.

Es ist richtig, dass der KfW-Kredit, wenn er von der KfW auf die Bank übergeht, "umgeschuldet" wird. Es ist ein Gläubigerwechsel. Du kannst natürlich auch den KfW-Kredit zu Marktkonditionen weiterlaufen lassen, aber davor sollte man wirklich intensiv prüfen, ob nicht die Ablösung durch die bisherige Hausbank oder durch eine neue Bank günstiger wird. Denn eines ist sicher: die Zusammenfassung der Schulden auf einen einzigen Gläubiger im gleichen Rang (hier: erstrangig) erleichtert Dir spätere Kreditverhandlungen bzgl. Ratenänderung, Sondertilgung, Umschuldung etc.

"Anschlussfinanzierung" meint meistens auch die Umschuldung durch einen anderen Gläubiger, wenn die bisherige Zinsbindungsfrist ausläuft oder das Darlehn durch den Kreditnehmer gekündigt wird.

Du solltest also die Kreditgewährung und die entsprechenden Zinskonditionen durch einen neuen Gläubiger (übrigens auch Lebensversicherer machen Hausfinanzierungen ohne den Abschluss einer Lebensversicherung zu verlangen!) prüfen lassen. Über die nötige Kreditrestlaufzeit solltest Du Dir umgehend genaue Vorstellungen machen und eine kongruente Zinsbindungsdauer wählen, um Kalkulationssicherheit bis zur letzten Raten zu haben (so auch der gute Tipp von wfwbinder).

  1. Danke doch Deinem Schöpfer, dass die Bank Dein Haus nun höher bewertet. "viel höher" ist zwar selten, aber doch immerhin sehr gut.

  2. Durch die Höherbewertung ist automatisch der 1. Rang (60 % des Immobilienwertes) ausgeweitet. Weil der günstiger finanziert wird, wird Deine Zinsbelastung günstiger.

  3. Ob die das nun Anschlussfinanzierung nennen, oder Umschuldung, weil zwei Darlehen (Hauptfinanzierung + Rest KfW) in ein neues Darlehen umgeschuldet werden, ist doch für die Konditionen die Du zahlst egal.

  4. Da ein Kredit gewährt wird, muss die Bank die Sicherheit bewerten. Das kann dadurch erfolgen, das einer am Schreibtisch sitzt, sich die alte Bewertung ansieht, zwei bis vier Eckdaten prüft und einen Vermerk macht "Bewertung ohne Änderung," oder gründlicher ist und z. B. die Richtsatzsammlung für den Bodenwert einsieht, die Kubikmeter umbauten Raum und die Quadratmeter Wohnfläche mit den üblichen Wert multipliziert und den nun gültigen Wert ermittelt.

  5. Wie Du es beschreibst, scheint alles für Dich günstig zu sein (wobei wir die Konditionen nicht kennen). Du solltest bei den jetzt günstigen Konditionen für möglichst lange Zeit abschließen. Am besten bis zur vollständigen Tilgung.

Nach wie vor beunruhigt mich die Bezeichnung "neuer Kaufpreis". Ich zweifele plötzlich daran, dass die damalige Grundbesitzübergabe des hälftigen Miteigentums tatsächlich ohne Ausgleich erfolgte??!!!! Dadurch dass jetzt eine höhere Summe unter "neuer" Kaufpreis steht, habe ich schon gedacht, dass ich im damaligen Scheidungsfolgenvertrag völlig unwissenderweise die Haushälfte gar "zusätzlich abgekauft/erworben" habe und das daher jetzt ein neuer Kaufpreis bei der Bank entstanden ist. Ansonsten würde die Bank doch diese Bewertung anders bezeichnen (Beleihungswert oder ähnlich).

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@pastell
Nach wie vor beunruhigt mich die Bezeichnung "neuer Kaufpreis". Ich zweifele plötzlich daran, dass die damalige Grundbesitzübergabe des hälftigen Miteigentums tatsächlich ohne Ausgleich erfolgte??!!!!

Langsam komme ich ins schwimmen mit dem Hin und Her.

Es geht also um eine Immobilie, die vor einigen Jahren in einer Scheidungsvereinbarung auf einen Eigentümer vereinigt wurde. Dieser scheint nicht Du zu sein, weil:

dass die damalige Grundbesitzübergabe des hälftigen Miteigentums tatsächlich ohne Ausgleich erfolgte??!!!!

Denn das müsstest Du ja wissen, wenn es auf Dich überging.

Somit frage ich mich nach Deinem Interesse an Dieser Sache.

Aber um es nocheinmal klarzustellen, Du solltest bei diesen Dingen keine tiefgreifende Textanalyse betreiben, ob nun neuer Kaufpreis, oder neuer Beleihungswert ist für die Frage, wieviel Kredit man im ersten Rang finanzieren kann egal.

Wegen des damaligen Höhe der Kaufpreisangabe/Wertangabe in der Scheidungsvereinbarung kann es z. B. auch einfach darum gegangen sein Notarkosten zu sparen und deshalb hat man bei der Wertangabe auf den mal entrichteten Kaufpreis zurück gegriffen. Heute geht es aber bei der Bank um die Bewertung des Objekts um festzustellen, wieviel Kredit man ohne Risiko rausgeben kann.

Das sind zwei paar Schuhe. im Fall der Scheidung wollte man nur billig erreichen, was man abgesprochen hatte (Haushälfte gegen Schuldübernahme).

Heute gibt es ein FRemdinteresse, nämlich die Frage wie wie hoch ist das Risiko in der Finanzierung.

Ausserdem scheint es über einen längeren Zeitraum zu gehen, als man beim unbedarften lesen des Sachverhalts denkt.

  1. Kauf der Immobilie durch Eheleute, nach einigen Jahren

  2. Scheidung und Auseinandersetzung und nun nach wieder einigen Jahren

  3. Neu-/Umfinanzierung.

wenn zwischen 1. und 3. 10 Jahre liegen, kann es doch einen erheblichen Wertzuwachs geben. und Punkt 2. (siehe oben) hatte einfach den Grund einen Wert zu finden, um die Sache unproblematisch über die Bühne zu bringen.

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...wenn die Bank einen höheren Immobilienwert ansetzt, kann Ihnen das komplett wurscht sein...die Bewertung der Immobilie erfolgt auf Risiko der Bank -ausgenommen dass die Bank so "per Unterschrift" eine Bestätigung verlangt, dass die Baukosten seinerzeit tatsächlich in der Höhe angefallen sind...dann kann es kniffelig werden....

...die Begriffe "Umschuldung" und "Anschlussfinanzierung" liegen dicht beieinander...es gibt da keine rechtliche Abgrenzung...wenn man spitzfindig ist, könnte man sagen, dass bei einer Anschlussfinanzierung (Prolongation") lediglich der Zinssatz angepasst wird...werden 2 Darlehen zusammengefasst, werden diese durch ein neues Darlehen umgeschuldet...

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