MwSt ausweisen oder nicht als Freiberufler, wenn Kunde im Ausland?

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Wenn du Dienstleistungen an Unternehmer erbringst, richtet sich der Ort nach § 3a (2) UStG. Die leistung wird dort ausgeführt, wo der Unternehmer sitzt.
 
Sitzt der also im Ausland, kann keine deutsche USt anfallen, da die Leistung nicht in DE erbracht wurde.
 
Ob im Ausland USt anfällt, richtet sich nach dessen UStG. Wenn welche anfällt, so gibt es immer noch zwei Möglichkeiten (je nach Land):
 
a) Entweder das Land wendet das Reverse-Charge-Verfahren an. In diesem Fall darf auf der Rechnung keine USt stehen. Der Leistungsempfänger berechnet die Steuer, meldet sie an und führt sie an sein FA ab.
 
b)Oder das Land wendet das RC-Verfahren nicht an. In diesem Fall muss die ausländische USt drauf, du musst dich in dem Land registrieren lassen und selber die USt anmelden und abführen.
 
Wo du wohnst und wo andere Steuerarten erhiben werden, interessiert dabei nicht.
 
Erbringst du Dienstleistungen an einen Nichtunternehmer, wird es leider etwas komplizierter.

ok. Ich habe mich bereits auf die Suche gemacht nach einem StB. Vermutlich habe ich einen, der

a) gut ist b) schnell und verbindlich antworten kann

Das Problem ist nicht, dass es was kostet.

Ich sehe, das Problem ist so trivial nicht! Ich hoffe, bei Fehlauskunft haftet der StB!

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@freelance

*"Ich hoffe, bei Fehlauskunft haftet der StB!"
 
Nicht gegenüber dem Finanzamt, aber gegenüber dem Mandanten.
 
Bei der Suche kann ich behilflich sein...

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Hallo freelance,

leider gibt es keine einfache Regelung. Die Beste handhabe besteht meines Erachtens aus dem Aufbau von Erfahrungswerten. Das heißt Sie löchern Ihren Steuerberater zu Anfang mit jedem Sachverhalt und die daras resultierenden Ergebnisse nutzen Sie in den aktuellen Rechnungen.

Früher oder später wiederholen sich die einzelnen Sachverhalten und Sie können für die "neuen" Rechnungen die Erfahrungswerte aus den "alten" Sachverhalten nutzen und die Richtigen Schlüsse zu ziehen.

Bei einer verbindlichen Auskunft gegenüber dem Finanzamt ist zu beachten, dass die Bearbeitungszeit mitunter sehr lange andauern kann und das unter Umständen auch Kosten dafür entstehen.

Abschließend ist festzuhalten, dass bei der Rechnungsstellung an Kunden im Ausland sehr viele Sachverhalte zu beachten sind. Hier sollte man, grad in der Anfangszeit, ständig Kontakt mit seinem Steuerberater halten um spätere Probleme bei Betriebsprüfungen zu vermeiden.

MfG

"Bei einer verbindlichen Auskunft"
 
Eine verbindliche Auskunft ist hier nicht zu bekommen, da es hieran fehlt: wenn daran im Hinblick auf die erheblichen steuerlichen Auswirkungen ein besonderes Interesse besteht
 
Das Problem des Fragestellers ist einfach banal.
 
Außerdem kostet eine vA immer.

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@EnnoBecker

Stimmt das mit den Bagatellgrenzen zur verbindlichen Auskunft war nur ein Entwurf.

Für die Gesetzesänderungen sehe ich den Steuerberater in der Pflicht. Er kennt die Besonderheiten seiner Mandanten und sollte Sie auch über etwaige Gesetzesänderungen, die den Mandanten speziell betreffen, informieren.

Damit bindet er ja auch den Mandanten an sich und die Dankbarkeit des Mandanten kann man dann ja in der Gebührenrechnung entsprechend verarbeiten ;-)

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Erfahrungswerte können einen aber mal ganz schnell ganz dumm aus der Wäsche gucken lassen. Eine Gesetzesänderung - und schon tapst man in die Falle.
 
Und wieviel Gesetzesänderungen gibt es so?
 
Ich empfehle da, sich lieber nach dem geltenden Recht zu richten.

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Der Ausweis der Umsatzsteuer in deinem Fall ist wirklich schwierig.

Zitat:

Im Vordergrund stehen zwei Fragen:

  1. Wo wird die erbrachte Dienstleistung umsatzsteuerlich erfasst?
  2. Welche Regeln sind bei der Ausstellung der Rechnung zu beachten?

Hier ist eine schöne Seite, die das richtig schön erklärt.

http://www.steuerberater-pressler.de/aktuell/steuer-tipps-alle/steuer-tipps-unternehmer/umsatzsteuer-grenzuberschreitenden-dienstleistungen.html

Grundsätzlich ist zu klären:

  • Grundsatz: Der Ort der sonstigen Leistung
  • Umsatzsteuerliche Behandlung bei Verlagerung des Leistungsorts ins Ausland
  • Rechnungsstellung bei Anwendung der Steuerschuldumkehr

Hast du einen "heißen Draht" zu deinem Steuerberater ? Du kannst ihn immer fragen.

Zweite Möglichkeit : du rufst beim Finanzamt an und bittest immer in den konkreten Fall um eine verbindliche Auskunft.

Das Finanzamt ist - was Rechnungsstellung ins Ausland betrifft - sehr nett und auch hilfsbereit.

Vor allem: mit einer verbindlichen Auskunft vom Finanzamt brauchst du keine Umsatzsteuer-Sonderprüfungen fürchten.

"Bei einer verbindlichen Auskunft"

Eine verbindliche Auskunft ist hier nicht zu bekommen, da es hieran fehlt: wenn daran im Hinblick auf die erheblichen steuerlichen Auswirkungen ein besonderes Interesse besteht

Das Problem des Fragestellers ist einfach banal.

Außerdem kostet eine vA immer.

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das Finanzamt hat mir nicht weitergeholfen bei einer Frage. Die wollen sich nicht so klar festlegen und äussern.

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