Muss mich das Finanzamt auf die verpflichtete Abgabe einer Steuererklärung hinweisen?

2 Antworten

Muss sie nun durch die versäumte Abgabe horrende Säumniszuschläge zahlen (25 € pro verspäteten Monat !!!)?

Hat sie so eine Festsetzung bekommen, obwohl nie eine Erklärung angemahnt wurde?

Man kann ja bei verpflichteten Abgaben nur zwei Jahre rückwirkend eine Erklärung abgeben, oder?

Woher diese falsche Information?

Sie sollte einfach mal ihre Zahlen bei "www.elster.de" eingeben, bzw. sich diesen Zugang holen.

Dann weiß sie, was ggf. nachzuzahlen ist. Ausserdem kann sie so die Erklärungen auch gleich abgeben.

Übrigens, da sie keine Erklärung abgegeben hat, können auch keine Säumniszuschläge entstanden sein, weil für eine Säumnis ja erstmal eine Steuerschuld vorhanden sein muss.

Was entstanden sein kann, wären Verspätungszuschläge wegen der verspäteten Abgabe.

Dazu sagt § 152 AO:

Gegen denjenigen, der seiner Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung nicht oder nicht fristgemäß nachkommt, kann ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden. Von der Festsetzung eines Verspätungszuschlags ist abzusehen, wenn der Erklärungspflichtige glaubhaft macht, dass die Verspätung entschuldbar ist; 

Was soll denn die Schule noch alles vermitteln?

50 % der Bevölkerung kommen nie in die Verlegenheit eine Einkommensteuererklärung abzugeben, oder erst in einem Alter, wo sie den Dreisatz schon vergessen haben, von so einer komplizierten Materie wie dem Steuerrecht gar nicht zu reden.

Die schüler klimpern heute ja schon bei Georgrafie udn Geschichte auf den Smartphones herum. Würde auch nur ein Schüler von 17 Jahren wirklich konzentrieren, wenn Jemand etwas davon erzählt, dass er eventuell in 5-10 Jahren mal eine Steuererklärung abgeben muss? Entschuldige, aber ich bezweifele das sehr.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986
50 % der Bevölkerung kommen nie in die Verlegenheit eine Einkommensteuererklärung abzugeben

Das hätte ich nicht gedacht. Interessant.

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@Magnus1981

Jeder der als Arbeitnehmer tätig ist, muss keine Einkommensteuererklärung abgeben. Er macht es nur als Antragsveranlagung, wenn er z. B. über 1.000,- Euro Werbungskosten pro Jahr hat. Dazu müsste der einfache Weg zur Arbeit z. B. über 15 Kilometer sein.

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@wfwbinder

Haushaltsnahe Dienstleistungen hat aber jeder.

50% der Bevölkerung abzüglich derjenigen, die eh keine Einkommensteuer zahlen, verschenkt also Geld.

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Leg dich wieder hin, so schlimm ist es nicht.

  1. Richtig ist, dass eine Steuererklärungspflicht besteht, wenn man Einkünfte hat, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegen und diese Einkünfte im Ergebnis 410 Euro im Jahr übersteigen.
  2. Das Finanzamt hat keine Kristallkugeln. Es kann nicht von sich aus wissen, was jemand für eine steuerliche Situation hat und eben deshalb gibt es die Erklärungspflicht. (Es gibt auch eine Pflicht, bei Rot nicht über die Straße zu gehen, auch wenn grad kein Polizist an der Ampel steht und darauf hinweist.)
  3. Die Halbwaisenrente unterliegt mit dem Ertragsanteil der Besteuerung. Da die Rente aber abgekürzt ist, ist der Ertragsanteil auch recht gering. Es ist fraglich, ob überhaupt eine Steuer entsteht.
  4. Sofern eine entsteht, geht es bei den 25 Euro pM nicht um Säumniszuschläge, sondern um Verspätungszuschläge, aber das dürfte hier der Punkt sein, der dich am wenigsten interessiert.
  5. Die Regelung gibt es erst ab dem Veranlagungszeitraum 2018, so dass also für 2016 und 2017 die Geschichte entspannter aussieht. Da gibt es Ermessensentscheidungen und selbst wenn das Finanzamt dieses Ermessen ausübt, dürfen nicht mehr als 10% Verspätungszuschlag festgesetzt werden. 10% der Steuer.
  6. Das werden sie aber nicht tun, denn das wäre missbräuchlich.
  7. Falls doch, gibt es hiergegen Rechtsmittel.
  8. Für 2018 muss man genauer aufpassen. Die Abgabepflicht endete am 31. Mai 2019, erst danach kann man überhaupt verspätet sein. Zudem gibt es Anweisungen des BMF zur Behandlung von verspäteten Abgaben, bei denen nicht zur Abgabe aufgefordert wurde (seid froh, dass sie nicht aufgefordert haben.

Fazit:

Sie möge die Steuererklärungen nun erstellen, feststellen, ob überhaupt Steuer entsteht, und für denn Fall, dass eine entsteht, hier nochmals nachfragen, wie zu verfahren ist.

Bevor sie eingereicht wird.

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