Nebentätigkeit ist selber zu versteuern - wie?

3 Antworten

eine selbständige Tätigkeit hat mit "450 Euro Job", oder "450 Euro pauschal versteuern" usw. absolut nichts zu tun. Das sind Regelungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.

Du hast es vollkommen richtig erkannt. Eine Einnahmen- Ausgaben- Überschussrechnung und dann entweder über die Anlage "G" (gewerblich), oder "S" (freier Beruf), je nach Art der Tätigkeit, in die Einkommensteuererklärung.

Die 1.000,- Euro, oder was rauskommen mag, wird dann mit dem Grenzsteuersatz besteuert werden.

Jetzt habe ich ein Angebot für eine freiberufliche Tätigkeit (nebenberuflich) erhalten, wo ich eben auf Abruf mal "arbeiten" würde.

Warum machst Du das nicht als Minijob, was natürlich nur gemeinsam mit Deinem Auftraggeber funktioniert?

sondern eine reine Tätigkeit,

Da geht es Dir besser als vielen anderen, die einen schadstoffbelasteten Arbeitsplatz haben. Ist Deine saubere Tätigkeit nun noch eine andere, als wie die eingangs beschriebene, für die es die Aufwandsentschädigung gibt?

ich muss das dann voll mit Einkommenssteuer versteuern?

Ja und kommt auch noch evtl. Soli und KiSt dazu. Das einzig Schmerzhafte ist jedoch, dass dieser Überschussbetrag so wirkt, als wenn Du eine Gehaltserhöhung (wenn man mal von erhöhten Sozialabgaben absieht) bekommen hättest, es erhöht sich möglicherweise auch Dein Steuersatz (hier der sog. Grenzsteuersatz). Diese Auswirkung kannst Du wunderbar hier simulieren: https://www.abgabenrechner.de/ekst/?

Dies hat ja meines Wissens nach nichts mit einer kurzfristigen oder geringfügigen Beschäftigung zu tun, oder?

So sieht es aus.

Aber der Überschuss-Beitrag wird dann auf mein Einkommen angerechnet und ich muss das dann voll mit Einkommenssteuer versteuern?

Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb werden mit anderen Einkünften addiert zur Summe der Einkünfte. Wenn alle positiv sind, steigt natürlich dadurch das zu versteuernde Einkommen und die Einkommensteuerbelastung.

Oder gilt auch hier die Regelung, wenn 450 € im Monat nicht überschritten sind, ist es nicht anzeigepflichtig?

Nein das gilt nur für Minijobs. Und Minijobs sind durchaus anzeigepflichtig. Der Arbeitgeber meldet diese an die Minijobzentrale und führt pauschale Lohnnebenkosten ab.

KSK und Nebenjob - Jahrelang doppelt Sozalversicherung gezahlt

Hallo liebe Forengemeinde,

Ich bin selbständiger freiberuflicher Musiker und seit 1996 über die Künstlersozialkasse sozialversichert (KV: Hamburg Münchener, 01.01.2010 aufgegangen in der DAK) .

Seit 2001 übe ich eine sozialversicherungspflichtige Nebentätigkeit aus, von deren Aufnahme ich die KSK und KV seinerzeit in Kenntnis gesetzt habe.

Die freie künstlerische Tätigkeit ist in zeitlichem und finanziellem Umfang immer die Hauptätigkeit gewesen und dies ist auch von KSK und mittlerweile auch der DAK geprüft und bestätigt worden.

Ich habe seitdem für beide Einkünfte KV-, PV- und RV- Beiträge bezahlt, als Musiker an die KSK (die die Beiträge an die entsprechenden Träger weiterleitet), als Nebenberufler monatlich direkt abgezogene Beiträge für KV, RV und PV.

Jetzt hat meine KV (DAK) sich ohne mein Wissen bei der KSK mit der falschen Hinweis gemeldet, ich habe am 01.01.2010 eine sozialversicherungspfl. Tätigkeit aufgenommen und meine freiberufliche Tätigkeit "spiele lediglich eine untergeordnete Rolle". Dies musste ich nun mit einigem Aufwand richtigstellen und nach vielen Briefen ist nun mein alter Status bei der KSK wieder hergestellt. Von der DAK dazu übrigens direkt an mich kein Wort, sondern nur ohne mein Wissen an die KSK ('Über mich statt mit mir " reden war anscheinend die Devise).

Ergebnis dieses Vorgangs war jedoch die Feststellung der wohl doppelt gezahlten Beiträge.

Ich werde nun konsequenterweise meinen Arbeitgeber (Nebentätigkeit) in Absprache mit der KV (DAK) veranlassen, keine KV- und PF- Beiträge mehr abzuführen.(Siehe dazu auch Seite 2 dieser interessanten KSK Rechtsinformation:www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/download/daten/Versicherte/Versicherung_trotz_Nebenjob.pdf )

Meine Frage: Wie sieht es mit rückwirkenden Beitragserstattungen, aus? Wie stehen die Chancen, die doppelt gezahlten KV (und PV) Beiträge (und zwar für die untergeordnete, sprich Nebentätigkeit) auch über die vierjährige Verjährungsfrist hinaus zurückzubekommen?

Danke im Voraus fürs Lesen und (hoffentlich) Beantworten!

Finn.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?