nachrangige Anleihen von Banken oder Versicherungen riskant?

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3 Antworten

Risiko ist immer relativ. Die Frage ist, ob du die Risiken bewerten kannst, ob du die Risiken eingehen willst.

Generell zu Anleihen: die notieren derzeit hoch und sind (Leit)zinssensitiv. Und das Zinsumfeld kann nicht mehr sehr sinken. Daher ist dieser Aspekt sicherlich nicht kurssteigernd.

Das Risiko ist generell bei Anleihen in den hohen Kursen. Prüfe also den Kurs in den letzten Jahren - sofern verfügbar.

Prüfe auch die Regeln, denen die Anleihe unterliegt, wann der Kupon gezahlt wird, wann er nicht gezahlt wird, ob es ein Risiko für Zahlungsausfall (Kupon) geben kann, ob die Anleihegläubiger an den Verlusten beteiligt werden etc.

Es kommt immer wieder vor, dass nachrangige Anleihen nicht bedient werden und Zahlungen ausbleiben.

Wenn du das Papier nicht verstehst, lass es. Wenn du die Sensitivitäten im Anleihesektor nicht kennst, versuche diese zu verstehen.

Kaufe keine Langläufer!

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Ja, es gibt verschiedene hohe Risiken (und kaum eine Dämpfung dafür):

  1. Nachrangigkeit

Die Gläubiger dieser Anleihen haben nachrangigen Status gegenüber allen anderen Gläubigern. Die Anleihen stehen in der Rangigkeit also kurz vorm Eigenkapital und die Gläubiger dieser Anleihen können alles verlieren. Man nennt sie häufig auch eigenkapitalersetzende oder Hybrid-Anleihen. Für sie gilt (selbstverständlich) keine Einlagensicherung.

.2. Zinsrisiko

Diese Anleihen haben (meist) eine sehr lange Laufzeit. Wenn nun das Kapitalmarktzinsniveau (idR für unvorhersehbar lange Zeit) steigt, dann verlieren diese meist festverzinslichen Anleihen erheblich bzw. drastisch an Kurswert. Aber nicht, weil das Bonitätsrisiko schlechter geworden ist, sondern aus reiner Finanzmathematik. Wenn Du heute ca. € 100/Stück für eine solche Anleihe zahlst, bekommst Du bei einem Verkauf vor Fälligkeit möglicherweise nur einen Bruchteil wieder. Dein Zinsertrag bleibt gleich, aber Dein Kapital wird weniger, wenn Du verkaufen mußt. Und es ist völlig offen, wann und ob sich bei sehr langer Laufzeit bis zum Rückzahlungstermin der Börsenkurs der Anleihe jemals wieder erholt. Beim Rückzahlungstermin solltest Du aber 100 % wiederbekommen, wenn das Risko unter 1. nicht zugeschlagen hat. Diese Anleihen eigenen sich allenfalls für spekulativ veranlagte Anleger, wenn die Rückzahlungsfälligkeit nicht mehr als 5 - 7 Jahre entfernt ist.

.3. Zinsausfallrisiko

Bei schlechter Ertragslage kann - wie bei einer Aktie - schon mal die Zinszahlung ausfallen. Dies steht in den Anleihebedingungen. Siehe Hinweis von obelix.

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tach111 05.08.2013, 20:43

ich sehe, dass ich all diese Risiken doch ein wenig unterschätze. Aber damit ist auch klar, warum die Rendite höher ist.

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Jeder definiert Risiko anders. Die Frage ist: Ab wann währe der Verlust für dich schmerzhaft...

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