Nebenverdienst und Nebentätigkeit - Einfluss auf GKV und GRV

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2 Antworten

Weis jemand ob die GKV bzw GRV ein Problem damit hat ,wenn die Einnahme vom Gewerbe, Kapitalerträge und Mieteinnahmen meine Angestelltengehalt überschreitet.

Probleme haben sie damit nicht. Aber du solltest dringend deinen Status feststellen lassen.

Es kann nämlich sein, dass du nun nicht mehr als hauptberuflich angestellt gilst und somit deinen KV-Beitrag auf ALLE Einnahmen zu zahlen hättest. Deinen Arbeitgeber würde es freuen, er spart sich seinen Beitragsanteil für die Kranken- und Pflegeversicherung.

Gewerbetätigkeiten sind i.d.R. nicht versicherungspflichtig in der GRV. Hier müsstest du ein paar Informationen geben, was genau du machst. Mieteinnahmen und Kapitalerträge sind irrelevant für die GRV.

msperl 03.05.2014, 17:10

Ich habe Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalerträge, Gewerbeeinnahmen und nicht selbstständige Arbeit. Meine Einnahmen aus dem Gewerbe entsprechen 60% der Einnahmen aus nicht selbstständiger Tätigkeit.

Sozialversicherungspflichte können meiner Ansicht nach nur sein: Selbstsständig Tätigkeit, Gewerbe, nicht selbstständige Tätigkeit und Land und Forstwirtschaft

Oder wie siehst du das?

Kann man das auch irgendwo in einem Gesetz nachlesen ??

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Kevin1905 04.05.2014, 00:59
@msperl
  • Freiwillig gesetzlich Versicherte in der GKV zahlen AUF ALLES ihren Beitrag bis zur Beitragsbemessungsgrenze (§ 240 SGB V).
  • Gilt analog für die Pflegeversicherung
  • Ob die Selbständigkeit rentenversicherungspflichtig ist hängt von ein paar Faktoren ab. Selbständige mit einem Auftraggeber z.B. sind prinzipiell versicherungpflichtig.
  • Die Miet- und Kapitaleinkünfte interessieren die Rentenversicherung nicht.

Lass deinen Status rechtssicher feststellen (§ 7a SGB IV)! Sonst kommt irgendwann die böse Überraschung wenn für einige Jahre von der Krankenkasse Beiträge nachgefordert werden.

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Es sind gleich zwei Bereiche - GKV und DRV angesprochen. Zunächst zum Thema GKV:

Entscheidend ist, welcher Status durch die GKV relevant ist. Es sind zwei Varianten möglich:

  • Hauptberuflich Selbständig (Variante 1)
  • Selbständig (Variante 2)

Die GKV prüft anhand mehrer Kriterien, welcher Status für Dich relevant ist. Kriterien die zugrundegelegt werden sind:

  • wöchentliche Arbeitszeit
  • Relation der Einnahmen
  • Angestellte sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter
  • ausgeübte Tätigkeit (katalogberufe ?)
  • ....

Die Beurteilung ergibt sich aus der Gesamtschau der Situation. Es wäre ratsam, durch die Clearingstelle den Status klären zu lassen, denn ggfs. können GKV Beiträge bis zu vier Jahren rückwirkend erhoben werden.

Bei Variante 1 werden bis zur Beitragsbemessungsgrenze GKV Beiträge nur für die Einkunftsart "nichtselbständige Tätigkeiten" fällig, bei Variante 2 werden alle Einkunftsarten herangezogen (vgl. § 240 SGB V).

Bei der Einstufung zur Rentenversicherungspflicht ist zusätzlich zu prüfen, ob nicht eine Versicherungspflicht für Selbständige nach § 2 SGB VI vorliegt. Das würde zum Beispiel zutreffen, wenn im eine lehrende Tätgkeit ausgeübt wird (Tennislehrer, Nachhilfe Lehrer etc.)

Ach und dann ist ggfs noch die Thematik gesetzliche Unfallversicherung zu klären.

Fazit: Bitte im Zweifel bei der Clearingstelle ein Status Feststellungsverfahren initiieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

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