Muss man ein Pflegetagebuch führen um von der gesetzlichen Pflegeversicherung abgedeckt zu werden?

4 Antworten

Den Gutachtern der Krankenversicherung wird nachgesagt, zuweilen recht kleinlich zu sein. Ich kenne aus meinem persönlichen Umfeld Pflegebedürftige die erst nach langem Kampf eine Pflegestufe anerkannt bekamen. Da ist es immer gut, den Grad der Hilfsbedürftigkeit dokumentieren zu können, je präziser desto besser. Da sollte man nicht an Arbeit und Mühen sparen. Man muß sich immer vor Augen führen, dass so manch pflegebedürftiger Mensch aufgrund seiner Beeinträchtigung die Situation nicht mehr erfasst und Märchen erzählt. Mancher Gutachter nimmt Berichte über all das, was angeblich noch alleine verrichtet werden kann dann als Hinweis für eine Verwigerung beantragter Mittel. Dem kann man mit einem korrekt geführten Pflegetagebuch einen Riegel vorschieben. Bitte dabei gut leserlich schreiben. Es könnte ja mal als Beweismittel, z.B. in einem Prozeß vor dem Sozialgericht, gebraucht werden.

Das sollte für wenigstens 7 Tage geführt werden. Die Pflegemindestzeit ist durchschnittlich(!) 45 Minuten/Tag. Zweimal wöchentliches Baden zu je 21 Minuten ergibt also durchschnittlich 6 Minuten/Tag.

Zur Pflege gehört nicht das Kochen der Mahlzeiten, wohl aber das Kleinschneiden und die Verabreichung des Essens.

Schau mal auf die Links dieser Seite: http://www.mds-ev.de/Dokumente_Formulare_Pflege.htm und gucke Dir z. B. den 2. Link "Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes" an.

Hallo,

das Pflegetagebuch (PTB) ist nicht vorgescherieben. Es kann hilfreich sein, um sich selber einen Überblick zum Pflegeumfang zu verschaffen.

Man sollte sich vor dem Ausfüllen aber näher mit den Definitionen zu den einzelnen Tätigkeiten beschäftigen. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten braucht man nicht aufzuführen, da bei Erwachsenen (fast) immer die Pauschalwerte genommen werden. Nur wenn für die pflegende Person auch Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen sind, ist die tatsächliche Dauer der hauswirtschaftlichen Versorgung wesentlich.

Wenn im Pflegetagebuch auch Tätigkeiten wie Vorlesen und Spaziergang auftauchen, kann es sein, dass der Gutachter das gesamte PTB für unglaubwürdig hält.

Bei der Begutachtung gibt es oft den Effekt, dass man positiver dastehen möchte. Ggf. als Angehöriger den Pflegebedürftigen bitten, das Genannte tatsächlich vorzumachen.

Im Übrigen kann es auch den gegenteiligen Effekt geben: wenn im Pflegeheim vorher genau abgesprochen wird, was man zu antworten hat und was man nicht mehr selber machen kann (habe ich aus zuverlässiger Quelle gehört).

Gutachter haben es nicht einfach!

Gruß

RHW

KSK und Nebenjob - Jahrelang doppelt Sozalversicherung gezahlt

Hallo liebe Forengemeinde,

Ich bin selbständiger freiberuflicher Musiker und seit 1996 über die Künstlersozialkasse sozialversichert (KV: Hamburg Münchener, 01.01.2010 aufgegangen in der DAK) .

Seit 2001 übe ich eine sozialversicherungspflichtige Nebentätigkeit aus, von deren Aufnahme ich die KSK und KV seinerzeit in Kenntnis gesetzt habe.

Die freie künstlerische Tätigkeit ist in zeitlichem und finanziellem Umfang immer die Hauptätigkeit gewesen und dies ist auch von KSK und mittlerweile auch der DAK geprüft und bestätigt worden.

Ich habe seitdem für beide Einkünfte KV-, PV- und RV- Beiträge bezahlt, als Musiker an die KSK (die die Beiträge an die entsprechenden Träger weiterleitet), als Nebenberufler monatlich direkt abgezogene Beiträge für KV, RV und PV.

Jetzt hat meine KV (DAK) sich ohne mein Wissen bei der KSK mit der falschen Hinweis gemeldet, ich habe am 01.01.2010 eine sozialversicherungspfl. Tätigkeit aufgenommen und meine freiberufliche Tätigkeit "spiele lediglich eine untergeordnete Rolle". Dies musste ich nun mit einigem Aufwand richtigstellen und nach vielen Briefen ist nun mein alter Status bei der KSK wieder hergestellt. Von der DAK dazu übrigens direkt an mich kein Wort, sondern nur ohne mein Wissen an die KSK ('Über mich statt mit mir " reden war anscheinend die Devise).

Ergebnis dieses Vorgangs war jedoch die Feststellung der wohl doppelt gezahlten Beiträge.

Ich werde nun konsequenterweise meinen Arbeitgeber (Nebentätigkeit) in Absprache mit der KV (DAK) veranlassen, keine KV- und PF- Beiträge mehr abzuführen.(Siehe dazu auch Seite 2 dieser interessanten KSK Rechtsinformation:www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/download/daten/Versicherte/Versicherung_trotz_Nebenjob.pdf )

Meine Frage: Wie sieht es mit rückwirkenden Beitragserstattungen, aus? Wie stehen die Chancen, die doppelt gezahlten KV (und PV) Beiträge (und zwar für die untergeordnete, sprich Nebentätigkeit) auch über die vierjährige Verjährungsfrist hinaus zurückzubekommen?

Danke im Voraus fürs Lesen und (hoffentlich) Beantworten!

Finn.

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